Neubaugebiet
Die Kosten für das Eigenheim steigen. Das schlägt sich in den Umsätzen der Immobilienbranche nieder. Bildrechte: IMAGO

Umsatz mit Immobilien verdoppelt Deutsche geben immer mehr Geld für Häuser und Grundstücke aus

Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen will, kann vorerst nicht auf sinkende Preise hoffen. Im Gegenteil: Die Preise für Immobilien in Deutschland steigen kontinuierlich. Inzwischen fließt doppelt so viel Geld in Immobilien wie noch vor zehn Jahren. Experten sehen kein Ende dieses Aufwärtstrends.

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Die Kosten für das Eigenheim steigen. Das schlägt sich in den Umsätzen der Immobilienbranche nieder. Bildrechte: IMAGO

Der Umsatz mit Immobilien hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Das ergab eine Hochrechnung amtlicher Gutachter. Demnach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr bis zu 270 Milliarden Euro für Häuser, Wohnungen und Grundstücke ausgegeben, zehn bis 15 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. 2009 waren es noch etwa 130 Milliarden Euro.

"Keine Hinweise auf Trendumkehr"

Der Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, Peter Ache, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt keine Hinweise auf eine Trendumkehr." Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Immobilienumsätze 2018 sogar noch die Summe von 300 Milliarden Euro überschritten. "Die Zinsen sind nach wie vor niedrig, die Zuwanderung in die Städte ist fast unverändert", erklärte Ache zu den Ursachen des Booms. Zudem bleibe in den Städten Bauland knapp.

Wie in den Vorjahren dürften 2018 laut der Hochrechnung etwa eine Million Objekte den Eigentümer gewechselt haben. Besonders in den Städten steigen die Preise. "Es drückt aber auch immer mehr ins städtische Umland hinein", sagte Ache. Je nachdem, wie gut die Bahn-Verbindung sei, nähmen Haus- und Wohnungskäufer lange Pendelwege in Kauf.

Große Schwankungen über Jahrzehnte

Der Gutachter warnte aber davor, angesichts des anhaltenden Booms leichtfertig eine Wohnung zu kaufen. "Man darf die Unsicherheit von Immobilienpreisen im langfristigen Vergleich nicht vernachlässigen", sagte Ache. Über die Jahrzehnte könne der Wert stark schwanken.

Der Arbeitskreis sammelt die Berichte der kommunalen Gutachterausschüsse. Darin fließen die Daten aus sämtlichen Kaufverträgen ein – anders als bei anderen Marktstudien, die auf Inseraten beruhen. Seinen nächsten bundesweiten Bericht legt der Arbeitskreis Ende dieses Jahres vor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. März 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2019, 13:36 Uhr

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19 Kommentare

10.03.2019 17:00 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 19

"Deutsche geben immer mehr Geld für Häuser und Grundstücke aus"

Liegt wohl daran, das ein kleines Klientel immer reicher wird und sein Geld unterbringen muß, während immer mehr Menschen in D, diesem reichen Land in dem alle gut und gerne leben, völlig verarmen. Aber uns ging es ja noch nie so gut wie heute.

Ansonsten wieder eine Jubelmeldung wie aus dem DDR-Fernsehen.

10.03.2019 16:31 Klaus 18

@ { 10.03.2019 10:50 Fragender Rentner => Das man bis zum Tilgungsende eine Finanzierung bekommt ist mir sehr neu ... }
Das nennt man dann "Volltilgerdarlehen".
Das gibt es und ist nur bei einer hohen Tilgungsrate zu empfehlen, da man sonst eine hohe Zinsrate hat.

10.03.2019 14:38 Klaus 17

Mit dem Häuserbauen habe ich keine Probleme.
Die Preise sind zwar gestiegen, aber dennoch ist die Finanzierung durch die niedrigen Zinsen deutlich günstiger.
Und wer Angst vor steigenden Zinsen hat, der sollte bedenken, dass die Mieten auf jeden Fall steigen werden.

10.03.2019 12:46 Wo geht es hin? 16

@Peter - Zitat von Ihnen: "Ich empfehle Ihnen sich zu informieren. Heute kann der Häuslebauer problemlos mit Niedrigzinsen eine Immobilie bis zum Tilgungsende durchfinanzieren. Ohne Zinsrisiko." Zitat Ende. Wenn nichts dazwischenkommt (Arbeitslosigleit, Krankheit, Scheidung - nur um mal ein paar Variablen zu benennen). Und dann komme ich mal zum Preis. Um die Jahrtausendwende hat man bei uns für ca. 350.000 DM (!) ein Haus samt Grundstück kaufen (bauen) können. Und Heute? Ca. 450.000 EURO + Kreditzinsen!! Und jetzt fangen Sie mal an zu rechnen...Also da darf nichts, aber auch gar nichts verquer laufen, wenn Sie die Hütte komplett abbezahlen wollen und sich dann auf`s Rentnerdasein freuen können. Und wenn es nicht klappt - na dann Hallelulia...Sie sehen, gaaanz so einfach ist es nicht!

10.03.2019 10:50 Fragender Rentner 15

@Peter zu 13

Zitat von Oben: Besonders in den Städten steigen die Preise. "Es drückt aber auch immer mehr ins städtische Umland hinein", sagte Ache. Je nachdem, wie gut die Bahn-Verbindung sei, nähmen Haus- und Wohnungskäufer lange Pendelwege in Kauf.

Hast das wohl übersehen, die steigen Preise für die Grundstücke und die stark gestiegenden Baupreise und wenn sie weiter weg wohnen die längere Zeit auf die An- und Abfahrten?

Da sind die 1.200,- € schnell verpufft.

Das man bis zum Tilgungsende eine Finanzierung bekommt ist mir sehr neu, es gibt nach der Zinsbindung nur eine Anschlußfinanzierung und dann sollte man mindesten 20% Eigenkapial besitzen, ansonsten kann es schnell schief gehen !!!

Es wird den Bauwilligen schnell so manches schön gerechnet nur um an sein Geld zu kommen, schau doch mal viele Bauruinen es gibt, weil auch noch gepfuscht wurde am Bau !!!

10.03.2019 10:38 Fragender Rentner 14

@Peter zu 13

Du hättest natürlich wenn du Zeit gestern Abend gehabt hättest das zdfinfo sehen sollen, da ging es auch um die "Reichen in Deutschland" es waren einige Berichte bis etwa 22:00 Uhr zu sehen.

Es war die Reportage und ich hatte auch erst nach 18:00 Uhr reingeschaut.

09.03.2019 20:23 Peter 13

Na ja, diejenigen, welche darüber klagen, dass ihr Vermögen mangels Zinsen nicht weiter wächst, verkennen, dass es auch Gewinner der Niedrigzinsen gibt. Ja, es sind die jungen Familien mit Kindern, welche ich den Traum vom eigenen Haus erfüllen können.
Alle, die ein Haus sein Eigen nennen kann, weiss, dass dies dies die beste Altersvorsorge ist.
@3: Ich empfehle Ihnen sich zu informieren. Heute kann der Häuslebauer problemlos mit Niedrigzinsen eine Immobilie bis zum Tilgungsende durchfinanzieren. Ohne Zinsrisiko.

09.03.2019 20:15 frank d 12

Doch ein Ende des Booms ist bereits in Sicht. Falls es sich noch nicht in die Redaktionsstuben des MDR herumgesprochen hat. Entlassungswellen stehen an. Die Moralschaffenden selber geben ja mit vollen Händen aus was nun wegfällt! Das wird spannend.
Die MDR schaffenden haben sich rege beteiligt am Bashing der Fleißigen. Jetzt löffelt die suppe auch aus

09.03.2019 18:22 Gerd Müller 11

Man muss das Pferd von hinten aufzäumen. Wer hat Millionen ins Land gelassen und weiter lässt?
Na, geht ein Licht auf?
Jetzt klagen über Mietsteigerung und Baupreissteigerung der soll sich bei Merkel bedanken. Ich verwette mein letztes Hemd, der Knall kommt und es wird fürchterlich werden.
So Hirnverbrannt wie die Politlemminge hinter Merkel stehen kann man nur noch den Kopf schütteln. Denkt den keiner an die Zukunft?
Deutschland ist überbevölkert!!!
60 Millionen reichen vollkommen, ein Land mit so kleiner Fläche verträgt nicht mehr. Wer will die alle ernähren, wenn die Rezession kommt?
Dann denkt jeder in Europa an sich selbst.
Was haben wir nur für Pfeifen in Berlin und Brüssel.
Hauptsache die Diäten stimmen.
Der Kapitalismus ist in der Endphase und frisst seine eigenen Kinder.
Mir tun die Kinder und Enkel leid, was die Regierung hinterlässt ist schlimmer als der 2. Weltkrieg.

09.03.2019 16:59 Fragender Rentner 10

Dann kann man auf einer anderem Seite hier auch über Rentensystem etwas lesen: Österreich, Schweiz und Niederlande
Drei Renten-Systeme in Europa im Vergleich

Meine solange für die Rentner/innen und das Rentensystem die Beamten und die Politiker verantwortlich sind wird sich leider nichts ändern !!! :-(((

Wer nichts in das Rentensystem einzahlt bedient sich leider nur daran und ist an keiner Änderung interessiert !!! :-(((