Nach Verbot "Linksunten.indymedia.org" meldet sich zurück

Am Freitag hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Internetplattform "linksunten.indymedia.org" verboten. Kurz darauf war die Seite offline. Doch jetzt ist sie wieder erreichbar und zwar mit einem klaren Statement: "Wir sind bald wieder zurück".

Die verbotene Internetplattform "linksunten.indymedia.org" ist wieder erreichbar. Zu sehen ist allerdings nur eine Seite, auf der unter anderem steht: "Wir sind bald wieder zurück..."

Darunter zitierten die Autoren die "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace", die der Internetaktivist John Perry Barlow 1996 beim Weltwirtschaftsforum in Davos verkündet hatte. Darin heißt es, Staaten hätten in der digitalen Welt "kein moralisches Recht" zu regieren. Der Cyberspce liege außerhalb ihrer Hoheitsgebiete. Der neue Eintrag endet mit den Worten: "Misère für De Maizière".

Weiterbetrieb der Seite jetzt strafbar

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte die Plattform am Freitag verboten. Er sagte zur Begründung, "linksunten.indymedia.org" sei die bedeutendste Seite für gewaltbereite Linksextremisten und der Weiterbetrieb ab sofort eine Straftat. Dem Minister zufolge wurde in Einträgen auf "linksunten.indymedia.org" unter anderem zu Gewalttaten gegen Polizisten aufgerufen, ebenso wie zu Anschlägen auf Bahnanlagen und Infrastruktureinrichtungen. Zudem seien dort Anleitungen zum Bau von Molotow-Cocktails und anderen Brandsätzen veröffentlicht worden.

Domain offenbar auf neuen Server umgezogen

Im Zusammenhang mit dem Verbot hatte es am Freitag auch Durchsuchungen bei Betreibern der Plattform im baden-württembergischen Freiburg gegeben. Die Seite war zunächst noch online, ging dann aber vom Netz.

Wer hinter dem Eintrag vom Samstag steckt, ist unklar. Der oder die Verfasser geben sich nicht zu erkennen. Wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt, ist die Domain "linksunten.indymedia.org" inzwischen von einem Server in Frankreich auf einen Rechner in Kanada umgezogen.

Die Haupt-Domain "indymedia.org" gehört einem Verein zur "Demokratisierung der Kommunikation" (Associacao Brasileira pela Democratizacao da Comunicacao) im brasilianischen Sao Paulo. Das Verbot des Innenministeriums bezieht sich nur auf den "linksunten"-Bereich.

Demo in Freiburg geplant

Am Samstagabend gab es in Freiburg eine Demonstration gegen das Verbot der Internetplattform. Rund 200 Menschen waren einem Aufruf der linken Szene gefolgt. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen "Keine Plattform ist illegal". Die Polizei sprach am Abend von einem friedlichen Verlauf. Angemeldet war die Kundgebung allerdings nicht. Es war im Internet an verschiedenen Stellen dazu aufgerufen worden.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 26.08.2017 | 12:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2017, 20:36 Uhr

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36 Kommentare

11.09.2018 11:51 MuellerF 36

Bei der Menge strafrechtlich relevanter Inhalte, die da tagtäglich online sind , müsste man konsequenterweise auch facebook, twitter, vk, youtube & wie sie alle heißen verbieten bzw. abschalten. Hier jedoch offenbaren sich eklatante Doppelstandards!

28.08.2017 16:32 Morchelchen 35

Tja, unverbesserlich. Aber wir wissen das ja längst! Wer nach 40 Jahren DDR, der unsäglichen Diktatur in Nordkorea, von Maos Chaos und Castros Misswirtschaft mal abgesehen, immer noch von einer besseren Welt unter Führung linker Kräfte schwärmt, wie daran eisern arbeitet, ist total beratungsresistent.

28.08.2017 10:44 der_Silvio 34

@23 HappyHippohooligan; Wer heult denn?
Aus Kommentaren wie ihrem und Krause in #33 ist doch offenbar, wie sehr sie sich ärgern, ihre interaktive Spielwiese verloren zu haben.

Gewalt, Aufrufe dazu und die Verherrlichung derselben sind absolut inakzeptabel! Es spielt keine Rolle von wem so etwas kommt und an wen das gerichtet ist!

Adonis hat in #30 vollkommen Recht!
Wer vor der deutschen Geschichte von vor 70 Jahren warnt, sollte sich im klaren sein, daß man auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen kann.
Wenn Gewalt verherrlicht und dazu aufgerufen wird, wie weit sind wir da von der Geschichte weg?

27.08.2017 23:27 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 33

@ 31:
Meine Mami hat mich zu anständigem Verhalten erzogen (gut... das kommt nicht bei jedem an...), das auch beinhaltet, daß ich liebgewonnene Bekannte freundlich begrüße.
Nachdem mancher schon befürchte, auf diese 'social-media-Plattform' verzichten zu müssen, ist doch nur ein freundliches 'Welcome back! =)" passend.

"Scheiß auf Anstand!" ? Da scheiß ick drauf!

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27.08.2017 20:44 na klar, @ 23 .... 32

und man kann sie sehr laut heulen hören, die rotlackierten Nazis.
Mimimimimiiii
Denn nichts anderes sind Extremisten jeglicher Coleur.
Wer selbst keine Grenzen kennt, dem müssen sie gesetzt werden.
Es geht nicht, dass ein ganzes Land durch Extremisten jeglicher Farbgebung terrorisiert wird. Einmal muss Schluss sein.

27.08.2017 18:40 Wo geht es hin? 31

@Alf - Zitat von Ihnen: "....es handelt sich ja immerhin um einen verbotenen Verein..." Zitat Ende. Das mit dem "Verein" ist für mich Quatsch - die waren nie ein angemeldeter "Verein", sondern wurden in Erklärungsnot vom Innenministerium einfach dazu gemacht. Dabei wäre es doch so einfach gewesen (Beispiel "Gruppe Freital"): man bezeichnet die als das, was sie sind: eine kriminelle Vereinigung - und schon hätte man den extra neu gebauten Verhandlungssaal in DD gleich weiter sinnvoll nutzen können. Und nicht nur bei der "Gruppe Freital" machten sich Symphtatisanten über die Justiz lustig - auch hier: siehe Zitat Krause: "Welcome back! =)" Zitat Ende. Danke für die Offenbarung!

27.08.2017 14:27 Adonis 30

@ Hippiehooligan 23 ... Wo sind hier Nazis? Haben sie irgendwelche Beweise für ihre Deformierung? Natürlich nicht, weil alle die rechts von ihrer linken Gesinnung stehen sind automatisch rechts und Nazis. Wie einfältig und dümmlich, weil dazwischen ist alles. Sie aber mit ihrem linken Hass unterscheiden sich allerdings bis auf die Farbe nicht von den Nazis!

27.08.2017 11:21 vww321 29

Unsere Gesellschaft krankt immer mehr an zunehmender Respektlosigkeit, Intolleranz,Autoritätsanerkennung .....!!!!!
Dem muss der Staat zum Schutz der Mehrheitsgesellschaft entgegentreten, auch mit verboten !!!

27.08.2017 10:45 jochen 28

"Wir sind bald wieder zurück" - Dieser Staat und seine Justiz halte ich für unglaublich unfähig. Das sich kriminelle Chaoten derart gegen den Staat stellen, und die Justiz ignorieren darf nicht passieren.
Am 24.9.17 richtig wählen.

27.08.2017 10:41 gerd 27

die hassmaschiene ist wieder online.