Ein Traktor fährt an einer Baugrube vorbei, in der Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen.
Nach Ansicht des Landkreistags muss der Bund dringend liefern, um gleichwertige Lebensverhältnisse in verschiedenen Regionen zu erreichen. Bildrechte: dpa

Landkreistag in Merseburg Gleichwertige Lebensverhältnisse: Kreise fordern vom Bund Taten

Die Höhe des Einkommens, der Zugang zum öffentlichen Nahverkehr oder zu medizinischer Versorgung - die Unterschiede diesbezüglich sind von Region zu Region beträchtlich. Der Deutsche Landkreistag fordert den Bund deswegen auf, zu handeln.

Ein Traktor fährt an einer Baugrube vorbei, in der Leerrohre für Glasfaserleitungen für schnelles Internet liegen.
Nach Ansicht des Landkreistags muss der Bund dringend liefern, um gleichwertige Lebensverhältnisse in verschiedenen Regionen zu erreichen. Bildrechte: dpa

Der Deutsche Landkreistag hat den Bund aufgefordert, in der Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse in Stadt und Land endlich zu handeln. Kreistagspräsident Reinhard Sager erklärte MDR AKTUELL, der Bund müsse konkrete Maßnahmen ergreifen.

Sager forderte einen Mehrwert, der die Menschen vor Ort ganz konkret erreiche und zeige, "dass Politik in der Lage ist, gleichwertige Lebensverhältnisse zu gestalten und nicht nur immer wieder darüber zu reden."

Leere Versprechungen können und dürfen sich die Regierungsverantwortlichen nicht leisten.

Reinhard Sager Präsident des Deutschen Landkreistags

Lösungsansätze nicht gleich wieder in Frage stellen

Insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Wahlergebnisse sieht Sager drängenden Handlungsbedarf. In Brandenburg und Sachsen, aber auch bundesweit habe man es mit einer anderen politischen Landschaft zu tun. "Umso mehr müssen die etablierten Parteien Lösungen für die drängenden Herausforderungen, Entwicklungen und Fragen unserer Zeit anbieten", erklärte Sager. Als Beispiele nannte er die Digitalisierung, den wirtschaftlichen Strukturwandel etwa in der Altmark und der Lausitz, den Klimawandel und den sozialen Zusammenhalt. Die Politik müsse ihre Lösungsansätze dann auch durchsetzen und dürfe sie nicht immer wieder selbst in Frage stellen.

eine Straße in Arzberg 9 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Deutscher Landkreistag Der Deutsche Landkreistag repräsentiert nach eigenen Angaben drei Viertel der kommunalen Aufgabenträger, rund 96 Prozent der Fläche und mit 56 Millionen Einwohnern 68 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.

Treffen in Merseburg

Der Deutsche Landkreistag kommt am Mittwoch in Merseburg in Sachsen-Anhalt zu seiner Jahrestagung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr eine Kommission zu dem Thema ins Leben gerufen. Der Landkreis will nun die Ergebnisse der Kommission erörtern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 18. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 10:18 Uhr

29 Kommentare

Kritiker vor 4 Wochen

+...Arm und Reich gab es übrigens schon immer. ...+
Dem kann ich nu reines abgewinnen; Die Reichen werden immer reicher die Armen immer Ärmer und die Gegensätze dieser beiden gesellschaftlichen Realitäten waren in den östlichen Bundesländern von D NIEMALS seit 1961 bis 1989 so groß, wie hier und heute! Nur das hier und heute ist noch lange nicht das "Ende der Fahnenstange" und das wissen Politiker, wie Experten nur wie will man diese unterschiedlichen Lebensweisen erklären um nicht klar zu stellen das alles nur einem Ziel dient, Menschen wollen sich gegenseitig übertreffen in allen Bereichen um Anerkennung für die jeweilige eigene Lebensweise zu erhalten um das Gefühl zu haben, WIR SIND WAS die ANDEREN sind nichts!

Kritiker vor 4 Wochen

+...als erstes durchsetzen und haben eine breites Angebot an Kultur und Dienstleistungen....+
Sie haben etwas vergessen: No-Go-Viertel, Kriminalität, Verbrechen, Drogenhandel, Auseinandersetzungen zwischen Menschen ob Einheimische oder Ausländer, die Anonymität wenn in einem Wohnblock mit 10 Mietparten oft niemand miteinander spricht und die Alten sich selbst überlassen werden. Menschen die ein Leben lang gearbeitet haben und am Ende nur noch ggf. als Ballast der Gesellschaft bis hinein in die Familie gesehen werden doch solange das noch irgendwo Geld zu holen ist bleiben solche Menschen mehr oder weniger interessant für jene die davon profitieren können. So sieht die Gesellschaft aus und das erkannt zu haben bedurften gerade wir hier im Osten NUR KNAPP 20 Jahre. Nur so sind die einzelnen Meinungen/Überzeugungen von Bürgern etc. hier im Osten zu werten!

Kritiker vor 4 Wochen

Nach solchen Argumenten gehen Ihnen wohl jetzt die eigenen Argumente aus. Meinungen und Vorstellungen, wie Überzeugung und Realität passen nicht zusammen wenn man nur ein poli. Spektrum sehen will oder besser; nur sieht! Das darin alles Bestens zu sein hat wenn nicht wird eben Hass gegen Andere initiiert die nicht so Einseitig denken,sprechen und handeln was ganz oben hier in D anfängt! Das EINZIGE WAS ich Ihnen zugute halten kann, ist die Feststellung das nirgendwo gleichwertige Lebensverhältnisse hergestellt werden könnten, denn dazu bedarf es einer anderen Regierung in diesem Land, die WEDER von den etablierten Parteien samt Politiker NOCH von den "Aufstrebenden zur Zeit auf Stimmengewinn zurückblickende Protestpartei" gestellt werden können und oder jemals werden.