Deutsche Bischofskonferenz Kirche zahlt bis zu 50.000 Euro an Missbrauchsopfer

Missbrauchsopfer von katholischen Priestern sollen einheitlich entschädigt werden. Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss Zahlungen von bis zu 50.000 Euro. Ein unabhängiges Gremium soll je nach Fall entscheiden. Die Opfer sind skeptisch, sie kritisieren das geplante Verfahren und fordern deutlich mehr Geld.

Im Gegenlicht und vor wolkenverhangenem Himmel ist eine Kirchturmspitze mit Kreuz zu sehen.
Kindesmissbrauch ist seit vielen Jahren ein großes Problem in der katholischen Kirche. Bildrechte: dpa

Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland sollen auf Antrag Ausgleichszahlungen von bis zu 50.000 Euro erhalten.

Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda mitteilte, geht es um ein einheitliches System in allen 27 Diözesen, mit einer Orientierung an gerichtlich festgelegten Schmerzensgeldern.

Vorsitzender Georg Bätzing kündigte ab kommendem Jahr Einmalzahlungen an, die für jeden Betroffenen individuell bestimmt würden. Zusätzlich könnten Betroffene Kosten für Therapie- oder Paarberatung erstattet bekommen.

Unabhängiges Gremium soll entscheiden

Bischof Georg Bätzing
Bischof von Limburg und Vorsitzender der Bischofskonferenz, Georg Bätzing Bildrechte: dpa

Die Leistungen sollen durch ein unabhängig besetztes Gremium festgelegt werden. Das soll mit sieben Frauen und Männern der Fachbereiche Medizin, Recht, Psychologie und Pädagogik besetzt werden, die außerhalb der Kirche stehen. Sie sollen von einem Ausschuss mit mehrheitlich nichtkirchlichen Vertretern bestimmt werden.  

Das Gremium soll zudem die Auszahlung der ermittelten Summen anweisen, um Verfahren zu beschleunigen. Das hatten viele Betroffene gefordert.

Skepsis bei den Opfern

Von der Opferinitiative "Eckiger Tisch" hieß es, man habe "Angst" vor dem, was sich Experten der katholischen Kirche ausgedacht hätten, ohne die Betroffenen einzubeziehen. Angemessen wären Zahlungen in sechsstelliger Höhe, zumal viele Betroffene berufsunfähig seien.

Sprecher Matthias Katsch kritisierte zudem die Verfahren, denen sich die Opfer unterziehen sollen, um Geld zu erhalten. Es sei eine "tiefe Retraumatisierung" zu befürchten.

Eine vor zwei Jahren von der Bischofskonferenz vorgestellte Studie hatte ergeben, dass zwischen 1946 und 2014 mindestens 1.670 katholische Kleriker insgesamt 3.677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben sollen. Das gilt aber nur als die Spitze des Eisbergs.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2020 | 15:30 Uhr

2 Kommentare

Norbert 56 NRW vor 4 Wochen

Soviel kann man gar nicht essen, wie man davon ko.... könnte. Diese pädophilen Pharisäer sind einfach nur widerlich. Ich weiss schon warum ich schon seit fast 40 Jahren keiner Konfession mehr angehöre...

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 4 Wochen

jetzt gehts wohl los, die wollen sich mit 50.000 Euro freikaufen?

Und die weltlichen Gerichte schauen diesem treiben wortlos zu.

Pfui!