Eine Gutachterin vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), sieht sich die Wohnverhältnisse eines Pflegebedürftigen an.
Eine MDK-Gutachterin prüft die Pflegeverhältnisse eines Heimbewohners. Bildrechte: dpa

Hintergrund Fragen und Antworten zum Qualitätsbericht Pflege

Jedes Jahr werden in Deutschland tausende Pflegeeinrichtungen auf ihre Qualität und Versorgung geprüft. Doch wer genau prüft da was? Und was passiert, wenn Mängel festgestellt werden? Hier gibt es die Antworten.

Eine Gutachterin vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), sieht sich die Wohnverhältnisse eines Pflegebedürftigen an.
Eine MDK-Gutachterin prüft die Pflegeverhältnisse eines Heimbewohners. Bildrechte: dpa

Wer wird geprüft?

In Deutschland gibt es nach Angaben des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) aktuell rund 13.600 Pflegeheime und 13.300 ambulante Pflegedienste. Jedes dieser Heime und jeder Pflegedienst wird einmal jährlich geprüft. Rund 90 Prozent der Prüfungen nimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) vor, etwa zehn Prozent der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Wie läuft eine Prüfung ab?

In der Regel prüfen zwei Pflegefachkräfte mit Zusatzausbildung im Qualitätsmanagement eine Pflegeeinrichtung. Die Prüfung erfolgt bei Pflegeheimen unangemeldet, bei ambulanten Pflegediensten mit einem Tag Vorlauf. Eine Prüfung dauert ein bis zwei Tage.

Was wird geprüft?

Im Vordergrund steht die Einschätzung der Versorgungsqualität nach Kriterien in einem Prüfkatalog. Dazu wird stichprobenartig der Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen überprüft - Allgemeinzustand, Körperpflege, Ernährung. Auch die Planung der Pflege und ihre Dokumentation werden unter die Lupe genommen. Zudem wird geprüft, ob abgerechnete Leistungen auch erbracht wurden.

Was passiert, wenn Mängel festgestellt werden?

Entspricht eine Pflegeeinrichtung nicht den gesetzlichen Anforderungen, sprechen die Prüfer Empfehlungen zur Beseitigung der Mängel aus. Nach einer Frist wird bei einer wiederholten Prüfung geklärt, ob die Einrichtung die Verbesserungen umgesetzt und die Mängel beseitigt hat.

Bestehen die Mängel weiterhin, gibt es verschiedene Sanktionsmöglichkeiten. So kann etwa die Heimleitung zu Fortbildungen verpflichtet oder die Vergütung gekürzt werden. In schwerwiegenden Fällen kann der Versorgungsvertrag mit der Einrichtung gekündigt werden. Im Extremfall droht die Schließung.

Können Versicherte die Prüfergebnisse einsehen?

Auf der Grundlage der Prüfungen wird ein Transparenzbericht erstellt, in dem ein Teil der Ergebnisse in Form von Pflegenoten veröffentlicht wird. Dieser Bericht wird von den Landesverbänden der Pflegekassen veröffentlicht und ist unter anderem im Internet einsehbar, zum Beispiel hier und hier.

Wie können Betroffene und Angehörige einen guten Pflegedienst erkennen?

Betroffene und Angehörige können sich bei Ärzten oder Beratungsstellen informieren. Mit einem in Frage kommenden Pflegedienst sollte dann geklärt werden, welche Pflege der Betroffene braucht und sichergestellt werden, dass die pflegenden Mitarbeiter nicht zu häufig wechseln und qualifiziert sind. Zusätzlich geben die Pflegenoten einen Anhaltspunkt, die im oben genannten Transparenzbericht vergeben werden.

Wie viel verdient eine Pflegekraft?

Im Sommer 2017 hat das Bundeskabinett eine Anhebung des Mindestlohns für Pflegekräfte beschlossen. Der ursprüngliche Stundensatz von 10,20 Euro in Westdeutschland und 9,50 Euro in Ostdeutschland soll bis Anfang 2020 in mehreren Schritten auf 11,35 Euro in Westdeutschland und 10,85 in Ostdeutschland steigen. Seit 1. Januar 2018 bekommt eine Pflegekraft aus den alten Bundesländern einen Mindeststundenlohn von 10,55 Euro, die Kollegen aus den neuen Bundesländern 10,05 Euro.

Dieser Satz gilt allerdings nicht für private Arbeitgeber. Für Pflegekräfte in Privathaushalten gilt weiterhin der allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde.

Gibt es Lohngefälle in der Kranken- und Altenpflege?

Einer Studie im Auftrag des Portals lohnspiegel.de ergab folgende Lohngefälle:


  • zwischen Männern und Frauen: Die befragten Frauen verdienten im Pflegebereich im Schnitt zwölf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
  • zwischen befristet und unbefristet: Die befragten befristeten Beschäftigten verdienten im Schnitt 18 Prozent weniger als die unbefristeten.
  • zwischen Ost und West: In den neuen Bundesländern verdienten die befragten Pflegekräfte im Schnitt 19 Prozent weniger als in den alten.
  • zwischen tarifgebundener und nicht tarifgebundener Beschäftigung: Mit Tarifbindung war das Gehalt im Schnitt 24 Prozent höher als ohne.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Januar 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2018, 12:59 Uhr

Hintergründe zur Pflege