SPD-Parteivorsitz Leipziger Allerdissen tritt gegen Nahles an

Der Leipziger Sozialdemokrat Rolf Allerdissen will als Kandidat für den Bundesvorsitz der SPD antreten. Seiner geringen Chancen gegen Fraktionschefin Nahles ist er sich bewusst. Er will gegen das System antreten, das Nahles innerhalb der Partei vertritt. Seine Mission: ein deutlicher Linksschwenk.

Der Leipziger Sozialdemokrat Rolf Allerdissen will als Kandidat für den Bundesvorsitz der SPD antreten. Das teilte der 51-Jährige dem SPD-Bundesvorstand mit.

Allerdissen setzt sich innerhalb der SPD bislang vor allem für die Rechte von Behinderten ein. Er selbst stehe als Mensch mit Behinderung oft vor den Barrieren zur Teilhabe, sagte Allerdissen. Dies wolle er nicht länger akzeptieren.

"Keine Kneipenidee"

Rolf Allerdissen
Rolf Allerdissen will sich für die Rechte behinderter Menschen einsetzen. Bildrechte: Rolf Allerdissen

Man habe ihn zur Kandidatur ermutigt, sagte Allerdissen. Das sei keine Kneipenidee. Er sei noch geerdet und damit näher an den Menschen: "In mir schlägt noch das sozialdemokratische Herz."

Schon lange kritisiere er die Bundestagsfraktionschefin Nahles aus Sicht des inklusionspolitischen Aktivisten. Oft seien Dinge von Nahles dargestellt worden, "als ob wir uns was zu wünschen hätten, wie zu Weihnachten". Die Rechte von Menschen mit Behinderung würden mit Füßen getreten – durch Gesetze, die Nahles mit verantworte. Sie sei viel zu weit von dem entfernt, was auf der Straße passiere.

Allerdissen: SPD braucht deutlichen Linksschwenk

Dass er geringe Chancen gegen Nahles habe, sei ihm bewusst, erklärte Allerdissen. Er trete nicht gegen Nahles selbst an, sondern gegen das System, das Nahles innerhalb der Partei vertrete. Das seien im Wesentlichen Entscheidungen von Oben gegen die Schwachen. Allerdissen forderte, die Partei müsse einen deutlichen Linksschwenk machen.

Die Wahl zum Bundesvorsitzenden der SPD findet am 22. April statt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20. Februar 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2018, 07:20 Uhr

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2 Kommentare

21.02.2018 21:47 ralf meier 2

Laut Eigendarstellung also ein Mann , in dem noch das sozialdemokratische Herz schlägt. Wer da an den beruflichen Werdegang des ehemaligen Essener SPD Stadtrates, dem Steiger aus dem letzten noch in Betrieb befindlichen Bergwerk in Deutschland , Herrn Guido Reil jetzt bei der AFD denkt, muß umdenken:

Hier der berufliche Werdegang des Freiberuflers Allerdissen, wie er ihn selbst auf dem Kariereportal Xing für jeden im Netz einsehbar darstellt :

09/2016 - bis heute
Peer Support Specialist - Compassionate Guide
Headnut

06/2004 - bis heute
Rekordexperte 9 Monate

03/2010 - 08/2013
Realisator
Set-AL Assistenz
Geschaftsführer
Chairman/CEO

Ich würde sagen: Eine Idealbesetzung für die nach
Kubikki 'sozialpädagogische Partei Deutschands.

21.02.2018 02:37 Max W. 1

"Allerdissen: SPD braucht deutlichen Linksschwenk"

Absolut korrekt. Und wenn die LINKE nicht so steineinfältig und selbstbezogen wäre, hätte sie auf Wagenknecht gehört und wäre in die Lücke gesprungen, die die Seeheimer "Demokraten" Deutschlands hinterlassen haben (Stichwort: Linke Volkspartei).

Wenn die SPD-Basis diese unglaubliche Fortsetzung des absoluten Nichthandelns i. A. des Kapitals aka GroKo bzw. Merkelei bestätigen sollte, war es das mit dieser Partei des Durchwurschtelns gegen Belohnung. Vielleicht bekommt die LINKE es dann doch noch hin, die Kippings, Riexingers und Komplizen 'rauszuschmeissen und Politik zu betreiben statt den Schafen von den Schäfchen zu predigen. Günstiger wird die Gelegenheit kaum werden.

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