Aktivisten von «EndeGelände» werden auf dem Weg in den Tagebau Garzweiler von Polizisten gestopt.
Klimaaktivisten und Polizisten auf dem Tagebaugelände Bildrechte: imago images / Tim Wagner

Rheinland Polizei räumt besetzten Tagebau Garzweiler

Hunderte Klima-Aktivisten hatten am Samstag den Braunkohle-Tagebau Garzweiler im Rheinland gestürmt. Sie wollen, dass der Ausstieg aus der Kohle vorgezogen wird. Die Polizei räumte inzwischen das Betriebsgelände von RWE.

Aktivisten von «EndeGelände» werden auf dem Weg in den Tagebau Garzweiler von Polizisten gestopt.
Klimaaktivisten und Polizisten auf dem Tagebaugelände Bildrechte: imago images / Tim Wagner

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat den besetzten Braunkohle-Tagebau Garzweiler bei Aachen geräumt. Wie eine Sprecherin am Sonntagvormittag sagte, sind keine Demonstranten mehr auf dem Gelände. Sie seien herausgetragen worden oder hätten den Tagebau freiwillig verlassen.

Noch am Morgen hatten Polizei und die Organisation "Ende Gelände" erklärt, dass sich noch rund 250 Menschen in dem Tagebau befänden.

Aktivisten: Es muss was beim Klimaschutz passieren

Mehrere Hundert Klima-Aktivisten hatten am Samstag den Braunkohle-Tagebau gestürmt, der zum RWE-Konzern gehört. Zudem wurden Schienenwege blockiert, auf denen die Kohle abtransportiert wird. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm zahlreiche Demonstranten in Gewahrsam. Nach ihren Angaben ist noch unklar, ob Demonstranten verletzt worden sind.

Der Organisation "Ende Gelände" zufolge mussten mehrere Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Sprecherin des Bündnisses sagte, es seien insgesamt mehr als 6.000 Aktivisten im Kohlerevier gewesen. Mit der Aktion habe man ein deutliches Zeichen dafür setzen wollen, dass jetzt etwas beim Klimaschutz passieren müsse. Den Aktivisten zufolge muss der Ausstieg aus der Kohle viel früher erfolgen als bislang geplant.

Auch Söder für früheren Ausstieg

Am Wochenende hatte auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder gefordert, den Kohleausstieg vorzuziehen. Er sprach sich für ein Ende der Kohle bis 2030 aus. Nach den Plänen der Bundesregierung soll 2038 endgültig Schluss sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Juni 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 08:25 Uhr

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50 Kommentare

25.06.2019 11:21 aus Dresden (Klimareligion ist das Opium fürs Volk) 50

Die Nachrichten (Tichys Einblick 25.06.2019) liefern folgende neue Infos:
- die "Aktivisten" nutzten tw. von Unternehmen der Windkraft und Photovolkatikindustrie gesponserte Busse
- "Ende Gelände" weigerte sich in der Vergangenheit die den Landwirten verursachten Schäden zu begleichen

24.06.2019 17:39 Peter 49

Die Kernfrage
Es geht nicht darum, ob die Weltbevölkerung auf das nachhaltige Niveau von etwa 2.5 Milliarden reduziert wird, denn das wird unvermeidlich erreicht werden. Ob dies Resultat eines kaum vorstellbaren politischen Prozesses sein wird, oder Folge von Umweltfaktoren, wird man dann sehen Das dieses Resultat aber noch rechtzeitig vor dem Klimakollaps erreicht werden kann, ist allerdings ziemlich fraglich.

24.06.2019 12:34 Mane 48

Was soll den den Vandalen schon passieren? Nichts! Können jetzt brallen,was Sie gemacht haben.

24.06.2019 10:50 Dieter 47

Könnte man den Kriminellen nichtmal für eine Woche den Strom (auch für Handys) abstellen?
Durch das Zusammengehen mit der linksextremen Ende Gelände Bewegung hat jetzt die FfF Bewegung ihre Unschuld verloren.

24.06.2019 10:18 Afterburner 46

Die ach so um die Umwelt besorgten „Aktivisten“haben Felder niedergetrampelt.Ein Umweg von 300 Meter ist nicht machbar.
Von den Müllbergen die hinterlassen wurden ganz zu schweigen

24.06.2019 09:34 Jimmy 45

@Fritz, scheinbar haben Sie nichts verstanden und reihen sich in zu denjenigen ein (von den Medien als "Aktivisten" bezeichnet), die ständig von Demokratie faseln und derartige Handlungen als "Protest" deklarieren. Nein, es ist die mindestens die Vorstufe von Anarchie.

Wie weiter unten schon erwähnt, sollte als Reaktion für einen Monat die konventionelle Energiegewinnung heruntergefahren und abgeschalten werden und dazu noch die Handynetze deaktiviert werden ...

"Vernunft ist kein Selbstläufer"

24.06.2019 06:21 ralf meier 44

@Medienkonsument Nr 32

Sie schreiben: 'Aktuelle Fernsehbilder: Lachende und tanzende "Aktivisten" am Schienenstrang. '

Ja, hab ich auch gesehen. Auf einem der privaten Qualitätssender. Das friedliche Bild trübten nur einige kurz eingeblendete Polizisten, die nicht mitfeiern wollten. Böse Polizei ! Aber gleich danach wurd wieder fröhlich, als eine Aktivistin vor laufender Kamera zur besten Sendezeit sich so richtig friedlich darüber freuen durfte, das es gelungen sei, die Versorgung zweier Kohlekraftwerke zu sabotieren. Für mich ist das tausendfacher schwerer Landfriedensbruch. Für die Qualitätsmedien offensichtlich nicht.

Also eine Wut habe auch ich darüber. Eine so große Wut, das kaum noch Wut für das laut MDR Artikel rundum friedlich verlaufende Rockkonzert der 'rechten Aktivisten' übrig bleibt.

24.06.2019 01:01 JÖRG 43

Einfach mal kurzen Prozess machen verhaften und verurteilen egal ob Familienvater oder Single für ein paar Wochen wegsperren mal sehen ob die Demonstranten dann immer noch So gegen Gesetze verstoßen und denken wir machen was wir wollen uns passiert eh nichts.

23.06.2019 21:00 Jan 42

@ NRW-18
Das ist ein Wahnsinn! Gibt es da überhaupt noch Gute auf der Welt?

23.06.2019 20:20 NRW-18 41

@ 34 Jan
Die Unternehmen als solche müssen nicht umweltfreundlich sein.
Wenn die Autokonzerne alle paar Jahre neue Autos verkaufen, weil die sogenannten Altfahrzeuge angeblich nicht klimafreundlich sind, stimmt die Kasse.
Wenn Elektrokonzerne kurzlebige AAA++-Geräte produzieren, Handelskonzerne diese verkaufen und auf das schlechte Gewissen der Bürger setzen, stimmt auch hier die Kasse.
Wenn Stromkonzerne Energie aus kostenlosem Wind, also mit überschaubaren Produktionskosten herstellen, stimmt hier ebenfalls die Kasse, nur werden Kohlekraftwerke zum Abfangen von Spitzen zunächst gebraucht.
Schauen Sie sich um, fast alles wird in letzter Zeit als klimafreundlich vermarktet. Cui bono?
Leider sind Sie nicht auf die drohende CO2-Steuer eingegangen.