Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen.
Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen. Bildrechte: imago/imagebroker

Medienbericht Kohlekommission will Reviere mit 1,5 Milliarden Euro unterstützen

Mit einem Sofortprogramm über 1,5 Milliarden Euro will die Kohlekommission den Ausstieg aus der Braunkohle fördern. Laut einem Bericht der Agentur Reuter, soll das Geld den betroffenen Revieren zugutekommen.

Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen.
Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen. Bildrechte: imago/imagebroker

Die Kohlekommission der Bundesregierung will laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters den Ausstieg aus der Braunkohle mit einem Sofortprogramm über 1,5 Milliarden Euro absichern. Wie es in einem der Agentur vorliegenden Entwurf der Kommission heißt, solle das Geld noch in dieser Wahlperiode den betroffenen Kohlerevieren zur Verfügung gestellt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollten dort vermieden werden.

Zusätzliche Mittel geplant

Laut dem zitierten Entwurf will sich die Kommission auch darüber verständigen, welche zusätzlichen Mittel erforderlich sind, "um den Prozess des Strukturwandels auch über diese Wahlperiode hinaus zu begleiten". So soll etwa in den betroffenen Regionen der Bau von Schienen und Straßen sowie der Ausbau der Datennetze "höher priorisiert" werden. Durch den Ausbau der Nahverkehrsverbindungen und bessere Taktzeiten sollen die Reviere besser regional und überregional angebunden werden.

Außerdem will der Bund dem Kommissionsentwurf zufolge verstärkt Bundesbehörden in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen ansiedeln. Für die Förderung der Kohleregionen soll zudem eng mit der EU zusammengearbeitet werden.

Entscheidung noch im Oktober

Noch im Laufe des Oktobers will die Kohlekommission sich in einem Zwischenbericht auf Hilfen für die betroffenen Regionen festlegen. Als Grundlage dafür diene dieser erste Entwurf, über den die Kommission an diesem Freitag beraten will, so der Reuters-Bericht.

Zentrale Aufgabe der Kommission ist es, für den Klimaschutz ein Enddatum für das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland festzulegen. Dies soll bis Ende des Jahres geschehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Oktober 2018 | 02:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2018, 10:15 Uhr

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11 Kommentare

13.10.2018 22:46 Eulenspiegel 11

Hallo Frank L. 9
Nun bleiben sie aber bei der Realität. Wir kaufen kein Atomstrom von Frankreich. Es ist vielmer so das Frankreich von uns jede Menge Kohlestrom kauft. Und es ist auch nicht geplant das von Heute auf Morgen alle Kohlekraftwerke stillgelegt werden sollen.

13.10.2018 14:05 Steinbock 10

Unabhaengig von der Tatsache, dass die obige Summe um den Faktor 100 groesser sein muesste. Ein Turboausstieg aus der Kohle ist in meinen Augen grob fahrlaessig, da kein grundlastfaehiger Ersatz verfuegbar ist, den die Deutschen selbst in der Hand halten. Wie naiv und weldfremd muss man angesichts der derzeitigen globalpolitischen Lage sein, wenn man Deutschland auf Dauer von Energieimporten (hier insbesondere Gas) abhaengig machen will. Anstatt Kohleverstromung in der Gesamtverwertungskette effizienter und damit auch oekologischer zu machen, lassen wir uns gerade durch viel zu kurz gedachte Oekodogmen auf ein energiepolitisches Harakiri erster Guete ein.

12.10.2018 21:57 Frank L. 9

an Peter@8 Zitat"Man kann nicht warten bis auch der Letzte den Schuss hört.
Raus aus der Kohle. Zeit war genug." Um dann Atomstrom aus Frankreich zu kaufen? Und so jemand ,der bedingungslos jeden Müll glaubt den die Ökopopulisten so propagieren, bezeichnet sich selbst als "Realist".

12.10.2018 20:21 Peter 8

Man kann nicht warten bis auch der Letzte den Schuss hört.
Raus aus der Kohle. Zeit war genug.

12.10.2018 20:18 Ce 7

Die Deutsche Post ist ein Staatsunternehmen, welches eigene Elektroautos baut. Wenn dieser Staat Es wirklich ernst meint mit der Restrukturierung der Lausitz, dann findet der Besitzer der Post einen Weg, dass die E-Autos in Der Lausitz gebaut werden. Bringt mehrere tausend Arbeitsplaetze. So einfach kann verantwortungsvolle Politik sein. Herr Kretschmar uebernehmen Sie. Brauchen Sie mehrere Vorschlaege meine Mailadresse hat der MDR.

12.10.2018 19:37 kleinerfrontkämpfer 6

Im Osten werden die Reviere platt gemacht, im Westen werden grüne Landschaften platt gemacht.
Für den weiteren Einstieg in den Braunkohleabbau.
Mehr Kommentar braucht es nicht.

12.10.2018 14:18 W. Merseburger 5

Der Titel in obigem Kommentar ist doch sehr ungewöhnlich, (vielleicht sogar blöd?). Denn ich frage mich, wieviel von den 1,5 Milliarden wird denn Herr Pofalla von seinem Vermögen beisteuern? Also die Kohlekommission kann kein Geld geben und unterstützen. Das Geld kommt vom Staat und damit vom Steuerzahler. Den überhasteten Ausstieg aus der Braunkohleförderung und Stromerzeugung daraus ist nicht logisch. Wenn schon der Ausstieg aus der Atomenergie erfolgt mit noch nicht übersehbaren Schwierigkeiten; ich denke da an die Endlagerung der radioaktiven Abfälle und den Abriss der radioaktiv belasteten Betongiganten , dann sollte man sich nicht sofort auf die Braunkohle stürzen. Vielleicht sollten die Befürworter dieses Wahnsinns auch mal einen Ingenieur und einen Techniker fragen. Da würden sie nämlich erstaunliche Wahrheiten hören.

12.10.2018 13:03 vtw 4

und der mdr-aktuell zitiert wieder ungelegte Eier.
So ein Blödsinn - kann den keiner auf den offiziellen Bericht in 2-3 Monaten warten.

12.10.2018 12:38 Bernd L. 3

Hasbe schönmen Spruch auf Twitter gelesen, der das Thema auf den Punkt bringt: 2Die Deutschen die Stärksten auf der ganzen Welt. Man kann ihnen viele Bären aufbinden und sie laufen immer noch."
Ich möchte hinzufügen, sie merken die Bären nichtmal.

12.10.2018 12:35 Tim 2

Und was sollen die Reviere mit Straßen und Datennetzen?? Wenn keiner mehr Arbeit hat, kann man sich die Straßen schenken. Gut, die Datennetze sind bestimmt dafür gedacht um von zu Hause aus den ganzen Tag im Internet zu shoppen.