Ein Rentner auf einer Bank
Im mittleren Alter von 40 bis 60 Jahren sind Männer häufiger von Einsamkeit betroffen als Frauen - mit zunehmendem Alter ändert sich das Verhältnis jedoch. Bildrechte: imago images / Future Image

Teilhabe Linke fordert Konzept gegen Einsamkeit

Einsamkeit nimmt im Alter zu - das belegen Studien immer wieder. Fast jeder zehnte Bundesbürger zwischen 40 und 89 Jahren ist von Einsamkeit betroffen. Die Linke fordert nun politische Abhilfe dagegen.

Ein Rentner auf einer Bank
Im mittleren Alter von 40 bis 60 Jahren sind Männer häufiger von Einsamkeit betroffen als Frauen - mit zunehmendem Alter ändert sich das Verhältnis jedoch. Bildrechte: imago images / Future Image

Die Linke hat von der Bundesregierung ein umfassendes Konzept gegen Einsamkeit gefordert. Damit reagiert die Partei auf eine Studie, wonach 9,1 Prozent der in Privathaushalten lebenden Menschen zwischen 40 und 89 Jahren von Einsamkeit betroffen sind. Bei den Menschen zwischen 85 und 89 Jahren sind sogar 14,7 Prozent sozial isoliert, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht. Die Regierung stützte sich dazu auf Daten des Deutschen Alterssurveys, einer vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie.

Einsamkeit und soziale Isolation Mit Einsamkeit wird eine subjektive Empfindung beschrieben. Als einsam gilt man, wenn die Beziehungen, die man pflegt, nicht den eigenen Bedürfnissen nach Zugehörigkeit und Geborgenheit entsprechen.

Soziale Isolation dagegen beschreibt einen auch von außen beobachtbaren Mangel an Kontakten mit anderen Menschen.

Linke-Politikerin Sabine Zimmermann
Sabine Zimmermann Bildrechte: Linke-Bundestagsfraktion

Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann beklagte, Einsamkeit sei zwar unsichtbar, habe aber schwerwiegende Folgen. "Psychische und körperliche Gesundheit werden von Einsamkeit und sozialer Isolation negativ beeinflusst", sagte sie. Als Vorbild verwies sie auf Länder wie die Niederlande, wo es ein Aktionsprogramm gegen Einsamkeit gebe. Auch in Deutschland sei eine solide Finanzierung nötig, um niedrigschwellige Teilhabeangebote wie Nachbarschaftstreffen oder gemeinsames Kochen zu fördern.

So etwas flächendeckend in Gang zu bringen, kann nicht nur ehrenamtlich funktionieren.

Sabine Zimmermann Bundestagsabgeordnete Linke
Senioren sitzen auf einer Bank 40 min
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Älterwerden ist ein vielschichtiger Prozess. Wie können wir diesen Lebensabschnitt positiv gestalten? Wir sprechen mit dem Altersforscher Prof. Jürgen Wolf und stellen Konzepte vor, die ein glückliches Altern befördern.

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Studien belegen schon seit Längerem, dass Einsamkeit im hohen Alter zunimmt. Auch negative Gesundheitsfolgen sind belegt. So führt Einsamkeit in vielen Fällen zu erhöhtem Blutdruck und steigert damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch psychische Erkrankungen und Demenz sollen durch Einsamkeit und soziale Isolation begünstigt werden.

Die Bundesregierung erklärte in ihrer Antwort, sie prüfe, inwieweit bisherige Strategien und Konzepte ausreichten, um Einsamkeit zu bekämpfen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. November 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2019, 13:23 Uhr

11 Kommentare

frank d vor 3 Wochen

Unsere Linken Verantwortlich für alles und gar nichts,
Was ist mit unglücklich verheirateten? Oder Menschen welche natürlich aufgrund der Gesellschaft keinen Partner finden? da könnte ein Staatliches Konzept einer Tauschbörse helfen, Oder was wäre mit Sharing Konzepten.

Gegen eine Tatsache helfen allerdings keine Linken Konzepte, Dass Ergebnis aller bisherigen Versuche den real existierenden Sozialismus umzusetzen waren immer leere Regale. und Gleichheit in Armut für alle.
Sobald das Geld der anderen alle ist, verlieren die Linken traditionell die Contenance. enteignen alle und melden nach dem alles heruntergewirtschaftet wurde Insolvenz an. Ruinen schaffen auch ohne Waffen.
Warum fragt niemand mal nach der Alten Mauer der Linken an der sogar geschossen wurde.

goffman vor 3 Wochen

Niemand möchte Ihnen die gewünschte Einsamkeit nehmen. Es geht um die Menschen, die ungewollt einsam sind. Waren Sie mal in einem Altersheim? Haben dort mit den Menschen gesprochen? Ich kenne viele alte Menschen die sich einsam und verlassen fühlen. Für die gibt es nichts Schöneres, als wenn man sich mal eine Stunde nimmt und sich zu ihnen setzt. Früher hat sich auch das Pflegepersonal mehr Zeit genommen. Heute ist das stramm durchgetaktet (zumindest in einigen Altenheimen) quasi Massenabfertigung. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch viele jüngere Menschen sich nach mehr sozialer Interaktion sehnen.

Zugrunde liegt dem ganzen natürlich eine kulturelle Entwicklung. Leistungszwang, (a)soziale Medien bzw. generell eine Verschiebung des Alltags in die digitale Welt, Individualismus bzw. zunehmender Egozentrismus - über die Ursachen kann man diskutieren. Wichtig ist: man kann die Ursachen auch politisch lenken. Schön, das es dafür ein Bewusstsein gibt.

Udo vor 3 Wochen

Meines Wissens gibt es doch schon Möglichkeiten, der Einsamkeit zu entfliehen, wenn man es überhaupt will.
Dafür nun auch noch ein Regierungskonzept zu fordern, ist schon merkwürdig.