Ein Blister mit Jodtabletten.
Jodtabletten sollen im Ernstfall vor Schilddrüsenkrebs schützen. Bildrechte: dpa

Schutz bei atomarem Unfall Deutschland bestellt 190 Millionen Jodtabletten

Acht Jahre ist die Atomkatastrophe von Fukushima her – und hat noch immer Auswirkungen auch auf Deutschland. Das Bundesamt für Strahlenschutz bestellte nun 190 Millionen Jodtabletten, um diese bei einem Reaktorunfall an die Bevölkerung verteilen zu können.

Ein Blister mit Jodtabletten.
Jodtabletten sollen im Ernstfall vor Schilddrüsenkrebs schützen. Bildrechte: dpa

Das Bundesamt für Strahlenschutz stockt seinen Vorrat an Jodtabletten auf. Wie das Amt dem WDR bestätigte, wurden insgesamt 190 Millionen Tabletten bei einer österreichischen Pharmafirma bestellt – das sei fast das Vierfache des aktuellen Bestandes.

Die Bestellung basiert laut dem Bericht auf den Empfehlungen einer Strahlenschutzkommission nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima. Auf Grundlage des Berichts wurden die jeweiligen Notfallzonen rund um Atomkraftwerke deutlich vergrößert.

Jodtabletten Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk kann radioaktives Jod freigesetzt werden. In diesem Fall muss die Bevölkerung mit hochdosierten Kaliumiodid-Tabletten versorgt werden. Sie verhindern, dass sich freigesetztes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert und etwa zu Krebs führt.

Zwar will Deutschland 2022 komplett aus der Stromversorgung durch Atomkraftwerke aussteigen, allerdings stehen in den Nachbarländern einige Atomkraftwerke, die in der Vergangenheit wegen angeblicher Risiken für Aufsehen gesorgt hatten – darunter etwa das Atomkraftwerk Temelin in Tschechien oder das französische Kraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Baden-Württemberg. Auch im belgischen Reaktor Tihange gab es Pannen – deshalb wurden im nahen Aachen bereits Jodtabletten verteilt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. August 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 17:23 Uhr

17 Kommentare

kennemich vor 3 Wochen

Was das wieder für Geld kostet und wieso bei den angeblich so sicheren AKWs des Westens?

Haben die auch eien Mindesthaltbarkeitsdauer?

Wenn ja, was geschied mit den Dingern wenn es überschritten wurde?

CDU voters vor 3 Wochen

Meist wird "Sapere Aude" in der Interpretation Immanuel Kants zitiert, hier ständig von hysterischen Regierungskritikern missbraucht um zu verschweigen, dass es uns Deutschen niemals in unserer langen Geschichte jemals besserging und wir länger im Frieden lebten .

CDU voters vor 3 Wochen

Europäischer Gerichtshof: Wer den "Gefällt mir"-Button einbindet, muss Besucher rechtzeitig darüber aufklären. Mir fehlt Daumen runter 👎 wenn etwas nicht gefällt das die Erhebung und Übermittlung persönlicher Daten an Facebook gehen.

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