Verdienstausfälle wegen Corona Bund und Länder sichern Löhne in Behindertenwerkstätten

Menschen mit Behinderungen sollen bei Verdienstausfällen in der Corona-Krise besser unterstützt werden. Damit den Bundesländern dafür mehr Geld zur Verfügung steht, verzichtet der Bund vorübergehend auf Einnahmen.

Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt der Diakonie Mitteldeutschland fertigen in Halle (Sachsen-Anhalt) Aufsteller für Plakate.
Mitarbeiter einer Behindertenwerkstatt der Diakonie Mitteldeutschland in Halle. Bildrechte: dpa

Die Löhne von Menschen, die in Behindertenwerkstätten arbeiten, sollen besser abgesichert werden. Um die Folgen der Corona-Pandemie für die Beschäftigten in diesem Bereich gering zu halten, verzichtet der Bund zu Gunsten der Länder vorübergehend auf Einnahmen. Wie das bayerische Sozialministerium mitteilte, geht es um eine Summe von zunächst 70 Millionen Euro.

Das Geld stammt aus dem Ausgleichsfonds zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen. In dem Fonds landen die Ausgleichsabgaben von Unternehmen, die nicht die vorgeschriebene Zahl an schwerbehinderten Menschen einstellen. Das Geld wird zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Schlüssel für diese Verteilung wird nun geändert.

300.000 Beschäftigte betroffen

Nach Angaben der deutschen Behindertenwerkstätten haben in der Corona-Krise etliche Firmen Insolvenz angemeldet. Aufgrund coronabedingter Schließungen sind den Werkstätten hohe Einnahmen weggebrochen. Bundesweit arbeiten mehr als 300.000 Menschen in den Betrieben. Die Beschäftigten in diesem Sektor erhalten kein Kurzarbeitergeld.

Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) sagte, die Werkstätten leisteten unverzichtbare Arbeit. Man wolle mit der Einigung die Werkstattlöhne stützen und sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung nicht die Leidtragenden der Krise seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juli 2020 | 15:00 Uhr