Corona-Konjunkturpaket So funktioniert der Kinderbonus

Geschlossene Kitas, Homeschooling und nebenbei noch Arbeiten aus dem Homeoffice - die Belastung für Eltern ist in der Coronakrise besonders hoch. Die Große Koalition will Familien deshalb im Corona-Konjunkturpaket besonders unter die Arme greifen, mit einem Kinderbonus in Höhe von 300 Euro. Doch wie genau wird dieser ausgezahlt und wer bekommt das Geld?

Zwei Jungs blicken auf ein pinkes Sparschwein, welches mit einem 5-Euro-Schein gefüttert wird
300 Euro will der Bund pro Kind auszahlen, um Eltern in der Corona-Krise zu unterstützen. Bildrechte: Colourbox.de

Wie hoch ist der Kinderbonus?

Die Bundesregierung will pro Kind einmalig 300 Euro auszahlen. Laut Familienministerin Franziska Giffey soll er in drei Tranchen von je 100 Euro ausgezahlt werden. Das wird den Bund insgesamt 4,3 Milliarden Euro kosten.

Wer bekommt den Kinderbonus und wie wird er ausgezahlt?

Der Kinderbonus wird an den Elternteil von kindergeldberechtigten Kindern ausgezahlt, der monatlich das Kindergeld erhält. Er wird in drei Tranchen gemeinsam mit dem Kindergeld ausgezahlt. Wann genau die Auszahlung beginnt, ist laut Giffey noch unklar.

Was geschieht bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern?

Bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern orientiert sich die Auszahlung des Kinderbonus an der Auszahlung des Kindergeldes. Kindergeld wird immer nur einen Elternteil ausgezahlt, bei in Trennung lebenden Eltern denjenigen, in dessen Haushalt das Kind überwiegend lebt. Der Kinderbonus wird entsprechend an den Elternteil ausgezahlt, an den auch das Kindergeld geht. Zahlt ein in Trennung lebender Elternteil Unterhalt, wird die Hälfte des Kindergelds davon abgezogen – dies wird voraussichtlich auch für den Kinderbonus gelten.

Lebt das Kind in einem Wechselmodell steht laut einem BGH-Urteil von 2016 ebenfalls jedem Elternteil die Hälfte des Kindergelds zu, auch wenn es üblicherweise nur an einen Elternteil ausgezahlt wird. Dasselbe dürfte dann auch für die Auszahlung des Kinderbonus gelten.

Für Alleinerziehende ist zusätzlich zum Kinderbonus ein steuerlicher Bonus für 2021 vorgesehen. Demnach soll der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf 4.000 Euro angehoben werden. Das gilt befristet für die Jahre 2020 und 2021 und kostet den Bund 750 Millionen Euro.

Wird der Kinderbonus versteuert?

Teilweise. Der Bonus wird mit dem Kinderfreibetrag bei der Steuererklärung verrechnet, er wird also gehandhabt wie das Kindergeld. So profitieren Eltern mit niedrigen und mittleren Einkommen deutlich stärker vom Kinderbonus als Eltern mit einem höheren Einkommen. Ab einem zu versteuerndem Einkommen von mehr als 90.000 Euro pro Jahr profitieren Familien wegen der Verrechnung mit dem Kinderfreibetrag deutlich weniger von dem Bonus.

Da der Kinderbonus nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird, profitieren auch Hartz-IV-Empfänger - ihnen wird der Kinderbonus zusätzlich und ohne Abzüge ausgezahlt.

Sind noch weitere Investitionen für Familien und Kinder geplant?

Ja, das Konjunkturpaket sieht unter anderem Investitionen in Ganztagsschulen und Ganztagesbetreuungen in Höhe von zwei Milliarden Euro vor. Außerdem sollen Betreuungskapazitäten in Kitas und Kinderkrippen ausgebaut werden, dafür wird eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juni 2020 | 12:00 Uhr