Bundeskongress der SPD-Jugend Kevin Kühnert verabschiedet sich als Juso-Chef

Juso-Chef Kevin Kühnert hat der SPD-Jugendorganisation ein Gesicht gegeben und sie zum Machtfaktor in der Partei gemacht. Jetzt hört er auf, für eine Karriere im Bundestag. Seinem Verband gibt er einen Rat mit.

Mit einer emotionalen Rede hat sich SPD-Vize Kevin Kühnert aus dem Amt des Juso-Chefs verabschiedet. Unter Tränen sagte er beim digitalen Bundeskongress der SPD-Nachwuchsorganisation, es habe ihm "bombastischen Spaß" gemacht.

Kämpft weiter auf linkem Kurs!

Seinen Verband forderte er auf, am linken Kurs festzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Gerade in der Corona-Krise zeige sich, dass sich viele der Jahre alten Juso-Forderungen umsetzen ließen: die Aussetzung der Schuldenbremse, hohe staatliche Investitionen, Jobgarantien durch ein ausgeweitetes Kurzarbeitergeld, mehr Schulbusse am Morgen. "Warum soll das eigentlich nur in Krisenzeiten möglich sein?", fragte Kühnert.

Ideen der Jusos als Stimmungsbarometer

Viele Menschen müssten jetzt zähneknirschend eingestehen, dass die angeblich utopischen Ideen der Jusos gar nicht so abwegig seien. Kühnert bekräftigte in diesem Zusammenhang die Forderung nach höheren Steuern für Vermögende.

Mehr auf Jusos zu hören, heißt häufig auch früher zu merken, wo brenzlige politische Debatten anstehen.

Juso-Chef Kevin Kühnert in seiner Abschiedsrede

Der 31-Jährige tritt nach drei Jahren vorzeitig als Juso-Chef zurück, weil er im kommenden Jahr in den Bundestag einziehen will.

Neue Juso-Spitze steht im Januar 2021

Die Jusos wollten am Samstag die Briefwahl zur Nachfolge Kühnerts anstoßen. Einzige Kandidatin ist die frühere nordrhein-westfälische Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal. Das Ergebnis der Abstimmung soll am 8. Januar bekanntgegeben werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. November 2020 | 13:30 Uhr