Hintergrund So setzen sich die Kosten für einen Pflegeheimplatz zusammen

Für einen Platz in einem Pflegeheim zahlen Sachsen, Sachsen-Anhalter und Thüringer 1.400 bis 1.500 Euro. In einigen Bundesländern sind mehr als 2.000 Euro fällig. Die Kosten eines Heimplatzes setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen.

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor.
Die Kosten für einen Pflegeheimplatz setzen sich aus drei Teilen zusammen. Bildrechte: dpa

Pflegekosten - Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil

Einen Teil der Kosten für Pflege und Betreuung übernimmt die Krankenkasse. Je nach Pflegegrad zahlt sie eine feststehende Summe an das jeweilige Heim.

  Zuschuss der Pflegekasse
Pflegegrad 1 -
Pflegegrad 2 770 Euro
Pflegegrad 3 1.265 Euro
Pflegegrad 4 1.775 Euro
Pflegegrad 5 2.005 Euro

Da die Kosten für die Pflege in der Regel höher sind, zahlt jeder Heimbewohner einen Teil selbst. Dieser nennt sich einrichtungseinheitlicher Eigenanteil und ist unabhängig vom Pflegegrad für alle Bewohner eines Heims gleich. Deutliche Unterschiede gibt es jedoch von Einrichtung zu Einrichtung.  

Verpflegung und Unterkunft

Die Kosten für Mahlzeiten, Unterbringung, Zimmerreinigung muss der Pflegebedürftige selbst bezahlen. Bei Abwesenheit von mehr als drei Tagen, etwa bei einem Besuch der Familie, kann man einen Nachlass fordern.

Investitionen

Kosten für Umbau, Modernisierung oder Instandhaltung des Heims müssen von den Pflegebedürftigen aufgebracht werden. Dazu zählen auch eventuelle Mietzahlungen des Heims an den Hausbesitzer und die Neuanschaffung/Wartung technischer Anlagen wie etwa eines Lifts.

Hinzu kann noch eine Ausbildungsumlage kommen in Heimen, die selbst Pflegekräfte ausbilden. Laut Verbraucherzentrale sind das zwei bis drei Euro pro Tag. Außerdem können je nach Heim Zusatzkosten für Komfort-Leistungen anfallen.

Wenn Einkommen und Vermögen nicht reichen

Für die Eigenanteilkosten muss jeder Pflegebedürftige zunächst mit seinem eigenen Einkommen bzw. Vermögen aufkommen. Ausgenommen davon sind ein Schonvermögen von 5.000 Euro sowie ein monatlicher Barbetrag, der laut Sozialgesetzbuch SGB XII, §27b, 27 Prozent des Regelsatzes, also derzeit 116 Euro beträgt.

Sollten Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen nicht ausreichen, werden die Kinder herangezogen, seit diesem Jahr allerdings erst ab einem Jahres-Bruttoeinkommen von 100.000 Euro.

Bleiben immer noch Kosten übrig, springt das Sozialamt ein. Allerdings nur, wenn es die Heimkosten für angemessen hält.

Enkel sind zwar zum Unterhalt ihrer Großeltern verpflichtet. Ansprüche können aber nur direkt von den Großeltern oder einem Betreuer, aber nicht vom Sozialamt geltend gemacht werden. Enkel müssen also nicht für die Pflegekosten der Großeltern aufkommen.

Bei einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Celle zur Rückgabe von Geldgeschenken der Großmutter geht es hauptsächlich um die Schenkungen und nicht um die Enkel.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Februar 2020 | 06:00 Uhr