Eine Pflegerin unterhält sich mit einer älteren Dame in deren Zimmer in einem Seniorenpflegeheim.
Mit der Reform der Pflegeausbildung soll es für Pflegekräfte einfacher werden, ihren Fachbereich zu wechseln. Bildrechte: dpa

Kabinettsbeschluss Ausbildung in Pflegeberufen wird reformiert

Ab 2020 sollen Auszubildende aller Pflegeberufe ihre ersten beiden Ausbildungsjahre gemeinsam bestreiten, sich erst im dritten Jahr auf Alten- oder Krankenpflege spezialisieren.

Eine Pflegerin unterhält sich mit einer älteren Dame in deren Zimmer in einem Seniorenpflegeheim.
Mit der Reform der Pflegeausbildung soll es für Pflegekräfte einfacher werden, ihren Fachbereich zu wechseln. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung hat eine neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Auszubildende in der Pflege beschlossen. Von 2020 an sollen sie mindestens zwei Jahre lang gemeinsam ausgebildet werden und sich erst im dritten Jahr auf Kinderkrankenpflege oder Altenpflege spezialisieren können beziehungsweise die normale Ausbildung bis zum Abschluss fortsetzen. Bisher verlaufen die Ausbildungen getrennt.

Mit der Reform soll die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werden, es soll künftig bessere Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeiten geben. Schulgeld, das zu Teil noch erhoben wird, wird abgeschafft. Stattdessen soll eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden.

Vergütung und europaweite Anerkennung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte nach der Kabinettsitzung, junge Menschen, die sich für den Pflegeberuf entscheiden würden, "sollen dafür Geld bekommen und nicht auch noch Geld bezahlen". Laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey wird der künftige Pflegeabschluss zudem europaweit anerkannt sein.

Die Reform der Pflegeberufe war schon in der vergangenen Legislaturperiode verabschiedet worden. Mit der Verordnung wird nun die Umsetzung eingeleitet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2018 | 12:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 13:59 Uhr

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5 Kommentare

13.06.2018 21:44 real_silver 5

Seitdem dieser Vorschlag damals gebracht wurde, stellte ich dutzenden Pflegekräften - ambulant und stationär, leitend und angestellt - die selbe Frage: Halten Sie diese Zusammenlegung der Ausbildung für sinnvoll? Ist das der richtige Weg, diesen Beruf für junge Leute wieder attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel in dem Bereich vorzubeugen? Die Antworten - ohne Ausnahme: Nein, völliger Quatsch. Und dieser Meinung bin ich auch. Man könnte an der miesen Bezahlung schrauben - macht man aber nicht, obwohl genau das wohl eines der Hauptprobleme ist. Sollen die Schüler ernsthaft in nur einem Jahr die nötigen fachspezifischen Kenntnisse erlangen UND in genügend Praktika Berufserfahrung sammeln? Das sorgt für alles mögliche, nur nicht für mehr Qualität - so können die Schüler am Ende von allem ein bisschen was, aber nix richtig - vielleicht führt man ja ebenso wie beim Physiotherapeuten auch extrem teure Weiterbildungen ein, die dann im Nachhinein die nötigen Kentnisse vermitteln?

13.06.2018 17:16 RZille 4

Schade, das Jens Spahn sich zwar lautstark mit fast allen Themen befasst, dafür aber nur kaum mit seinem eigentlichen Gebiet als Gesundheitsminister.
Was er aktuell mit der Reform vorlegt, ist ein schlechter Witz. Die riesigen Probleme in der Pflege und die mangelnde Attraktivität des Ausbildungsberufs kommen wohl kaum daher, das Kinder- und Altenpfleger sich zu früh auf ein Gebiet festlegen müssen. Unattraktiv ist der Beruf in der Praxis deshalb, weil man sich dort für einen miesen Lohn im wahrsten Sinne des Wortes kaputt macht. Dem Profitstreben geschuldete chronische Unterbesetzung, Überstunden und die häufig schlichte Unmöglichkeit dem pflegebedürftigen Menschen gerecht zu werden, sind die Probleme. Da hilft aber keine Kosmetik, sondern man muss grundsätzlich etwas ändern. An dem System, das aus der Unterbringung und Versorgung kranker und alter Menschen Profit generieren möchte/muss, etwas zu ändern; daran hat Herr Spahn kein Interesse.

13.06.2018 17:03 Klartext 3

Ich hoffe sehr das diese Ausbildung bald in vernünftigen Bahnen läuft . Bis jetzt zahlen die Angehörigen von Pflegebedürftigen für die Ausbildung der Pflegekräfte.Das wär fast so, daß bei einem Autokauf die Kosten für die Lehrlingsausbildung auf den Autopreis aufgeschlagen werden !

13.06.2018 16:56 Querdenker 2

Zitat: „Schulgeld, das zu Teil noch erhoben wird, wird abgeschafft. Stattdessen soll eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden.“

Jahrelanges Staatsversagen dieser Regierung! Wie viele Menschen haben sich dadurch gegen den Beruf entschieden oder ihn gar nicht erst in Betracht gezogen.

Was ist mit den anderen Bereichen? Erzieher und Sozialassistent zum Beispiel.

Diese jahrelange Stümperei dieser Regierung ist schlimm. Und das auf Kosten von Kranken und Kindern!

13.06.2018 15:44 SPD-Rentenkürzungen für Zeitungszusteller 1

ab 2020?

wir haben Frühjahr 2018 wenn ich das mal bemerken darf!

wenn die sich in Berlin noch mehr Geld in die Taschen stecken können geht das mal fix während der Fußball WM, aber wehe es soll mal jemand tätig werden.

Pfui Pfui Pfui