Demonstration gegen Lehrermangel
Lehrer fehlen in ganz Deutschland, am schlimmsten ist die Situation aber in Sachsen und Berlin. Bildrechte: IMAGO

40.000 Lehrer fehlen Schlimmster Lehrermangel seit 30 Jahren

Der deutsche Lehrerverband sieht einen gravierenden Lehrermangel in Deutschland. Zu Beginn des neuen Schuljahres fehlten demnach bundesweit fast 40.000 Lehrer. Das sei der dramatischste Lehrermangel seit 30 Jahren.

Demonstration gegen Lehrermangel
Lehrer fehlen in ganz Deutschland, am schlimmsten ist die Situation aber in Sachsen und Berlin. Bildrechte: IMAGO

Der deutsche Lehrerverband sieht in Deutschland einen gravierenden Lehrermangel. "Alles in allem fehlen fast 40.000 Lehrer", so Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger in der "Passauer Neuen Presse". "Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr."

Derzeit seien in ganz Deutschland rund 10.000 Lehrerstellen nicht besetzt, erklärte Meidinger. Hinzu kämen weitere etwa 30.000 Stellen, die "notdürftig mit Nichtlehrern, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt werden".

Bildungsnotstand in Sachsen und Berlin

Heinz-Peter Meidinger, Gymnasiallehrer und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Bildrechte: Heinz-Peter Meidinger

Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen, sagte Meidinger. Da sei in fast allen Bundesländern die Entwicklung verschlafen und seit Jahren nicht auf den Geburtenanstieg reagiert worden.

In Ländern wie Berlin oder Sachsen müsse von einem Bildungsnotstand gesprochen werden. "Das ist ein Skandal. In Berlin sind 70 Prozent der neu eingestellten Lehrer im Grundschulbereich Seiteneinsteiger ohne jegliche pädagogische Vorbildung."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. August 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2018, 10:40 Uhr

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52 Kommentare

23.08.2018 15:06 Toralf Schumann 52

Es ist schon traurig in diesem "fortschrittlichen und demokratischem" Land, dass sich keine Partei an die Themen ran traut ... bzw. nur "heiße Luft" erzeugt ...
Mittelfristige Maßnahmen:
- bundesweit (bw) einheitlicher Lehrplan
- bw. einheitliche Lehrmittel (Bücher)
- bw. einheitliche Prüfungen
- bw. einheitliche Lehrerausbildung / Anerkennung/Entlohnung
Kurzfristig:
- Maßnahmen zur Beseitigung des faktischen Lehrermangels inkl. Puffer für Vertretungen / Arbeitsgemeinschaften (Förderung Interessierte / Begabter)
Ja - da sind m.E. fachlich, realitätserfahrene "Seiteneinsteiger" auch mit erste Wahl - mit berufsbegleitender Auflage einer pädagogischen Weiterbildungsmaßnahme.
Wenn dann die Stellen ausreichend sind, muß man aber auch nochmal auf die fachliche und pädagogische Qualität - bw. - schauen - auch bei "voll ausgebildeten" Lehrern, denn da hapert es nach meinen Erfahrungen mit meinem Sohn auch im zweistelligen Prozentbereich.

21.08.2018 19:37 jochen 51

Wurde hier schon über die aktuellen Zustände an der Spreewaldschule berichtet ?
Das würde vieles erklären.
Wäre ein echtes Thema zum akuten Thema Lehrermangel.

21.08.2018 14:27 Praxis 50

Akuter Lehrermangel trifft es besser als Bildungsnotsstand. Bald werden wir in Sachsen jedoch auch einen Bildungsnotstand haben,denn die Folgeprobleme,die sich aus dieser katastrophalen Fehlplanung ergeben werden,sind eklatant und nur schwer abwendbar. “Verschlafen...“-was haben die Verantwortlichen eigentlich die ganzen Jahre gemacht? Welche Schlussfolgerungen folgen,welche Reformen? An dieser Stelle herrscht relatives Schweigen.Man muss niemanden an den Pranger stellen,aber eine kritische Aufarbeitung muss erfolgen.Genau an der Stelle fehlt mir der Glaube,dass das passieren wird.

21.08.2018 10:54 Angehender Pädagoge 49

Meiner Freundin, Master Politikwissenschaft, u.a. mit Nebenfach Geographie, ordentlichen Noten sowie pädagogischer Praxiserfahrung in politischer Bildung wurde vor kurzem in Sachsen abgesagt. Nicht geeignet.

Sicher, Quereinsteiger können nicht die langfristige Lösung sein, hier müssen mehr Studienplätze her! Aber mir scheint es, als beklagt sich die Sächsische Schulbehörde nicht genügend Bewerber zu haben, gleichzeitig will sie aber gar nicht alle geeigneten nehmen. Vielleicht wegen Vorgaben von oben?

21.08.2018 10:32 Fragender Rentner 48

Na warum wollen wohl viele nicht mehr als Lehrer in Deutschland lehren wollen?

21.08.2018 10:31 marciil 47

In der DDR hieß es, das Bildungsmonopol der Reichen gebrochen zu haben war eine sozialistische Errungenschaft. Die heutigen Probleme diesbezüglich scheinen mir schlüssig.

21.08.2018 09:48 lummox 46

gibt es denn keine kultusministerkonferenz mehr, der das hätte u. U. auffallen können?
da wurden unsinnige administrative maßnahmen durchgepaukt, auf eliteschulen gesetzt und gleichzeitig das allgemeinbildungsniveau gesenkt, eine völlig unnötige rechtschreibreform aus dem boden gezaubert, alles ökonomisiert, die musische erziehung existiert faktisch nicht mehr, schulen geschlossen, etc. und keiner in der politik wollte das voraussichtliche fiasko wahrhaben!
selbst in diktaturen funktioniert das bildungssystem besser. wer die medialen erfolgsmeldungen mit der realität vergleicht kann da schon seit jahren nur mit dem kopf schütteln.

20.08.2018 22:29 Schniedelwutz 45

*Ich bin der Meinung, dass alle Lehrer zu viel Geld verdienen und keiner verbeamtet werden sollte. Das sind nämlich faule Säcke, die auch noch viel zu viel Urlaub haben. Und noch hitzefrei! Geht gar nicht. Mein hochbegabtes Kind namens Justin-New York ist dem doch völlig egal!*

Komisch, dass ich solch eine Aussage heute noch nicht gelesen habe... Kein Sozialneid? Wirklich nirgends? Schade... Und ich hatte mich schon so gefreut!

20.08.2018 21:15 Sabrina 44

So ist das eben, wenn Dilet-Tanten regieren.
Da ist gerade ein Markt für Lehrer, da gehen wir jetzt einkaufen. Vorher habe sie sich nicht drum gekümmert - wir brauchen gerade keine.
Seriöse Planwirtschaft kennen die nicht.
Die Kinder kommen ja auch nicht erst mit 6 Jahren sondern schon bei Geburt in die Schule - gelle - ihr Politversager!

20.08.2018 20:57 catarina an Manistbestandteildesmediensystems (Haseloff) (40) 43

Mal schön langsam, mein Lieber.

Namen interessieren mich nicht. Für mich sind 'die' alle gleich - ob LINKE oder CDU alles nur noch eine Soße!
Was "kaputte Strassen, fehlende Pflegekräfte, die
Bundeswehr, den wiss. Nachwuchs, die Bildungsdefizite, die Umweltzerstörung, die Profite der Maschmeyers und Banken, " angeht, beschweren Sie sich lieber beim TREUDOOFERGEBENEN Wähler. DER braucht DAS!!!

Das ist aber eine andere Qualität als ob ich nicht mit einem Blick ins Geburtenregister, durch Kindergartenbelegungsplätze oder Zahl der Einschulungsuntersuchungen hochrechnen könnte, wieviele Lehrer ich in welchen Klassenstufen ab wann benötigen werde.

Und ich verwahre mich gegen die Unterstellung, das Haseloff dafür alleine verantwortlich ist!!!