IS-Kämpfer in Syrien und dem Irak Schicksal hunderter deutscher Islamisten unklar

Jahrelang schlossen sich Islamisten aus Europa dem IS an – auch über 1.000 aus Deutschland. Laut den Sicherheitsbehörden ist das Schicksal von vielen deutschen IS-Kämpfern aber noch immer unklar.

IS-Kämpfer in Syrien im Oktober 2017 ISIS
IS-Kämpfer in Syrien im Oktober 2017. Auch hunderte Islamisten aus Deutschland schlossen sich dem IS an. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Das Schicksal hunderter deutscher Islamisten in Syrien und dem Irak ist den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Das teilte das Bundesinnenministerium (BMI) mit. Demnach liegen den deutschen Sicherheitsbehörden Erkenntnisse zu mehr als 1.050 Islamisten aus Deutschland vor, die in den vergangenen Jahren in Richtung Syrien und Irak gereist sind.

Dort hatte der IS jahrelang ein großes Territorium unter seiner Kontrolle. Zwischenzeitlich beherrschten die Radikalislamisten sogar die irakische Millionenstadt Mossul, auch in Syrien kontrollierten sie weite Landstriche. Zehntausende ausländische Kämpfer schlossen sich dem IS an, darunter auch viele Islamisten aus Europa.

Schicksal hunderter Islamisten unbekannt

Laut BMI liegen zu etwa der Hälfte der mehr als 1.050 ausgereisten Menschen konkrete Anhaltspunkte vor, "dass sie auf Seiten des Islamischen Staates und der al-Qaida oder denen nahestehenden Gruppierungen sowie anderer terroristischer Gruppierungen an Kampfhandlungen teilnehmen bzw. teilgenommen haben oder diese in sonstiger Weise unterstützen bzw. unterstützt haben." Inzwischen brächen keine Islamisten mehr in die Region auf. Dies sei auch nur noch in Einzelfällen zu erwarten.

Wie es aus dem BMI heißt, befinden sich rund ein Drittel der über 1.000 Islamisten inzwischen wieder in Deutschland, zu mehr als 220 Personen lägen Hinweise vor, dass sie in Syrien oder dem Irak ums Leben gekommen sind.

Zudem will nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden eine Personenzahl "im unteren dreistelligen Bereich" Syrien oder den Irak verlassen, die meisten wollen zurück in die Bundesrepublik kommen. Ende September befanden sich demnach "120 aus Deutschland ausgereiste Islamisten (Deutsche und Nichtdeutsche) in Syrien (111) und dem Irak (9) in Haft", darunter waren 40 Männer.

Unklar bleibt, was mit den anderen hunderten Islamisten aus Deutschland passiert ist – ob sie sich noch im Nahen Osten aufhalten oder eventuell ums Leben gekommen sind.

Schwierige juristische Aufarbeitung

Die Zahlen des Innenministeriums zeigen auch, wie schwierig eine juristische Aufarbeitung ist. Denn zu einem Teil der ausgereisten Menschen liegen "bislang keine hinreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für die Einleitung von Ermittlungsverfahren durch die zuständigen Justizbehörden vor", räumt das BMI ein.

Bisher seien eine Personenzahl "im mittleren zweistelligen Bereich" nach der Rückkehr aus Syrien beziehungsweise dem Irak verurteilt worden. Viele Rückkehrer stünden "unverändert im Fokus polizeilicher und justizieller Ermittlungen".  Die Sicherheitsbehörden haben laut BMI bei 110 der Rückkehrer Erkenntnisse, dass sie an Kämpfen teilgenommen haben oder zumindest dafür ausgebildet wurden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 11:24 Uhr

20 Kommentare

aus Elbflorenz vor 20 Wochen

Die Religionsfreiheit gilt nicht unbeschränkt und ist kein Vehikel zur Außerkraftsetzung des Grundgesetzes.
Unsere Vorfahren wussten schon, warum sie die Heilige Liga errichteten.

H.E. vor 20 Wochen

Sie sind doch völlig freiwillig gegangen, kein Mensch hat sie dazu gezwungen in den Dschihad zu ziehen. Nun wollen sie auf Kosten des deutschen Steuerzahlers wieder zurück. Das hätten sie sich vorher überlegen sollen, was sie tun. Außerdem gehört der Islam absolut nicht zu Deutschland, auch wenn Merkel und schon früher Wulff solche Aussagen vorbrachten.

nasowasaberauch vor 20 Wochen

Da bin ich ganz bei SZ Rentner. Dort aburteilen wo die Taten begangen worden und das Strafmaß bitte landestypisch mit Verbüßung am Ort. Die ganzen Gotteskrieger und ihr Anhang spekulieren jetzt auf die deutsche Kuscheljustiz bzw. den Urlaub hinter Gittern.