Ankündigung Heil will Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten

In Deutschland gibt es nach Angaben von Bundesarbeitsminister Heil drei Millionen Selbstständige, die im Alter nicht abgesichert sind. Sie sollen künftig verpflichtet werden, für die Zeit der Rente vorzusorgen.

Selbstständige sollen künftig dazu verpflichtet werden, für das Alter vorzusorgen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kündigte dazu bis Ende des Jahres einen Gesetzesentwurf an.

Der SPD-Politiker sagte der "Rheinischen Post", es gebe rund drei Millionen Selbstständige in Deutschland, die im Alter nicht abgesichert seien. Auch sie sollten nach jahrelanger harter Arbeit genug zum Leben haben.

Heil zufolge sollen Selbstständige künftig etwa Mitglied in einem Versorgungswerk sein, ähnlich wie Ärzte und Anwälte. Sie könnten sich aber auch über die sogenannte Rürup-Rente absichern oder in die gesetzliche Rentenversicherung eintreten.

VdK gegen Wahlmöglichkeit

Der Sozialverband VdK begrüßte die Pläne grundsätzlich. Präsidentin Verena Bentele kritisierte aber zugleich die vorgesehene Wahlmöglichkeit für Selbstständige. Aus ihrer Sicht sollten alle Erwerbstätigen dazu verpflichtet werden, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Diese würde dadurch auf eine breitere Finanzierungsbasis gestellt.

Selbstständige Selbstständige üben ihren Beruf persönlich und eigenverantwortlich aus. Unterschieden wird in Freiberufler, die im allgemeinen kreative, künstlerische, erzieherische, heilberufliche oder wissenschaftliche Dienstleistungen erbringen sowie Gewerbetreibende.

Zu den Freiberuflern gehören selbstständige Mediziner, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Künstler, Musiker, Tänzer, Anwälte, Notare, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Journalisten, Fotografen, Dolmetscher, Informatiker u.a.. Gewerbetreibende sind in der Regel Handwerker und Einzel-/Kleinunternehmer.

Heil setzt auf Kompromiss bei Grundrente

Im Zusammenhang mit der Alterssicherung diskutiert die Bundesregierung derzeit auch über eine geplante Grundrente. Mit der Grundrente wollen Union und SPD Senioren mit kleinen Renten besser stellen, wenn sie mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen können.

Allerdings streiten die Regierungsparteien darüber, ob es eine Bedürftigkeitsprüfung geben soll oder nicht. Die Union ist für eine solche Prüfung, Heil ist dagegen. Der SPD-Politiker sieht aber gute Chancen für einen Kompromiss. Heil erklärte in der "Rheinischen Post", die Koalition werde eine Einigung bei der Grundrente zustande bringen. Er sei entschlossen, einen Beitrag dazu zu leisten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. April 2019, 10:39 Uhr

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60 Kommentare

08.04.2019 15:10 Wessi 60

@ 58/59 ....da sehr viele Selbstständige nicht so vernünftig sind wie Sie, sondern im Alter nur von den Steuern der anderen existieren können, ist Zwang notwendig.Ausserdem scheinen Sie die Heilschen Vorschläge nicht richtig verstanden zu haben: es sollen ALLE Altersversorgungswerke respektiert werden.Aber Freiheit bedeutet keinesfalls sich völlig vom Staat abzukoppeln, dann z.B. dürfte man hier auch nicht mehr kommentieren.

08.04.2019 11:16 Manni an Wo geht es hin? (58) 59

Bin selbst selbständig. Weiß wovon sie schreiben.

08.04.2019 06:59 Wo geht es hin? 58

@Manni: Sie haben mich offensichtlich nicht richtig verstanden. Für mich bedeutet "Freiheit", wenn ich auf keinen einzigen Cent von diesem Staat im Alter angewiesen bin. Also ich BRAUCHE diesen Staat mit seinen Almosen nicht. Ich zahle nichts bei denen für die Rente ein und will aber auch nichts von denen haben. Und an alle, die auf die Selbsständigen wettern, dass diese "nicht fleissig einzahlen": wer von den Nichtselbsständigen führt denn z. Bsp. auf seine eigene Arbeitskraft noch 19 % Mwst für JEDE Arbeitsstunde an`s Finanzamt ab? Und wenn selbstständig sein ach so toll ist: warum tun es die Kritiker denn dann nicht auch? Zu viel Risiko? Weil man bei einer Pleite mit seinem PRIVATVERMÖGEN haften könnte? Aha...

08.04.2019 05:14 Auf zum letzten Gefecht! 57

@53 #MDR

"dafür sind die Rentenbeiträge von der Steuer befreit."

und die Beiträge sind "nicht" von der Steuer befreit!

diese Beiträge kann man bei der Lohnsteuerrückzahlung mit angeben.

"Der MDR hat breit zu dem Thema berichtet."
gibt es einen Link zu dem Thema?

[Lieber Nutzer,

damit Sie sich zur Sache gründlich informieren können, haben wir einen Hintergrund zum Thema Besteuerung bei Rentenauszahlung vorbereitet.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/hintergrund-rente-steuer-steurpflichtige-rentner-100.html

Beste Grüße

Ihre MDR.de-Redaktion]

08.04.2019 05:12 Auf zum letzten Gefecht! 56

@53 #MDR

"dafür sind die Rentenbeiträge von der Steuer befreit."

das kann jeder schnell mal überschlagen ob der wievielten Rentenzahlung der Steuervorteil aufgebraucht ist.

Hatten sie das in ihrem Bericht mit angesprochen?

08.04.2019 00:59 Querdenker 55

Der „Agenda2010“ Partei SPD geht laut Umfragewerten der Hintern auf Grundeis. Darum mutmaßlich das steuerfinanzierte Wahlgeschenk der „Klientel-Grundrente“, um im Superwahljahr ein paar Prozente einzusammeln (siehe „Wahlrecht Sonntagsfrage“).

Die kleinen Selbständigen sollen indirekt das Wahlgeschenk der SPD finanzieren? Die SPD sollte dafür sorgen, dass es keine Beitragsbemessungsgrenze wie in der Schweiz gibt (siehe mein Beitrag 25).

Die SPD ist schon lange keine Volkspartei mehr, sonst würde sie die Altersarmut mit einer steuerfinanzierten „Volksrente“ bekämpfen. Andere Länder in Europa machen es vor, was eine menschenwürdige Rente im Alter ist (siehe mein Beitrag 36 und 33). In Deutschland werden im jahrelang SPD regierten Rheinland-Pfalz hingegen Rentner auf dem Campingplatz geschickt. siehe „fokus Jobcenter schickt Rentner auf Campingplatz Armutszeugnis für unser Land“

Die SPD ist Teil des Problems und nicht der Lösung.

07.04.2019 22:10 Auf zum letzten Gefecht! 54

@53 #MDR

"dafür sind die Rentenbeiträge von der Steuer befreit."

das kann jeder schnell mal überschlagen ob der wievielten Rentenzahlung der Steuervorteil aufgebraucht ist.

07.04.2019 21:18 Auf zum letzten Gefecht! 53

ich muss(!) nach 35 Jahren schwerer Arbeit (Dank an die SPD) meine Rente (ca 2.300 Euro) versteuern und die selbstständigen bekommen es hinterher geworfen in Form von Grundrente!

Ich habe die Befürchtung das die SPD den Plan vorher schon ausgeheckt hat!

Nie wieder SPD!

[Lieber Nutzer,

dafür sind die Rentenbeiträge von der Steuer befreit. Zudem gibt es eine lang ausgedehnte Übergangsphase. Der MDR hat breit zu dem Thema berichtet.

Die MDR.de-Redaktion]

07.04.2019 21:12 Auf zum letzten Gefecht! 52

"Sie könnten sich aber auch über die sogenannte Rürup-Rente absichern oder in die gesetzliche Rentenversicherung eintreten. "

wohlwissend, das die Rentenpunkte nicht reichen und sie die Grundrente bekommen.
;-)

Die Rentenkassen sind übervoll, die Schleusen sind geöffnet.

Ich glaube jetzt hat die SPD vollends die Realität verloren.

07.04.2019 21:09 Wessi 51

@ 47 Sorry, da bin ich durch die fakenews etwas vom Thema abgekommen. Ich denke, es ist höchste Zeit, daß Selbstständige zwingend so fürs Alter vorsorgen müssen, daß nicht der fleissig in die Rentenkasse einzahlende Bürger für den "Freiheitswunsch" dieser Leute über Steuern zur Kasse gebeten wird.So steht es im Koalitionsvertrag+Heil leistet, ebenso wie für das Prinzip der Grundrente, vorzügliche Arbeit,während andere versuchen, statt umsetzbare Vorschläge zu machen, Spendenbetrug zu vertuschen.Übrigens @ mdr: inwiefern sind @ 46+48 zum Thema gehörig?