Parteivorsitz Laschet will Richtungswechsel der CDU verhindern

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will als möglicher CDU-Vorsitzender einen Richtungswechsel verhindern. In einem Interview war das nicht der einzige Seitenhieb gegen seinen Mitbewerber Friedrich Merz. Dieser wies indes Rechtsruck-Absichten zurück. Vielmehr wolle er zurück in die Mitte.

Armin Laschet
Will keinen Richtungswechsel der CDU: Armin Laschet. Bildrechte: Getty Images

Der Kandidat um den CDU-Vorsitz, Armin Laschet, hat sich gegen einen Richtungswechsel der Partei ausgesprochen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sagte am Dienstagabend im ZDF: "Ich tue alles, dass es nicht dazu kommt" und fügte hinzu: " Ich will, dass die CDU die Volkspartei der Mitte bleibt."

Seitenhieb gegen Merz

Laschet widersprach damit seinem Rivalen für den Parteivorsitz, Friedrich Merz, der den Konkurrenzkampf als einen Richtungskampf für die CDU bezeichnet hatte. Der CDU-Vizechef wies auch die Einschätzung von Merz zurück, dass dieser für Aufbruch und er selbst für Kontinuität stehe. Laschet sagte, nach Merkel werde sich 2021 die deutsche Politik angesichts neuer Herausforderungen ohnehin verändern. Laschet und Merz hatten am Dienstag ihre Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt gegeben. Außerdem tritt der CDU-Außenpolitik-Experte Norbert Röttgen an.

Merz weist Rechtsruck-Absichten zurück

Friedrich Merz
Will zurück, wo die Stammwähler mal waren: Freidrich Merz Bildrechte: dpa

Merz verwahrte sich gegen die Einschätzung, die CDU nach rechts rücken zu wollen. Er sagte am Dienstagabend den ARD-Tagesthemen, so wie die CDU gegenwärtig dastehe, habe sie ganz offensichtlich "in alle Himmelsrichtungen Wählerinnen und Wähler verloren, Mitglieder übrigens auch". Er wolle deshalb mit der Zusage antreten: "Wir holen einen großen Teil dieser Wählerinnen und Wähler zurück." Das sei kein Rechtsruck, sondern ein Zurück in die Mitte, "wo die Stammwähler der Union mal waren und wo sie leider uns verloren gegangen sind."

Bereit zur Kanzlerkandidatur – 2021

Laschet erklärte, dass er im Fall einer Wahl zum Parteivorsitzenden "prinzipiell dazu bereit" sei, für das Amt des Bundeskanzlers zu kandidieren. Voraussetzung sei, dass die CSU zustimme. Er traue sich die Kanzlerschaft zu und habe eine Vorstellung davon, wie er diese gestalten wolle. Die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union werde aber zusammen mit der CSU getroffen. Laschet bekräftigte zugleich, dass er die Kanzlerschaft Angela Merkels bis September 2021 nicht infrage stellen werde.

Unterstützung für Merkels Kritik an Thüringen

Anders als Merz warf Laschet der Bundeskanzlerin nicht vor, sich von Südafrika aus zu den Vorgängen in Thüringen geäußert zu haben. Die umstrittene Wahl des Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD habe auch eine internationale Wirkung gehabt, sagte Laschet. Zudem habe die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer vorher ebenfalls klar Stellung bezogen. Insofern habe er Merkels Äußerungen nicht als Kritik an der CDU-Chefin empfunden. Merz hatte Merkel am Dienstag scharf für ihre Äußerungen kritisiert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Februar 2020 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2020, 22:00 Uhr