Demonstration auf dem Nikolaikirchhof in leipzig
Bis zu 100.000 Menschen gingen am 9. Oktober 1989 auf die Straße. Bildrechte: MDR/WDR/Christa Köfer

Bürgerrechtler Forderung: 30. Mauerfall-Jubiläum schon am 9. Oktober

Der 9. Oktober gilt als Beginn der Friedlichen Revolution. An diesem Tag gingen vor bald 30 Jahren, 1989, an die 100.000 Menschen in Leipzig auf die Straße. Bürgerrechtler fordern deswegen, die Feierlichkeiten zum 30. Jubiläum des Mauerfalls, der nur einen Monat später folgte, bereits am 9. Oktober beginnen zu lassen.

Demonstration auf dem Nikolaikirchhof in leipzig
Bis zu 100.000 Menschen gingen am 9. Oktober 1989 auf die Straße. Bildrechte: MDR/WDR/Christa Köfer

Mehr als 50 Bürgerrechtler haben in einem offenen Brief gefordert, die Feierlichkeiten des 30. Jubiläums des Mauerfalls bereits am 9. Oktober beginnen zu lassen. Das Schreiben richtet sich an die 22-köpfige Kommission "30 Jahre Friedliche Revolution und deutsche Einheit", die Anfang April vom Bundeskabinett berufen wurde.

9. Oktober war der Auftakt der Friedlichen Revolution

Zur Begründung der Forderung heißt es, dieses Datum markiere den Beginn der Friedlichen Revolution. Damals waren in Leipzig zwischen 70.000 und 100.000 Menschen auf die Straße gegangen um gewaltfrei gegen das DDR-Regime zu demonstrieren. Nur einen Monat später fiel die Berliner Mauer.

Es war der Tag der Entscheidung. Er steht symbolisch für die Kraft und Stärke der Frauen und Männer in Ostdeutschland. Sie haben an diesem Tag ihre Angst überwunden, sind zu Tausenden auf die Straßen gegangen und haben sich selbst befreit.

offener Brief zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution

Ostdeutsche würdigen und Demokratie fördern

Die Unterzeichner des Briefes betonen, dass eine Fokussierung auf den 9. Oktober das Engagement dieser Menschen würdige. Überdies fördere es auch die Demokratie in den ostdeutschen Bundesländern.

Denn mit der Anerkennung dessen, was ostdeutsche Frauen und Männer in der Friedlichen Revolution und im anschließenden Transformationsprozess bis heute leisten und einbringen, wird die Zivilgesellschaft im Osten Deutschlands weiter gestärkt.

offener Brief zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution

Im Brief wird außerdem vorgeschlagen, bis zum 3. Oktober 2020 ostdeutsche Initiativen auszuzeichnen, die sie um demokratische und wirtschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland verdient machen. "Damit stärkt das Erinnern an die Friedliche Revolution auch heute die Demokratie in unserem Land."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Mai 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2019, 18:12 Uhr

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36 Kommentare

02.06.2019 14:42 Thore 36

@Jan #34
Doch.....ich erkenne einen Nutzen.....wir lebten verdammt sicher !

02.06.2019 13:49 Willy 35

J A N , ei, ei und welchen nutzen haben wir jetzt in D. bei alle den Mistständen, die es Tagtäglich gibt weißt du das zufällig ? mache für dich mal eine Aufarbeitung zwischen der damaligen DDR und der heute BRD , mit positiv und negativ, vieleicht würst du dann etwas klüger?

02.06.2019 07:47 Jan 34

Die DDR ist weg und das ist gut. Dieser Gruselstaat mit Guck &Horch, ABV und wie der ganze Quatsch hieß hatte keinerlei nutzen für die Gesellschaft.

01.06.2019 18:25 Frank Feiertag 33

Die Friedliche Revolution war nicht friedlich.

01.06.2019 17:07 Mustermann 32

@Hans: erst im September/Oktober 1989 gab es in Leipzig Demos? Von wegen - in Leipzig haben die jedes Jahr bis 1989 am 1. Mai und 7. Oktober den Mauerfall geübt...und das nicht nur mit ein paar Tausend Teilnehmern...

01.06.2019 17:02 Bernd1951 31

@20 Hans
Hallo Hans,
bleib bitte entspannt. Niemand will den Leipzigern oder anderen etwas wegnehmen. Mich stört nur etwas diese ständige Fixierung der Mssenmedien auf den 09.10.1989 in Leipzig. Es ging damals nur deshalb, weil alle zusammen jeder an seinem Ort mutig waren und alles getan haben um den Worten "Keine Gewalt" Bedeutung zu verleihen.
Wir fällt zu dem Thema immer wieder der Satz
"Wir müssen auch damit leben, dass sich jene zu Richtern über uns aufschwingen, die gar nicht dabei waren"
ein.
Er stammt von Roland Wötzel, der zu den "Leipziger Sechs" vom 09.10.1989 gehörte. Er war wie 2 andere der "Leipziger Sechs" Sekretär der SED Bezirksleitung und Mitverfasser dieses Aufrufs.
Und dieser Satz gilt nicht nur in Bezug auf den Herbst 1989, sondern auch noch heute.

01.06.2019 16:28 Dh 30

Ist es nicht völlig egal, wo die erste Demo war? Wen interessiert das noch heute und warum? Welche wirklichen Probleme es im Lande gibt und wie das viele Foristen sehen, kann man hier ja bestens nachlesen. Wenn diese sogenannten "Bürgerrechtler" etwas sinnvolles tun wollen, sollten sie sich lieber gegen die Benachteiligung der Bürger im Osten einsetzen. Wieso wird das unsägliche Treiben der Treuhand unter den Teppich gekehrt? Welche Rolle spielte die Politik? Was geschah mit dem Geld aus dem verscherbelten Volkseigentum? Wer bereicherte sich, mit wessen Unterstützung? Apropos, soweit ich mich erinnere waren die "Bürgerrechtler" Personen, die mit den Zuständen des Staates unzufrieden waren und sich auflehnten. Wenn ich mich hier so im Forum umsehe und auch die Kommentare bei anderen Publikationen lese, muss die Zahl der Bürgerrechter in Deutschland wieder arg angestiegen sein.

01.06.2019 15:46 Fragender Rentner 29

Was soll das nur, dreht hier schon jeder das Datum wie er/sie will ???????????

Wie hatte Pippi gesungen ?

War in Plauen nicht schon vor dem 09.10.1989 eine Demo?

01.06.2019 14:39 Sonja 28

besser die Mauer wäre noch da ,da hätten wir im Osten die gesamten grauenvolle Probleme nicht und könnten in Ruhe, Sicherheit, Anstand, Ordnung gutes Bildungsdwesen noch leben, nunmehr mit alldem nicht mehr.

01.06.2019 08:48 Dh 27

Was sind eigentlich "Bürgerrechtler" für eine Spezies? Ich kenne jeden momentan keine Personen, auf die ein solches Prädikat zu treffen würde. Gerade in der heutigen Zeit wäre wichtig,, wenn sich Menschen für die Rechte der Bürger einsetzen würden. Ich sehe aber nur Phrasomaten, die sich selbst beweihräuchern und die Spaltung der Gesellschaft weiter vorran treiben.