Seenotrettung Mission Lifeline plant neue Rettungsaktion

Das alte Schiff des Dresdner Seenotrettungsvereins liegt noch beschlagnahmt in Malta fest. Dennoch plant Mission Lifeline eine neue Rettungsaktion im Mittelmeer. Derzeit wird ein Schiff vorbereitet.

Der Dresdner Seenotrettungsverein Mission Lifeline plant eine neue Rettungsmission. Mitbegründer Axel Steier sagte MDR AKTUELL: "Wir haben ein neues Schiff und statten es gerade aus."

Um was für ein Schiff es sich konkret handelt und wo es gerade vorbereitet wird, wollte der Verein nicht sagen. "Wir müssten damit rechnen, dass uns die Behörden vor Ort behindern", erklärte Steier.

Die Arbeiten am bordeigenen Krankenhaus seien aber abgeschlossen, es müssten nur noch kleine Ausstattungsarbeiten ausgeführt werden. Das Schiff sei etwas kleiner als die "Lifeline", könne aber bis zu 100 Menschen aufnehmen.

Alte "Lifeline" weiter beschlagnahmt

Das bisherige Schiff der Dresdner Seenotretter liegt noch immer in Malta fest. Die "Lifeline" hatte im Sommer 2018 mit 234 Flüchtlingen im Hafen von Valletta angelegt. Das Schiff wurde beschlagnahmt, Kapitän Claus-Peter Reisch wurde wegen des Vorwurfs einer fehlerhaften Registrierung angeklagt. Gegen eine Verurteilung zu einer Geldstrafe ging Reisch in Revision. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Verhandlungen zu Kontingentlösungen

Claus-Peter Reisch
Sprach mit dem Auswärtigen Amt: "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch Bildrechte: dpa

Unterdessen verhandelt der Dresdner Verein auf internationaler und nationaler Ebene über Vereinbarungen zu sogenannten Kontingent-Lösungen. Ziel sei es, unter anderem mit Malta, Luxemburg und Deutschland schon vor Beginn der nächsten Mission feste Vereinbarungen zur Aufnahme von Geretteten zu finden. Dazu führte der "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch am Dienstag Gespräche im Auswärtigen Amt.

Im Anschluss erklärte Reisch: "Das Gespräch auf Staatsministerebene war sehr konstruktiv. Auch im Auswärtigen Amt kann man unsere Forderungen nach festen Vereinbarungen über einen Verteilungsschlüssel zu den Flüchtlingen nachvollziehen."

Momentan mangele es nicht an der Aufnahmebereitschaft einzelner Länder, wie zum Beispiel Deutschland. "Im Auswärtigen Amt sieht man das Problem eher bei der Suche nach offenen Häfen. Also sichere Orte, in denen wir mit den Geretteten anlanden können. Wenn Länder wie Italien oder Malta trotz internationaler Rechte die Häfen für Seenotrettungsschiffe schließen, dann ist das unhaltbar."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 09. Juli 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 12:52 Uhr

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79 Kommentare

10.07.2019 12:27 MDR.de-Redaktion 79

Liebe Leser,

da die Mehrheit der Kommentare gegen unsere Netiquette verstößt, schließen wir die Kommentar-Spalte. Wir sind immer an einer konstruktiven Diskussion interessiert, doch selbst einige der freigegebenen Kommentare lassen jede Sachlichkeit vermissen und sind grundlegend aggressiv formuliert. Das ist nicht die richtige Basis für einen respektvollen Meinungsaustausch.
Darüber hinaus bieten wir Hass, Hetze und Rassismus keine Plattform. Bei uns steht die Menschenwürde über der Meinungsfreiheit.

Die MDR.de-Redaktion

10.07.2019 12:22 Paul 78

Alle Menschen auf diesen Schiffen evakuieren und die Schlepperschiffe versenken oder auch beschlagnahmen!!
Ich stimme 9, 10 und 11 voll und ganz zu, besonders 12 !! Die "Schlepperindustrie" muss beendet werden.
Es geht doch auch gut in Australien.
Hoffentlich wird diesmal der Kommentar nicht unterschlagen!

10.07.2019 12:11 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 77

@ fakt 63
Also eine Einteilung in "gute" und "böse" Schiffbrüchige?
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Und wer macht das sie?
Weil es sind ja gar keine Schiffbrüchige.
wie teilt man die dann in "gute" und
"böse" Schiffbrüchige ein????
Den Trick müssen sie uns mal erklären.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/gesellschaft/milliarden-business-schleppermafia-100.html

10.07.2019 11:47 fakt 76

>>konstanze, #39:
"Dieser Missbrauch muss bestraft werden"<<
--------
Also eine Einteilung in "gute" und "böse" Schiffbrüchige?
Das hört sich jetzt so an, als ob die seinerzeitigen Pegida-Rufe "Absaufen, Absaufen" ihre Zustimmung finden. Ich hoffe, dass dem nicht so ist.

10.07.2019 11:44 Lisa 75

Ich weiß eigentlich gar nicht mehr wie ich mein Entsetzen ausdrücken soll.
Wiesbaden, Mühlheim, Mallorca, ...
sieht denn wirklich niemand was hie in Europa passiert.

Bin ich die einzige der das auffällt?

Und dann gibt es die andren die diese Leute noch hier her holen.

Schrecklich!

10.07.2019 11:40 fakt 74

>>Buergerx, #34:
"Jetzt führen solche verurteilen Leute wie Herr Reisch schon Gespräche mit hochrangigen Politikern bzw. Institutionen und macht quasi Politik. Mit welchem Mandat?"<<
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Manche suchen halt Gespräch und Dialog, andere grölen auf der Straße dumpfe Parolen. Der erste Weg ist garantiert zielführender als der zweite.
Nebenbei: Eigentlich hat jeder Bürger die Möglichkeit, Gespräche mit seinem Bundestags- oder Landtagsabgeordneten zu führen, dafür gibt es deren Bürgersprechstunden. Man muss die Gelegenheit nur nutzen und, wenn einem etwas nicht passt, mit sachlichen Argumenten kritisieren. Ob es letztendlich zum Erfolg führt, ist offen. Mehr bringen als Hass- und Hetzkommentare abzusondern tut es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

10.07.2019 11:20 sh 73

Interessant, man verhandelt nun schon auf Staatsministerebene. In diesem Land wird es immer abenteuerlicher. Und @25 Susanne, es ist eine Unverschämtheit, anderen deutschen Bürgern nahe zu legen das Land zu verlassen, wenn einem die Flüchtlingspolitik nicht passt. Sie dürfen gern Ihre Meinung haben, aber ich würde schon gern meine Steuern für deutsche Bürger und deren Wohlergehen zahlen und nicht für illegale Einwanderung. Vielleicht sollten andere Kontinente mal zur Arbeit übergehen und nicht in andere Sozialsystem drängen und das zum großen Teil aus wirtschaftlichen Interessen.

10.07.2019 10:55 Buergerx 72

@52 mdr-Redaktion:
"[Hallo Chemiker,
viele Flüchtlinge werden in libyschen Hoheitsgewässern gerettet. Libyen wird von der EU, und dem UNHCR jedoch in hohem Maße als unsicher eingestuft. Tunesien ist für private Rettungsschiffe ebenfalls keine Option, da ihnen das Anlanden in Tunis untersagt ist.
Grüße aus der MDR.de-Redaktion]"

Auch in Malta und Italien ist respektive war das Anlanden untersagt, hat Frau Rackete nicht interessiert. Warum dann nicht nach Tunis?

10.07.2019 10:49 Mane 71

Warum gibt es so viele Probleme in Deutschland? Da wir die Welt retten!

10.07.2019 10:43 jochen 70

60# Die Schlepperschiffe könnten doch die Einfahrt in einen tunesischen Hafen erzwingen.
Das ist gerade groß in Mode.