Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg, spricht beim Außerordentlichen Bundesparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).
Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg und Kandidatin auf den SPD-Bundesvorsitz. Bildrechte: IMAGO

SPD-Vorstandskandidaten Lange und Ahrens wollen schnelles Groko-Aus

Das Kandidatenduo auf den SPD-Vorsitz, Lange und Ahrens, fordert ein schnelles Ende der Großen Koalition. Lange, die im April 2018 fast 30 Prozent gegen Andrea Nahles holte, sieht sich nicht in einer Außenseiterrolle.

Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg, spricht beim Außerordentlichen Bundesparteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).
Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg und Kandidatin auf den SPD-Bundesvorsitz. Bildrechte: IMAGO

Die Oberbürgermeisterin von Flensburg, Simone Lange, und der Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens, plädieren für ein Ende der Großen Koalition in Berlin. Die beiden Kandidaten für den Bundesvorsitz der SPD erklärten bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in Leipzig, die SPD müsse schnellstmöglich die Zusammenarbeit mit der CDU beenden.

Lange und Ahrens bilden eines von mehreren Teams, die sich um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles bewerben. Zudem gibt es Einzelkandidaten. "Der Ausstieg aus der Koalition sollte mit der Halbzeitbilanz geschehen", sagte Lange. "Die Koalition mit der CDU 2017 war nicht notwendig", so Ahrens.

SPD muss "Vertrauen zurückgewinnen"

Eine weitere große Koalition werde es nicht geben. "Die SPD hat das Potenzial, wieder 40 Prozent der Wähler zu gewinnen", sagte Lange. Doch das sei ein Langstreckenlauf. Die Partei müsse das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.

"Dazu braucht die SPD eine Führung, die Halt gibt, auf die sich die Menschen verlassen können", sagte Ahrens. Die Partei rede seit Jahrzehnten von Erneuerung, doch nichts habe sich an den Strukturen verändert, sagte Lange. Sie plädierte unter anderem für eine Verkleinerung des Bundesvorstandes von derzeit 50 auf 30 bis 40 Mitglieder.

Niederlage gegen Nahles mehr als ein Achtungserfolg

Zudem soll der Bundesvorstand transparenter wirken und sich auch in der Fläche zeigen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich jetzt schon wieder als Kandidatin dastehe", sagte Lange.

Die Kommunalpolitikerin war im April 2018 bei der Wahl zwar Andrea Nahles unterlegen, hatte mit 27,6 Prozent der Stimmen aber einen überraschenden Achtungserfolg erzielt. Sie fühle sich bestärkt durch das Ergebnis ihrer Kandidatur des vergangenen Jahres und sehe sich nicht in einer Außenseiterrolle.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die Partei zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. August 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2019, 13:18 Uhr

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16 Kommentare

18.08.2019 09:54 Gerd Schulz 16

Besser wäre die Formulierung.... ein schnelles Aus für diese linkspopulistische Partei .....

18.08.2019 08:00 Benutzer 15

Lange und Ahrens wollen schnelles Groko-Aus"

Bitte

Und dann abwärts mit der Hartz 4 SPD in die Bedeutungslosigkeit

18.08.2019 01:25 aus Dresden 14

Für GroKo langt es eh bald nicht mehr.

" "Die SPD hat das Potenzial, wieder 40 Prozent der Wähler zu gewinnen", sagte Lange. Doch das sei ein Langstreckenlauf. Die Partei müsse das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen."

Nein, die Analyse trifft nicht das Problem, nämlich das Programm und Personal der SPD: die SPD müsste ihr Programm komplett neu ausrichten - Stichwort von Willy: "zuerst an die eigenen Landsleute denken" (1973) - und ein dieses Programm auch vertretendes Personal haben.

17.08.2019 21:59 part 13

Hätte die SPD wirklich Interesse an der Bürgern dieses Landes gezeigt, dann hätte sie in der GroKo eine Politik nebst Abstimmunsgverhalten erzeugt, nach der sich die CDU genötigt gesehen hätte die Partnerschaft zu beenden. Doch erst als die Wahlergebnisse der Partei im Keller waren versuchen nun Zweitbänkler die Notbremse zu ziehen. Doch 100 Jahre Politik gegen Interessen einfacher Bürger hinterlassen irgendwann ihre Spuren. Das Kapital ist nun nicht mehr auf diese Interessenvertretung angewiesen, die Koalitionen mit jedem eingeht, es haben sich radikalere Parteien gefunden, die das Volk vergaukeln.

17.08.2019 19:57 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 12

@keszler 8
Viele Bürger wollen doch nicht schlechter leben als bisher.
##
Das erklären sie uns doch mal warum der Bürger schlechter
leben sollt wenn die AFD regiert,da bin ich aber mal gespannt auf ihre Kaf­fee­satz­le­se­rei.

17.08.2019 19:30 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 11

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17.08.2019 19:27 REXt 10

Wer als Partei seine Wählerschaft über Jahre so verschaukelt, hat es verdient, unterzugehen. Da helfen keine neuen Gesichter, keine neuen Versprechungen, nur jahrelange Demut in der Opposition. Nehmt den 100% August, dann geht es schneller, die Talfahrt.

17.08.2019 18:49 Thomas 9

Der vorzeitige Ausstieg aus der GroKo ist sicher eine gute Idee, wenn man die SPD an die 5%-Hürde drücken will. Anderenfalls kann nur der Gedanke sein, rot-rot-grün, oder wie es moderner aber nicht besser heißt, rgr, durchsetzen wollen. Ob die Mehrheit aber die Postkommunisten in Deutschland an der Macht sehen will, wage ich zu bezweifeln.

17.08.2019 16:19 pkeszler 8

@Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 6: "obwohl man was anderes geweissagt hat,wird sie bald keine Partner brauchen."
Warten Sie doch lieber mal ab, ob sich Ihr Traum erfüllt. Die Realität wird eine ganz andere sein. Viele Bürger wollen doch nicht schlechter leben als bisher.

17.08.2019 16:09 Fragender Rentner 7

Nur noch jammernde Politiker !!!

Erst nicht rein in eine Regierung, dann doch rein in die GroKo und nun wieder raus?

Wer soll da noch Vertrauen in diese Politiker haben ??? :-(((