Syrische Flüchtlinge
Syrische Flüchtlinge in Deutschland Bildrechte: dpa

Innenministerium Keine Flüchtlingsprognose 2018

Auch für 2018 wird es keine neue Prognose zur künftigen Migrationsbewegungen geben. Angesichts Tausender ungenutzter Plätze in den Flüchtlingsunterkünften hatte unter anderem der Thüringer Migrationsminister Dieter Lauinger kritisiert, dass so keine langfristigen Entscheidungen zur weiteren Nutzung der Unterkünfte getroffen werden könnten. Die bisher letzte Vorhersage der Bundesregierung gab es 2015.

von Matthias Reiche, Hauptstadtkorrespondent MDR AKTUELL

Syrische Flüchtlinge
Syrische Flüchtlinge in Deutschland Bildrechte: dpa

Wie sich die Zuwanderung nach Deutschland und Europa im laufenden Jahr entwickelt, ist von vielen Faktoren abhängig, die sich nicht zuverlässig berechnen lassen. Das ist die Einschätzung einer Sprecherin des Bundesinnenministeriums gegenüber MDR AKTUELL. So lasse sich das weitere Geschehen in Syrien, dem Irak und Afghanistan ebenso wenig vorhersehen wie die künftige Entwicklung entlang der afrikanischen Migrationsrouten in Richtung Mittelmeer. Auch die weitere Entwicklung in der Türkei und gerade im Iran könnten Auswirkungen auf das Migrationsgeschehen haben.

Gleichung mit vielen Unbekannten

Insgesamt gebe es in der Flüchtlingsproblematik weiter zu viele Unbekannte. Jede Annahme über Zuwanderungszahlen stünde deshalb immer auf einer unsicheren Grundlage und eigne sich nicht als zuverlässige Planungsgröße für langfristige Entscheidungen über Aufnahmekapazitäten. Die Prognosen bleiben einfach zu unsicher für konkrete Planungen, wie es im Bundesinnenministerium von Thomas de Maiziére heißt.

Was wird aus dem Familiennachzug?

Im Zeitraum von Januar bis November 2017 haben insgesamt 201.000 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Vor allem aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea. Dies bedeutet einen Rückgang von 71,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Auch sind deutlich weniger Angehörige im vergangenen Jahr über den Familiennachzug nach Deutschland gekommen. Allerdings lässt sich kaum vorhersagen, wie sich die Zahlen entwickeln, falls der Familiennachzug ab März für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus wieder möglich wird. 

Gleichzeitig warten in Libyen unzählige Migranten überwiegend aus der Subsahara, beispielsweise den Flüchtlingslagern am Tschadsee, auf eine Möglichkeit, nach Europa zu kommen. Schätzungen gehen von ein bis zwei Millionen Menschen aus. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Januar 2018 | 13:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2018, 16:35 Uhr

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21 Kommentare

10.01.2018 22:09 nasowasaberauch 21

Kontrollverlust und kein Ende in Sicht. Die Vermischung von subsidären Schutz, Integration, und Zuwanderung sind keine Lösung. Klare Kante für jeden Status sonst versinkt Deutschland im Chaos. Die Etablierten schaffen keine Realpolitik und die SPD möchte unbedingt unter 20% fallen, so scheint es.

10.01.2018 16:10 Fragender Rentner 20

Es reisen doch immer noch so einige ilegal nach Deutschland ein und so manche verschwinden auch unerklärlich wieder.

Dank der "guten Kontrolle"!

10.01.2018 12:43 Bingo 19

Prognose gefällig?? Es kommen soviel wie kommen und wenn mehr kommen, dann kommen einfach mehr.So läuft das im Flüchtlingswunderland.

09.01.2018 00:24 Kritischer Bürger 18

@Maurer 12: +...Die einzige relevante Veränderung ist das Erstarken rechtsradikaler Gruppen und einer Partei....+ Und das wird NUR DER ANFANG SEIN!!!!

09.01.2018 00:22 Kritischer Bürger 17

Keine Flüchtlingsprognose weil diese dann sicher wegen des Wegfalles des Stopps der Familienzusammenführung NICHT MEHR ERSTELLT WERDEN KANN denn da würde dies wohl die Zahlen der Zuwanderung vom Spätsommer 2015 weit übertreffen! Diesmal kann leider weder Österreich noch die Balkanstaaten hier sich schützend vor diesen hiesigen Bürgern vor diese kommende Zuwanderungswelle nach D schützen. SCHADE! Ist das von der ehemaligen Regierung und jetzt von der SPD so gewollt? Dann wird es sicherlich bald hier im Lande zu mehr als NUR ZU KONFLIKTEN führen egal von Bürgerseite oder vom poli. Spektrum.

09.01.2018 00:16 Kritischer Bürger 16

Auch hier sind Zahlen und Prognosen wohl unerwünscht. Das lässt Bürger aber sicherlich nicht bei solchen Umständen noch viel Vertrauen in die jeweilige Berichterstattung zu stecken.

09.01.2018 00:14 Freiherr vom Stein 15

Es gäbe keine Prognosen, wo man doch schon vom Nachzug labert ???

Nein man hat die Hosen voll, vor dem eigenen Volk, welches die Sch..........e gestrichen voll hat von dieser Politik .

09.01.2018 22:14 Blumenfreund 14

Gar keiner. Das wäre toll.

09.01.2018 21:20 Jens Horn 13

"...Angesichts Tausender ungenutzter Plätze in den Flüchtlingsunterkünften.."
Hilfe, wir brauchen mehr Flüchtlinge! Die Turnhallen sind fast alle leer. 2,5 Mio in den letzten Jahren sind zu wenig! Macht endliche ne Luftbrücke nach Afrika.
Dort warten Millionen von Menschen auf die Überfahrt.
Nur so können wir dieses Land ruinieren!

09.01.2018 20:39 Maurer 12

Hey Jochen (9), wer hätte das gedacht? Heute muss ich ihnen fast zustimmen. Fast wegen dem "Asyl-Elend" am Ende, das ich nicht begreife, weil ich ehrlich gesagt in meinem Leben nicht beobachten kann, wo wegen dem Asylrecht irgendein Elend um mich herum herrschen würde (trotz Geflüchteten im Nachbarhaus...).
Nun ja, aber die Fixierung der Medien, besonders beim MDR zu beobachten, auf das Thema Asyl verwundert mich auch. Liegt wohl daran, das ein Publikum bedient werden will, das sich seit über zwei Jahren an dem Thema hochzieht, als wäre die Welt untergegangen, weil in einem Land mit 82 Mio. Einwohnern, nun auch etwas mehr als eine Million Geflüchtete leben, die inzwischen sogar wieder nach Afghanistan abgeschoben werden dürfen... Die einzige relevante Veränderung ist das Erstarken rechtsradikaler Gruppen und einer Partei.

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