SARS-COV-2 Coronavirus-Krisenstab in Berlin eingerichtet

Die Bundesregierung hat unter der Leitung des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesinnenministeriums einen Krisenstab einberufen. Dieser soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Verschiedene Maßnahmen sollen die Epidemie eindämmen.

Ein junger Mann hält sich beim husten eine Hand vor den Mund
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erinnerte auch in der Pressekonferenz daran, nicht in die Hand sondern möglichst in die Ellbeuge zu husten und zu niesen. Bildrechte: Colourbox.de

Mit einem Krisenstab will die Bundesregierung dem Coronavirus begegnen. Mit welchen Maßnahmen dieser gegen die Ausbreitung der Atemwegserkrankung vorgehen will, erklärten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Pressekonferenz. Oberstes Ziel sei es, die Bevölkerung zu schützen, sagte Spahn.

Jens Spahn und Horst Seehofer
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesinnenminister Horst Seehofer wollen die Ausbreitung des Corona-Virus eindämmen. Bildrechte: dpa

Unter der Federführung des Bundesgesundheits- und Bundesinnenministeriums gehören dem Krisenstab unter anderem das Auswärtige Amt und die Bundespolizei an. Auch die Expertisen nahezu aller anderen Bundesministerien, wie etwa des Verkehrsministeriums, würden genutzt. Spahn mahnte, dass das Ausbruchsgeschehen verlangsamt werden müsse.

Informationsoffensive ist gestartet

Im Gespräch mit Vertretern aus medizinischen Berufen habe man sich darauf geeinigt, im Zweifelsfall lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auf das Virus zu testen, sagte Spahn. Die dafür anfallenden Kosten sollen die Krankenkassen übernehmen. Mit dem Robert-Koch-Institut soll es vorerst annähernd tägliche Pressegespräche geben, um die Bevölkerung mit ausreichend Informationen zu versorgen.

Neben den Informationen, die sich auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Robert-Koch-Instituts und des Bundesministeriums für Gesundheit finden lassen, wurden die Hotlines der Länder und des Bundes verstärkt besetzt. Auch unter der 116 117, der Nummer der Kassenärztlichen Vereinigung für die Vermittlung von Arztterminen, bekommen Bürger Informationen über das Coronavirus.

Reisende müssen Auskunft geben

Wie Bundesinnenminister Seehofer ankündigte, würden alle Verkehrswege zur Einreise nun in den Fokus genommen. Der Plan sei, Infektionsketten nach Deutschland möglichst zurückzudrängen. Im Flugverkehr müssen Passagiere dafür künftig „Aussteigerkarten“ ausfüllen, die nach der Landung Informationen über ihren Aufenthaltsort geben sollen. Dies trifft besonders Flugreisende aus den Infektionsgebieten China, Südkorea, Japan, Iran und Italien. Dieselben Maßnahmen sollen auch für den Schiffsverkehr umgesetzt werden.

Für den grenzüberschreitenden Bus- und Bahnverkehr soll es eine Selbstverpflichtung geben, die „Aussteigerkarten“ auszufüllen. Hintergrund ist, dass die Karten im Falle einer möglichen Infektion Auskunft darüber geben, welche Personen Kontakt zu dem Patienten hatten.

Asylsuchende aus Infektionsländern

Das Bundesinnenministerium hat die Länder gebeten, Zuwanderer und Asylbewerber auf das Coronavirus zu testen. Laut Seehofer erreichen monatlich um die 10.000 Asylsuchenden Deutschland, die auch aus infektionsbelasteten Ländern kommen oder diese durchquert haben.

Das Bundesministerium will gemeinsam mit den Ländern prüfen, ob bei einem weiteren Anstieg der Infektionen eine gemeinsame Unterbringung von erkrankten Asylbewerbern nötig sei. Derzeit sei bereits die Dublin-Überstellung von Asylbewerbern aus und nach Italien eingestellt.

Schutzausrützung ist knapp

Den Krisenstab beschäftigt auch das Thema Schutzausrüstung. Auf der ganzen Welt bemühten sich alle Länder derzeit um die zusätzliche Beschaffung von Mundschutz und anderen Materialien. China ist der größte Hersteller für Schutzausrüstung. Da das Land als Risikogebiet gilt, wird der Krisenstab prüfen, ob und wie die Materialien ohne Kontakt zu dem Virus nach Deutschland kommen können.  

Seehofer und Spahn sprachen vom Beginn einer Epidemie. Die Bekämpfung und Eindämmung des Coronavirus sei eine föderale Angelegenheit. Das Gesundheitsministerium habe die Länder gebeten, ihre Landespandemiepläne zu aktualisieren und sich auf ein mögliches Inkraftsetzen vorzubereiten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Februar 2020 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2020, 07:25 Uhr

17 Kommentare

Norbert 56 NRW vor 4 Wochen

Jetzt ist eh der Drops gelutscht und man muss sehen wie man damit klarkommt, aber da ist die Vernunft jedes einzelnen gefragt. Karneval hätte man wirklich wie zur Zeit des 1 Irak Krieges absagen müssen um es in einem dicht besiedelten Landstrich nicht noch zu verschlimmern, nun ist es aber so wie es ist und Schuldzuwendungen nutzen nichts. Wer sich z.B. den Virologen bei Illner angehört hat weiß was kommen kann. Am besten Großveranstaltungen vermeiden und soweit es geht zu Hause bleiben, was im Moment bei dem D.....wetter eh nicht schwerfallen dürfte. Allerdings wenn man hier vor Ort sieht wie Aldi und Lidl leergekauft wurden, zweifele ich an den Verstand einiger Zeitgenossen. Eine nicht so emotionale Berichterstattung und eine vernünftige sachliche Aufklärung, würde allerdings weiterhelfen.

ElBuffo vor 4 Wochen

Wieviele versterben da jedes Jahr dran? Wie sieht es um die Ansteckungsmöglichkeiten aus? Der Vergleich mit Blinddarmentzündungen hinkt zwar ganz erheblich, aber deswegen ist es noch kein Vergleich.
Hier wird gerade ein Popanz aufgeblasen. Ja, es werden Menschen erkranken. So wie jedes Jahr Zigtausende. Und ja es werden auch welche streben. So wie ebenfalls jedes Jahr Tausende. Und da finden sich sehr viele Spinner, die schon die Schutzimpfungen als vollkommen übertrieben, Gedmacherei oder gar krankmachend bezeichnen. Ich kenne ein paar davon. Das waren die, die Freitag früh als erste mit ihren Kindern in Hamburg vor den Kinderarztpraxen standen, weil das Kindelein ein leichtes Kratzen im Hals verspürte, also vielleicht, nach langer intensiver Befragung.

Wessi vor 4 Wochen

@ nasowas...trotzdem braucht man nicht panisch zu reagieren.Mediziner rieten+raten vor allem zur Ruhe.Mutig ist es eine Epidemie ruhig anzugehen, feige in Hysterei zu verfallen.Aufgeklärt wurde ausreichend.Und "politische Laumänner" allein ist schon Beschimpfung.Wer ist "wir"?Zum politischen herumpupen eignet sich die Krankheit gar nicht.Ich behaupte auch, daß es Ihnen nicht gar nicht um die Krankheit geht, Sie wollen nur Jens Spahn niedermachen, den Vergleich mit Schmidt gestatte ich Ihnen als Sozi eh' nicht!