Hubertus Heil beim beim SPD Parteitag
Hubertus Heil will Geringverdiener im Alter absichern. Bildrechte: IMAGO

Arbeit und Soziales Heil will Grundrente für Geringverdiener ab 2019

Wer lange in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll im Alter mehr bekommen, als wenn er das nicht getan hätte, findet Bundesarbeitsminister Heil. Deshalb will er 2019 die Grundrente für Geringverdiener einführen. Zudem sollen Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.

Hubertus Heil beim beim SPD Parteitag
Hubertus Heil will Geringverdiener im Alter absichern. Bildrechte: IMAGO

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die von der großen Koalition geplante Grundrente für Geringverdiener bereits im kommenden Jahr einführen.

Wer lange in die Rentenversicherung eingezahlt habe, solle im Alter mehr bekommen als wenn er das nicht getan hätte, sagte Heil am Freitag in der Haushaltsdebatte des Bundestages. "Das ist eine Frage des Respekts vor der Lebensleistung."

Grundrente nach 35 Beitragsjahren

Die Grundrente ist für Bezieher niedriger Löhne gedacht, deren Rentenansprüche so gering ausfallen, dass sie ohne weitere Unterstützung unterhalb des Grundsicherungsniveaus bleiben.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf geeinigt, dass Geringverdiener, die 35 Jahre an Beitrags-, Kinder, oder Pflegezeiten vorzuweisen haben, eine Grundrente in Höhe von zehn Prozent über der Grundsicherung erhalten sollen.

Selbständige sollen einbezogen werden

Heil kündigte für 2019 zudem die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung an. Damit solle vermieden werden, dass die Betroffenen auf die steuerfinanzierte Grundsicherung angewiesen sind, sagte der Arbeitsminister.

Heil verteidigte die Forderung der SPD, das Rentenniveau auch über das Jahr 2025 hinaus beim derzeitigen Niveau von 48 Prozent zu halten. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission soll im Jahr 2020 Vorschläge für die Renten in den Jahren 2025 bis 2040 machen. Heil sprach sich dafür aus, gerade in Zeiten großer Unsicherheit die sozialen Sicherungssystem stabil zu halten.

Rentenpaket steht seit August

Die Große Koalition hatte sich Ende August auf ein Rentenpaket geeinigt. Demnach soll unter anderem die Mütterrente verbessert und der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung gesenkt werden. Zudem soll das aktuelle Rentenniveau und der Beitragssatz stabilisiert werden

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. September 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:25 Uhr

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38 Kommentare

15.09.2018 17:51 Fragender Rentner 38

@vino zu 35
Du schreibst: Die SPD sollte aufhören diesem kranken Rentensystem Tabletten zu verschreiben. Zehn Prozent von welcher Grundsicherung die von Hamburg, München oder Dumsdorf , ...

Da mußt du die fragen die sich hier am besten auskennen, die haben bestimmt die richtige Antwort für dich. :-)))

15.09.2018 10:41 Fragender Rentner 37

@Peter zu 27

Da du Schlaumier dich in der Gesetzgebung nicht auskennst, sieht man wieder mal, da gibt es die Doppelbesteuerzungsabkommen mit vielen oder gar allen EU-Staaten.

15.09.2018 10:37 Fragender Rentner 36

Na schauen wir mal ob es der MDR durchgehen läßt?

@Peter

Du schreibst nur sch... !!!!!!!!!!!!!

Versuchst nur immer alles zu verdrehen, was man auch an den anderen Kommentaren sehen und lesen kann. :-(((((((((((((((

15.09.2018 08:57 vino 35

Die SPD sollte aufhören diesem kranken Rentensystem Tabletten zu verschreiben. Zehn Prozent von welcher Grundsicherung die von Hamburg, München oder Dumsdorf , für letztere wundert mich nur das die SPD noch nicht über einen Benzingutschein nachgedacht hat.

15.09.2018 05:04 Happydiner 34

Heute haben die meisten Menschen Beiträge über 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt. (Ausser Selbständige und Beamte) Dazu zählen 10 Jahre Kinderberücksichtungszeit, 8 Jahre für Schule und Studium, Wehr oder Zivildienst und natürlich alle Beitragszeiten für eine versichungspflichtige Beschäftigung mit.
Diese Menschen können derzeit mit 9,9% Abschlag in Rente gehen. Viele Menschen haben sogar 45 Jahre und können derzeit mit 63 und 6 Monaten ohne Abschlag in Rente gehen. Alle diese Menschen liegen im Regelfall heute über der Grundsicherung. Wie das in 15 bis 20 Jahren aussieht ist etwas anderes. Allerdings gibt es heute weniger aArbeitslose und somit auch mehr Menschen die Beiträge in die Rente einzahlen.

15.09.2018 01:48 Mensch 33

Hihi, sehr witzig. Die Grundsicherung wird aus Steuermitteln finanziert und diese offensichtlich versicherungsfremden Leistungen werden durch den Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung finanziert, also aus Steuermitteln. Merkt ja keiner, aber klingt so toll. Dadurch finanziert der Steuerzahler die Ausbeutung von Geringverdienern erst während der Arbeitsphase (Aufstocker) und dann noch im Rentenalter. Nennt sich Kapitalismus btw.

14.09.2018 23:51 wwdd 32

Die 2019 in Aussicht gestellten 170 € Krankenkassenbeitrag als freiwilliges Mitglied in der GKV, wird nun den vielen Kleinunternehmern (Jahresumsatz max. 17.500 €) verbunden mit einer Zwangsmitgliedschaft in der Rentenversicherung. Am Ende bleibt es beim Elend für die Selbstausbeuter.

14.09.2018 23:50 Sabrina 31

Seriös wäre es, die Rentenkürzungen seit 1996 zurück zu nehmen.
.
Heil geht es nur um das Werfen von Nebelkerzen.
Es soll nichts besser werden, sondern die Wähler davon abgehalten werden, zu anderen Parteien zu wechseln.
.
Man kann es auch anders formulieren: Diese Selbstüberhöher halten die Bevölkerung für blöd.

14.09.2018 23:48 Morchelchen 30

Man merkt - es ist was im Busche - die Versprechungen (oder Versprecher) von Politikern der Altparteien nehmen Fahrt auf...

14.09.2018 21:40 part 29

Hartz IV und die restliche Sozialgesetzgebung wurden eingeführt um in BRD dauerhaft Niedriglöhne zu etablieren. Ein Anpassung an die reale Inflationsrate oder erhöhte Strom- und Mietpreise, wie sie die Sozialverbände schon längst fordern würden den Grundsicherungsbeziehern Almosen vom gerade mal etwas über 400 € monatlich ersparen. Eine Anhebung des Schonvermögens, derzeit in Kostenhöhe eines Kiefernsarges, ist wohl nicht vorgesehen, die Leute werden weiterhin kalt enteignet. Die SPD war übrigens damals mit beteiligt an der Einführung von Unrecht per Gesetz, da helfen heute auch keine kleinen Makulaturen mehr.