Hintergrund Zuverlässigkeit von Waffenbesitzern wird alle drei Jahre geprüft

Waffenbesitzer sollen alle drei Jahre überprüft werden, ob sie die dafür notwendige "Zuverlässigkeit und persönliche Eignung“ besitzen. Allerdings müssen sie dafür nicht unbedingt persönlich vorsprechen.

Ein Sportschütze zeigt eine Pistole und einen Revolver.
Waffenbesitzer sollen alle drei Jahre auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft werden. Bildrechte: dpa

Wenn jemand als Sportschütze oder Jäger scharfe Schusswaffen besitzt, wird alle drei Jahre geprüft, ob er die dafür notwendige "Zuverlässigkeit und persönliche Eignung" besitzt.

Ländern ist Prüfung überlassen

Dennoch muss nicht jeder Besitzer von meldepflichtigen Waffen alle drei Jahre persönlich vorsprechen, um etwa zu beweisen, dass er nicht inzwischen drogenabhängig oder psychisch erkrankt ist.

Denn es ist den einzelnen Bundesländern weitgehend selbst überlassen, wie sie die Zuverlässigkeit überprüfen. Im Normalfall wird lediglich bei anderen Behörden – vor allem bei der Polizei – nachgefragt.

Novelle des Waffenrechts einen Tag nach Hanau

Einen Tag nach der Bluttat von Hanau trat eine Novelle des Waffenrechts in Kraft. Mit der Überprüfung alle drei Jahre wird jetzt auch automatisch beim Verfassungsschutz nachgefragt, ob der Waffenbesitzer als Extremist aufgefallen ist. So soll für Extremisten der Zugang zu Waffen erschwert werden.

Alle fünf Jahre muss "Bedürfnis" nachgewiesen werden

Alle fünf Jahre müssen Waffenbesitzer zudem nachweisen, dass sie immer noch ein "Bedürfnis" haben, eine Waffe zu besitzen - also zum Beispiel auf die Jagd gehen oder als Sportschützen aktiv sind.

Für Sportschützen gibt es dabei eine Erleichterung. Sie müssen nach der zweiten Überprüfung nach zehn Jahren nur noch nachweisen, dass sie weiterhin Mitglied in einem Schießsportverein sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Februar 2020 | 17:00 Uhr