30 Jahre nach Mauerfall Kaum Führungskräfte in Bundeswehr aus dem Osten

Das Missverhältnis ist noch größer als in den Bundesministerien: In den deutschen Streitkräften gibt es kaum Generale aus Ostbundesländern. Drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall sind die Top-Jobs bei der Bundeswehr fest in westdeutscher Hand.

Generale bei einer Kommandeur-Tagung der Bundeswehr
Generale bei einer Kommandeur-Tagung der Bundeswehr (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Spitzenposten der deutschen Streitkräfte sind überwiegend mit Westdeutschen besetzt. Wie das Verteidigungministerium auf Anfrage der Linken mitteilte, sind aktuell 213 Bundeswehr-Generale in West-Bundesländern geboren, nur zwei im Osten. Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn hatte die Daten angefordert.

Im Verteidigungsministerium sind demnach zehn von 181 Referatsleitern gebürtige Ostdeutsche. Das entspricht 5,5 Prozent, bei einem Anteil von rund 17 Prozent an der Gesamtbevölkerung.

Höhn: Inakzeptables Missverhältnis 

Auf Anfrage Höhns waren im Oktober bereits die Zahlen für die Leitungsebenen aller Bundesministerien bekannt geworden. Demnach sind von 1.750 Referatsleitern in den Bundesministerien und im Kanzleramt nur 217 in Ostdeutschland geboren. Das entspricht gut zwölf Prozent.

Höhn kritisierte, seit Jahren sei keine Änderung in Sicht. Die Führung der Bundeswehr liegt in westdeutschen Händen. Für dieses inakzeptable Missverhältnis sei allein die Bundesregierung verantwortlich. Dass sie bei diesen Zuständen von einer Armee der Einheit spreche, klinge schon fast wie Spott.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Oktober 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2019, 07:17 Uhr

12 Kommentare

ElBuffo vor 12 Wochen

Bei den sog. MINT-Fächern war die Nachfrage wohl auch schon damals nicht so dolle. Zumal da anders als etwa beim Diplom-Gesellschaftswissenschaftler, der nun wirklich jeder mit ausreichend festem Klassenstandpunkt werden konnte, eben echtes Wissen und Können Voraussetzung war. Und natürlich schadeten Beziehungen in der DDR auch nur dem, der keine hatte.

ElBuffo vor 12 Wochen

Na vor allem hatten sie erstmal eine Klassenstandpunkt ;o) Wie eindeutig super die Ausbildung dann war, wird man nicht erfahren. Erstmal wäre eine eindeutig super Kehrtwende notwendig gewesen.

pkeszler vor 12 Wochen

@kennemich:
Sie ist in Hamburg geboren. Das weiß ich, steht aber nicht im Widerspruch zu meinem Beitrag, denn so unwissend bin ich nicht!
Und die zweite Frage können dir nur die DDR-Oberen beantworten. Das ist auch für mich ein Rätsel.