20.09.2019, Berlin: Teilnehmer einer Fahrrad-Demonstration blockieren am Morgen den Ernst-Reuter-Platz.
In Berlin legten mehrere Hundert Radfahrer den Berufsverkehr rund um den Ernst-Reuter-Platz in der Innenstadt für etwa eine Stunde lahm. Bildrechte: dpa

Fridays for Future Straßenblockaden und Fahrrad-Demos fürs Klima

Mit einem Fahrradkorso haben Klima-Demonstranten in Berlin den morgendlichen Autoverkehr behindert, in Frankfurt blockierten Aktivisten mehrere Kreuzungen. Den Auftakt der weltweiten Klimaproteste hatte Australien. Dort kamen in 110 Städten Hunderttausende Demonstranten zusammen.

20.09.2019, Berlin: Teilnehmer einer Fahrrad-Demonstration blockieren am Morgen den Ernst-Reuter-Platz.
In Berlin legten mehrere Hundert Radfahrer den Berufsverkehr rund um den Ernst-Reuter-Platz in der Innenstadt für etwa eine Stunde lahm. Bildrechte: dpa

Klimaschützer haben am Freitagmorgen in mehreren Städten Deutschlands demonstriert. In Berlin fuhren etwa 200 Menschen in einem Fahrradkorso von Charlottenburg Richtung Innenstadt. Auf den umliegenden Straßen kam es daraufhin zu Verzögerungen und Staus.

Vor dem Kanzleramt, wo seit Donnerstagabend die Koalitionsspitzen über ein Klimapaket verhandeln, versammelten sich einige Dutzend Demonstranten. Zur voraussichtlich größten Demonstration in der Bundeshauptstadt werden ab Mittag 10.000 Menschen erwartet.

In Frankfurt am Main kam es in Folge von Blockaden bereits zu Auffahrunfällen. "Fridays for Future"-Sprecher Emil Wohlfahrt bedauerte dies: "Unfälle gehören nicht zu unseren Zielen", sagte er. Es gehe lediglich darum, Aufmerksamkeit zu erregen und zu zeigen, dass der Klimwandel auch im Alltag spürbar sei. An mehreren Kreuzungen in der Innenstadt hatten Aktivisten am Morgen zwischenzeitlich den Verkehr aufgehalten.

Scientists for Future warnen vor Erderhitzung

Erneut verwiesen Umweltaktivisten von "Scientists for Future" auf wissenschaftliche Fakten zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Relativ zum Zeitraum 1850 bis 1900 sei die weltweite Durchschnittstemperatur bereits um einen Grad gestiegen. Es sei erwiesen, dass der Mensch mit seinen Treibhausgasen nahezu vollständig verantwortlich für den Temperaturanstieg sei. Schon jetzt habe dies in vielen Regionen Extremwetter wie Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und Starkregen zur Folge.

Weltweiter Protestauftakt in Australien

Bundesweit sind nach Angaben der Bewegung "Fridays for Future" mehr als 530 Demonstrationen geplant, darunter auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Weltweit sind zum voraussichtlich bisher größten Klimaprotest Aktionen in mehr als 2.600 Städten in fast 160 Staaten geplant.

Den Startschuss gab Australien mit rund 300.000 Demonstranten in 110 Städten. Unterstützt wurden die Demonstranten dort von katholischen Orden sowie den Anglikanern und der Uniting Church. "Wir brauche politische Führungskraft der höchsten Qualität", erklärte die Anglikanische Kirche in einem Streikaufruf. Der Einzelne könne nur im kleinen Rahmen etwas tun. "Aber was gebraucht wird, ist nationale und internationale Tatkraft."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 13:33 Uhr