Personalmangel Kliniken warnen vor "Versorgungskrise"

Die Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm: Die meisten Kliniken schaffen es nicht mehr, frei werdende Stellen mit neuen Pflegekräften und Medizinern zu besetzen. Es drohe eine "ernste Versorgungskrise".

Ein Krankenpfleger geht über einen Flur im Krankenhaus.
Viele Krankenhäuser in Deutschland klagen über Personalmangel und Finanzprobleme. Bildrechte: dpa

Der Personalnotstand in deutschen Kliniken wird einer Studie zufolge immer schlimmer. Vier von fünf Krankenhäusern haben Probleme, offene Pflegestellen zu besetzen. Das zeigen neue Zahlen des Krankenhaus-Barometers vom Deutschen Krankenhausinstitut.

Demnach sind bundesweit 17.000 Pflegestellen offen. Das ist eine Zunahme um gut 200 Prozent auf Allgemeinstationen und 50 Prozent in der Intensivpflege.

Bei den Ärzten sieht es ähnlich aus. Drei Viertel der fast 2.000 Kliniken im Land suchen Mediziner für vakante Stellen. In jedem dritten Haus mussten demnach zeitweise Intensivbetten gesperrt und Fachbereiche von der Notfallversorgung abgemeldet werden.

 "Dramatische Lage"

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sieht die Zahlen als Beleg für den "ungeheuren Handlungsdruck, um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern". Die Situation verschärfe sich "dramatisch". Gaß forderte von der Politik wirksame Schritte zur Entlastung des Personals. Ansonsten drohe "eine ernste Versorgungskrise".

Der DKG-Chef forderte etwa einen Abbau der Bürokratie in den Krankenhäusern. Er kritisierte die Regulierungswut von Politik und Krankenkassen. Auch sollten Pflegekräfte mehr Möglichkeiten erhalten, Aufgaben an Hilfskräfte zu delegieren.

Finanzsorgen wachsen

Laut Krankenhaus-Barometer hat sich auch die wirtschaftliche Situation der Kliniken verschlechtert. Danach haben im Jahr 2018 rund 40 Prozent der Krankenhäuser Verluste geschrieben, 2017 waren es noch 30 Prozent. Nur jedes fünfte Krankenhaus bewertete seine wirtschaftliche Lage als gut. Auch die Erwartungen für 2020 seien eher negativ.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Dezember 2019 | 14:00 Uhr

52 Kommentare

Wessi vor 42 Wochen

@ Norbert ...da haben Sie Recht.Weder ist die AfD, noch sind die Flüchtlinge Schuld an der schlechten Bezahlung.Der Grund liegt auch an Verprivatisierung von kommunalen Gesundheitseinrichtungen, voran getrieben vor allem durch CDU+FDP.

Wessi vor 42 Wochen

@ Hossa ...wenn Sie es so empfinden? Ich denke, wenn man etwas postet sollte man davon auch überzeugt sein!Und daß ich durchaus im Recht bin, beweist der Angriff des users Norbert, der insofern Recht hat, als daß das Personal in Krankenhäusern viel zu gering bezahlt wird.Das zu behebn, ohne die Krankenkassenbeiträge anzuheben, ginge mit einer kräftigen Vermögenssteuer für Superreiche+hohen Erbschaftssteuern, denn wer sich nicht etwas erarbeitet hat sollte nicht durch anderes Geld reich werden.

Wessi vor 42 Wochen

@ mdr Als "Verfolgter der 2.Generation" spekuliere ich so viel ich es mag, gerade wenns dem user überhaupt nicht um ein "angenehmes Diskussionsklima" geht.Der user hat das selbst zu verantworten,denn er hat immer wieder versucht die Erwähnung meiner familiären Vergangenheit mir zu untersagen, obwohl die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß dessen Vater in der Wehrmacht war.Es gibt hier andere Nazis die nicht persönlich werden+meine Geschichte wie sie war, respektieren.