Das France Mobil ist zu Gast an der Grundschule Heidstock.
Bis 2030 werden mehr Lehrer und Lehrerinnen an den Grundschulen fehlen als bisher erwartet. Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Prognose Lehrermangel noch größer als erwartet

Dass es auch in den kommenden Jahren an Lehrern fehlen wird, ist bekannt. Nun gibt es eine neue Prognose. Danach fällt der Lehrermangel mindestens 70 Prozent höher aus als erwartet. Von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kamen bereits Forderungen nach einer Abschaffung des Numerus Clausus.

Das France Mobil ist zu Gast an der Grundschule Heidstock.
Bis 2030 werden mehr Lehrer und Lehrerinnen an den Grundschulen fehlen als bisher erwartet. Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Der Lehrermangel wird in den kommenden Jahren noch größer ausfallen als erwartet. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung mangelt es bis 2025 an mindestens 26.300 Grundschullehrern. Die Kultusministerkonferenz habe zuletzt die Zahl der fehlenden Lehrkräfte noch auf etwa 15.000 geschätzt.

Grundlage für die Bertelsmann-Studie ist die Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes. Darin wird davon ausgegangen, dass es 2025 rund 3,23 Millionen Grundschulkinder gibt, 168.000 mehr als bisher angenommen. Auch 2030 würden die Schülerzahlen absehbar höher liegen. Statt der geschätzten 3,01 Millionen müsse dann im Primarbereich mit 3,18 Millionen Schulkindern gerechnet werden.

Demnach gibt es für den Zeitraum 2026 bis 2030 einen prognostizierten Absolventenüberschuss von etwa 6.750 Grundschullehrern. Dem stehe nach jetzigen Berechnungen aber ein zusätzlicher Bedarf von 10.600 Pädagogen gegenüber.

GEW fordert NC-Abschaffung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte angesichts der neuen Prognosen eine Ausbildungsoffensive. Der Numerus Clausus (NC) für ein entsprechendes Studium solle abgeschafft, die Zahl der Studienplätze deutlich ausgebaut werden. Es sei eine "Schande", dass junge Menschen keinen Studienplatz bekämen, erklärte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe unterdessen, die Anstrengungen, mehr junge Leute für den Lehrerberuf zu gewinnen, müssten verstärkt werden. "Sicherlich müssen wir überlegen, wie wir unsere Prognoseinstrumente weiterentwickeln, um rechtzeitig gegensteuern zu können", sagte Karliczek. Zudem brauche es mehr Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen sowie "eine moderne Lehrerbildung in all ihren Phasen und eine Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens dieses wichtigen Berufes".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. September 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 22:34 Uhr

46 Kommentare

falko vor 1 Wochen

.....Sie tun mir echt leid, so Sie diese Erfahrungen machen mussten. Ich kenne diesgleichen niemanden. So sie dies durchmachen mussten ... es hilft eventuell ein Psychater. Dort sitzen auch viele Schüler.

falko vor 1 Wochen

... fragen Sie doch diese Studenten einmal nach dem Warum! Warum die diesen Beruf ergreifen wollen! Sicher werden Ihnen einige antworten .... arbeiten an der Zukunft des Landes und anderer Floskeln. Doch wie es um dem Lehrerstand wirklich bestellt ist .... mein Lieber .... reden Sie mit denen die schon seit Jahren dort kämpfen. Einen, meiner Meinung nach, hoffnungslosen Kampf führen. legen Sie Ihre Scheuklappen ab und sehen Sie das wahre Leben. Jedoch, wenn ich bedenke - als CDU voter, eine Partei die seit sooooooo langer Zeit das Sagen hat .... und wo stehen wir ? Mich wunderts nicht.

falko vor 1 Wochen

Redet doch mal mit den Lehrern .... denn nur die haben die wirkliche Sicht auf die Dinge. Habe einige davon in Familie bzw. im Bekanntenkreis. Was die manchmal aus dem Alltag plaudern .... da würde sich so mancher, der hier sinnfrei kommentiert, beser daran tun - sich eine gute Flasche Wein zu nehmen und sich das leben schön saufen. In diesem Sinne .....Prost.

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