Belastung Bundesländer wollen Radon-Vorsorgegebiete ausweisen

Bis Ende des Jahres wollen die Bundesländer Gebiete ausweisen, in denen eine erhöhte Belastung mit dem Edelgas Radon möglich ist. In der norddeutschen Tiefebene sind die Konzentrationen meist niedrig, während sie in den meisten Mittelgebirgen höher liegen.

Messstation für Radioaktivität in Fredelsloh
Eine Messstation für Radioaktivität in Fredelsloh. Bildrechte: IMAGO

Bis Jahresende wollen die deutschen Bundesländer Gebiete kennzeichnen, in denen Überschreitungen des gesetzlichen Referenzwerts für Radon verstärkt zu erwarten sind – sogenannte Radonvorsorgegebiete. In diesen Gebieten gelten nach Angaben des Bundesumweltministerium höhere Anforderungen bei Neubauten und Messpflichten an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss.

Das Ministerium verwies dabei auf die große Bedeutung des Schutzes vor dem radioaktivem Edelgas Radon. Dieses sei eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Gehandelt werden müsse in Regionen, in denen Überschreitungen des Referenzwerts von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft verstärkt zu erwarten seien.

Radon – das unsichtbare Risiko

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini, sagte, die Ausweisung von Radonvorsorgegebieten sei ein wichtiger, aber nicht der einzige Baustein für einen besseren Schutz. Um sich und seine Familie vor Radon zu schützen, könne jeder selbst aktiv werden, auch außerhalb der Vorsorgegebiete.

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Radon ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen. Trotzdem wird das von Radon ausgehende Risiko oft unterschätzt.

Inge Paulini Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz

Paulini sagte, Radon sei nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Bürgern in Regionen mit hoher Belastung werde daher empfohlen, regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

Höhere Konzentration in Mittelgebirgen

Das radioaktive Edelgas Radon entsteht laut Ministerium und Bundesamt vor allem beim Zerfall von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen im Erdboden. In der norddeutschen Tiefebene sind die Konzentrationen meist niedrig, während sie in den meisten Mittelgebirgen höher liegen. Dazu gehören beispielsweise auch Gebiete in Sachsen.

Das Edelgas Radon Radon ist ein radioaktives Edelgas, das man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Es entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran. Uran kommt zum Beispiel im Erdboden oder in Baumaterialien vor. Werden Radon und seine radioaktiven Folgeprodukte Polonium, Wismut und Blei über einen längeren Zeitraum in erhöhtem Maß eingeatmet, steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Oktober 2020 | 13:00 Uhr