Bilanz Bundesregierung legt Jahresbericht zur Deutschen Einheit vor

Auch 30 Jahre nach der Deutschen Einheit hinken die ostdeutschen Bundesländer wirtschaftlich hinterher. Der neue Einheitsreport verweist aber auch auf politische Defizite.

Einheits-T-Shirt - Berliner feiern in der Nacht die Wiedervereinigung vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
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Die Bundesregierung hat am Mittwoch den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit vorgelegt. Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es demnach noch große wirtschaftliche und politische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

Strukturelle Mängel bremsen Aufholprozess

Die Wirtschaftsdaten im Osten sind dem Bericht zufolge "gut, aber noch nicht gut genug". Es mangele dort an Konzernzentralen und großen mittelständischen Unternehmen.

"Auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer hat noch kein Flächenland der neuen Bundesländer das Niveau des westdeutschen Landes mit der niedrigsten Wirtschaftskraft erreicht", heißt es in dem 280 Seiten starken Bericht. Inklusive Berlin habe die durchschnittliche Wirtschaftskraft der neuen Länder 2019 bei 79,1 Prozent des gesamtdeutschen Durchschnitts gelegen.

Mehr Rechtsextremismus im Osten

Weiterhin verweist der Jahresbericht auf anhaltende Unterschiede im Demokratieverständnis und bei der Verbreitung rechtsextremistischer Orientierungen. "Man muss leider sagen, dass der Rechtsextremismus in den neuen Ländern im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung mehr Anhänger findet, als das in den alten Ländern der Fall ist", sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 16. September 2020 | 10:55 Uhr