Kevin Kühnert (SPD), Bundesvorsitzender der Jusos, spricht auf dem Bundeskongress der Jusos, der Jugendorganisation der SPD, zu den Mitgliedern.
Bleibt Chef der Jusos: Kevin Kühnert Bildrechte: dpa

Schwerin Kühnert als Juso-Chef wiedergewählt

Kevin Kühnert bleibt Chef der Jungsozialisten. Der SPD-Nachwuchs bestätigte den 30-Jährigen auf dem Bundeskongress in Schwerin für zwei weitere Jahre im Amt. Kühnert hatte zuvor für einen Linksruck geworben.

Kevin Kühnert (SPD), Bundesvorsitzender der Jusos, spricht auf dem Bundeskongress der Jusos, der Jugendorganisation der SPD, zu den Mitgliedern.
Bleibt Chef der Jusos: Kevin Kühnert Bildrechte: dpa

Juso-Chef Kevin Kühnert ist für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden der SPD-Nachwuchsorganisation gewählt worden. Der Juso-Bundeskongress in Schwerin wählte den 30-Jährigen am Freitagabend mit 88,6 Prozent der Delegiertenstimmen. Kühnert war ohne Gegenkandidaten angetreten. Er habe das beste Ergebnis eines Juso-Bundesvorsitzenden seit 1967 erzielt, teilten die Jusos auf Facebook mit. Seit 2017 steht Kühnert an der Spitze der SPD-Nachwuchsorganisation "Junge Sozialisten". Bei seiner ersten Wahl hatte Kühnert knapp 76 Prozent erhalten.

Plädoyer gegen GroKo und für Linksbündnis

In seiner Bewerbungsrede hatte Kühnert für einen Linksruck in der SPD plädiert. Die SPD sei zu einem Reparaturbetrieb geworden, gehe nicht an die Wurzeln der Probleme und lasse Visionen vermissen. Auch deshalb verliere sie trotz einiger politischer Erfolge an Zustimmung.

Kühnert forderte, bereits jetzt in Gesprächen ein rot-rot-grünes Bündnis vorzubereiten. Es gelte, "die bleierne Schwere der ewig dauernden großen Koalition zu überwinden". Konkret sprach er sich unter anderem für mehr Steuergerechtigkeit, eine Investitionspflicht in öffentliche Infrastruktur und ein beherztes Eingreifen in den Wohnungsmarkt aus, "wo nötig auch [mit] Enteignungen".

Unterstützung für Esken und Walter-Borjans

Kühnert bekräftigte die Unterstützung der Jusos für Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans im Rennen um den SPD-Parteivorsitz: "Wir wollen, dass die SPD aus der neoliberalen Pampa rauskommt und das glaubwürdig auch mit Gesichtern unterfüttert", sagte Kühnert. Unter dem Applaus der rund 300 Delegierten untermauerte er seinen Anspruch auf einen Sitz im neuen SPD-Bundesvorstand, ließ aber offen, ob er auf dem Bundesparteitag im Dezember für einen der einflussreichen Stellvertreterposten kandidieren wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. November 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2019, 15:15 Uhr