Kretschmer und Stahlknecht Sachsen und Sachsen-Anhalt gegen einheitliche Corona-Auflagen

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer beharrt angesichts niedriger Infektionszahlen auf einem eigenen Weg im Kampf gegen Corona. Ähnlich äußerte sich Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Wanderwitz, sprach sich dagegen für möglichst einheitliche Regeln aus.

Atemschutzmaske mit Piktogrammen und Abstandspfeil
Einheitliche oder unterschiedliche Regeln - darüber diskutieren Bund und Länder. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer beharrt angesichts niedriger Infektionszahlen auf einem eigenen Weg im Kampf gegen Corona. Kretschmer sagte am Mittwoch dem Nachrichtenradio MDR AKTUELL: "Das, was der Staat macht, muss maßvoll sein, muss angemessen sein. Deswegen ist es zwingend, dass wir in den Ländern, in denen wir ein niedriges Infektionsgeschehen haben, auch anders vorgehen als in den Ländern, wo jetzt gerade die Zahlen massiv steigen."

Das Ziel seiner Landesregierung sei es, gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen und die Kosten der Pandemie niedrig zu halten.

"Akzeptanz muss bleiben"

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht sagte MDR AKTUELL, er habe den Eindruck, "dass man versucht, in den Ländern, wo ein höheres Infektionsgeschehen ist, uns in Mithaftung zu nehmen. Das halte ich für grundlegend falsch, weil das, was wir tun, sind ja auch Eingriffe in Freiheitsrechte der Menschen und der Bürgerinnen und Bürger."

Es müsse eine Akzeptanz bleiben, so Stahlknecht. Der Innenminister erklärte: "Und ich kann hier nicht in Sachsen-Anhalt irgendwelche Maßnahmen verstärken, wenn wir ein relativ geringes Infektionsgeschehen haben. Insofern muss das jedes Bundesland für sich persönlich entscheiden. Es muss eine Grundlinie geben, ja. Aber was die Maßnahmen angeht, muss nun mal die Verhältnismäßigkeit stimmen. Und ich glaube, wir brauchen hier in Sachsen-Anhalt auch nicht zwingend Belehrungen der anderen Bundesländer."

Ostbeauftragter für einheitliche Regeln

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, forderte bundesweit möglichst einheitliche Lösungen. Die Lage im Osten sei zwar derzeit anders als im Westen, sagte der CDU-Politiker dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Aber das ist eine volatile Momentaufnahme."

Daher seien gewisse Einschränkungen sinnvoll und zumutbar. "Möglichst flächig wirken sie am besten", so Wanderwitz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. August 2020 | 08:00 Uhr

43 Kommentare

adler123 vor 14 Wochen

Bevor es in Deutschland wieder zur "Sippenhaft" kommt, hört lieber einmal auf einen richtigen Virologen:
https://www.ardmediathek.de/daserste/video/maischberger/virologe-hendrik-streeck-im-gespraech/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21lbnNjaGVuIGJlaSBtYWlzY2hiZXJnZXIvYmFlMDI2ZDYtMWNiNS00YmY1LWI1NjAtM2QzYmU2YTg2MGRl/

August vor 14 Wochen

Die Coronazahlen der Bundesländer zeigen eindeutig wo der Hammer hängt. Sicherlich sind Maßnamen erforderlich aber einheitliche !!!. Leider hatt man bei der Anpassung der Löhne und Renten auch mit zweierlei Maß gemessen und wundert sich jetzt kurz vor den Wahlen über das Ausscheren des Ministerpräsidenten von der Einheitlichen Linie. Zumindenstens sind die negativen Zahlen diesmal vorteihaft.

MDR-Team vor 14 Wochen

Hallo, Fakten!
Wir schrieben, dass "die meisten Erkrankten nur milde Symptome zeigen", zudem auch "junge Menschen können (!) übrigens schwer erkranken." Es gibt Erkrankte:
https://reportage.mdr.de/coronavirus-covid-19-patienten-berichten#12786
Beste Grüße, Ihre MDR.de-Redaktion