Wegweiser West und Ost mit Geldscheinen und Geldmünzen, ungleiche Gehälter in West- und Ostdeutschland
Das Lohngefälle zwischen West und Ost hat sich 2018 relativ stark verringert. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Lohngefälle in Deutschland Osten verdient 550 Euro weniger

Die Lohnlücke zwischen Ost und West hat sich leicht verringert, ist aber unverändert hoch. Der Durchschnittslohn eines ostdeutschen Vollbeschäftigten kletterte im vergangenen Jahr auf 84 Prozent des Westniveaus. Der Ostbeauftragte Hirte sieht eine sehr gute Entwicklung.

Wegweiser West und Ost mit Geldscheinen und Geldmünzen, ungleiche Gehälter in West- und Ostdeutschland
Das Lohngefälle zwischen West und Ost hat sich 2018 relativ stark verringert. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Beschäftigte in Ostdeutschland bekommen weiterhin deutlich geringere Löhne und Gehälter als vergleichbare Vollzeitkräfte im Westen. Dabei ist die Lohnlücke zuletzt geschrumpft, wie Daten des Bundeswirtschaftsministeriums belegen.

Der alljährlichen repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge lag 2018 der durchschnittliche Brutto-Monatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten in Ostdeutschland bei 2.790 Euro. Das entspricht 84 Prozent des entsprechenden Verdienstes in den alten Bundesländern in Höhe von 3.340 Euro.

Lohnlücke schrumpft nach Pause wieder

Damit schrumpfte die Lohnlücke im Vergleich zu 2017 relativ stark um drei Prozentpunkte. Dabei war die Lohndifferenz 2016 mit 82 Prozent sogar schon geringer gewesen als vor zwei Jahren. Insgesamt verringerte sich das Gefälle kontinuierlich, aber zuletzt dynamischer.

Ostbeauftragter sieht guten Fortschritt

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, sieht daher bei der Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland weiteren Handlungsbedarf. Dennoch zeigten die Zahlen, dass sich der Abstand verringere, denn man müsse die geringeren Lebenshaltungskosten gegenüberstellen, zum Beispiel für Wohnraum oder Kinderbetreuung. Hirte sagte, er könne nur dazu ermuntern, die Chancen im Osten zu entdecken.

Christian Hirte CDU Ostbeauftragter der Bundesregierung
Christian Hirte, CDU Ostbeauftragter der Bundesregierung Bildrechte: imago/Jürgen Heinrich

Insgesamt ist die Lebensqualität hervorragend, wir müssen den Vergleich mit Westdeutschland nicht scheuen. Gerade für junge Leute lohnt es sich, in der Heimat zu bleiben oder in den Osten zurückzukehren.

Das IAB-Betriebspanel ist eine seit 1996 erhobene, jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung. In jedem Jahr werden von Ende Juni bis Oktober bundesweit über 15.000 Betriebe aller Wirtschaftszweige und Größenklassen befragt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 18:58 Uhr

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31 Kommentare

14.07.2019 17:08 Mane 31

Nr.15 Schade,wenn man nur Ossi schreiben kann und nicht Spezialisten.

14.07.2019 16:46 Manni an Mediator (29) 30

Wenn ich Ihre Ausführungen zusammenfassen darf, heißt das im Fazit: Die "Jammer Ossis" sollen froh sein, das sie heute fürs Arbeiten überhaupt noch bezahlt werden. Am Besten wäre es nach Ihren Worten, wenn den "Jammer Ossis" Lohn und Gehalt als Reparationsleistung für die "Wiedervereinigung" sofort gepfändet werden würde.

Habe ich Ihre Ausführungen so richtig wiedergegeben?

14.07.2019 15:19 Mediator 29

@Heidi(28): Ja klar... wie haben nur die anderen Länder überlebt, die keine DDR zum runterwirtschaften hatten? Kauf die mal ein Geschichtsbuch!

@Rentner(27): Welche Alternative gab es denn für die Treuhand bei Unternehmen, die für die Herstellung einer Glühbirne 3 mal so viel Personal gebraucht haben wie Unternehmen im Westen. Die DDR Wirtschaft lag 30 Jahre hinter der Produktivität des Westens zurück. Das ist eine stolze Zahl bei einem Land, dass es nur 40 Jahre gemacht hat. So was kennt man auch aus der Slowakei, wo in den 2000er Jahren mit ausrangierten Westmaschinen trotzdem konkurrenzfähig Elektronik in schlechter Qualität für u.a. für die Automobilindustrie produziert werden konnte. Möglich war das aber nur dank der niedrigen Löhne in einer lokalen Währung.

Wiedervereinigung + DM + weiterhin in unrentablen Betrieben weiter irgend etwas am Markt vorbei produzieren .... das hat halt keine Chance gehabt.

[Liebe Mediator,
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14.07.2019 12:29 Heidi 28

@ 2 3 DDR war rundergewirtschaft du hast ja den Knall nicht gehört die hat man total rundergew. 1990 mit der Treuhand so sieht es aus um damit der Westen überleben kann, begreifst du aber so und so nicht mehr und der russe hat uns fallen lassen nach dem er alle Bodenschätze die wir hatten einige davon rausgeholt haben es gab nichts mehr zu holen.

14.07.2019 11:16 Fragender Rentner 27

@Mia zu 24
Du schreibst auch: Wer wollte denn im Osten angeblich bewusst Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit treiben? Die Arbeitsamtsmafia?

Wer hat denn erst das Geschaffen, wohl eher die "Treuhand" !!!!!!!!!!!

Wo stand denn Westeuropa in den 80er Jahren und bis weit in die 90er Jahre, in einer Rezession oder nicht?

Nur die Industrie im Westen hatte einen Nutzen vom Osten und dann die gesamte Osterweiterung der EU.

Schau dir nur mal die Kurse der Börsen in den Jahren an.

13.07.2019 23:01 Mediator an einfach ein normaler Bürger(25) 26

Pauschalschelte ist sicher nie zielführend, aber darum geht es ja gar nicht wenn man eine große heterogene Gruppe in kleinere homogenere Gruppen unterteilt und diese pauschalierend beschreibt.

Es gibt viele Günde, warum das Lohnniveau im Osten niedriger ist als in Teilen des Westens und alle kommen ohne Verschwörungstheorie aus. Da wäre zunächst einmal die Wirtschaftsstruktur, die historische Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die Verbreitung von Tarifverträgen.

Wer all diese Fakten ignoriert und immer nur den bösen Westen oder den Bund dafür verantwortlich macht, dass irgendeine Statistik ein Delta zwischen Ost und West aufweist, der will nicht verstehen. Typisch für diese Leute ist leider auch, dass sie die massiven Anstrengungen des Bundes ignorieren, die im Rahmen des Aufbaus Ost in die neuen Bundesländer flossen.

PS: Im echten Leben habe ich die Menschen aus Ostdeutschland i.d.r. als anpackende Kollegen kennengelernt. Da gab es kein Wir gegen Die.

13.07.2019 19:47 einfach ein normaler Bürger 25

Danke ..!@23 Mediator für Ihre Rückinfo...dakor ,denn jetzt schreiben Sie ,,es gibt ihn ,,Den Jammer Ossi,,ja Den gibt es,aber bitte nicht als Pauschalschelte.
Es gibt aber auch den,, anpackenden Ossi,,
Wollte lediglich darauf hinweisen, Pauschalschelte ist für nicht zutreffend und zielführend.

War übrigens nach der Wende 25 Jahre in ltd. Stellung(u.a.AR) in einem (Weltweiten/dt.) Konzern mit Ostdt.Standorten. Unsere Ostdt. Standorte hatten mit die höchste Rentablität und die Menschen haben nicht gewartet, dass die Zeit sich wandelt....sondern angepackt und gehandelt.

Pauschal ist nicht zielführend!!!!

13.07.2019 19:25 Mia 24

@Rentner 22:
Sie haben anscheinend nie mit offenen Augen in der DDR gelebt, denn ansonsten würden sie nicht solch einen Unsinn von sich geben. Viele DDR Betriebe waren schlicht und ergreifend nicht unter den Bedingungen des Marktes überlebensfähig. Wer das nach dreißig Jahren immer noch leugnet, der will sich nicht weiter entwickeln. Sich dreißig Jahre alte Wunden zu lecken hilft übrigens bei der Gestaltung der Zukunft ungemein weiter.

Wer wollte denn im Osten angeblich bewusst Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit treiben? Die Arbeitsamtsmafia?

13.07.2019 18:02 Mediator an einfach ein normaler Bürger(19) 23

Also erst mal vielen Dank für die Zustimmung zu meinem Beitrag. Mir persönlich ist es völlig egal wo jemand lebt oder großgeworden ist und mit dem Begriff Ossi verbinde ich mehr oder weniger nur eine geopraphische Zuschreibung.

Was aber den sogenannten "Jammer Ossi" angeht, so ist das leider ein feststehender Begriff der signifikante Unterschiede zwischen Ost und West ausdrückt. Auch anderen Regionen in Deutschland geht es wirtschaftlich schlecht oder sie leiden unter den Folgen eines Strukturwandels. Allerdings ist den meisten klar, WESHALB sie in dieser Sitiuation sind und sie LEUGENEN nicht die Ursachen. Die meisten dieser Regionen haben vom Bund und den anderen Ländern weniger Solidaritätsleistungen als die NBL erhalten. Etliche Billionen € sind keine Kleinigkeit und zeigen auf, wie tief die DDR runtergewirtschaftet war.

In anderen Regionen betreibt man auch eine realistische Lagebeurteilung was die Probleme angeht und begnügt sich nicht mit einem populistischen Narrativ.

13.07.2019 16:19 Fragender Rentner 22

@Kiel_oben zu 20

War doch klar das so etwas kommt !!!

Erst wurde alles im Osten geschliffen, dass den Menschen nur eine Wahl blieb.

Entweder Arbeitslos und dann H4 !!! :-(((

Oder man geht dahin wo noch Arbeit für meist weniger Lohn angeboten wird !!!

Es gingen auch noch andere in die EU-Staaten zum Arbeiten.

Unter Ostzeiten gingen auch viele Menschen in andere Gegenden zum Arbeiten und auch für eine Wohnung, sowie auch für mehr Geld.

Warum ziehen nicht viele im Westen der Arbeit hinterher und bleiben in ihrer gewohnten Gegend?

Siehe z.B. die größere Arbeitslosigkeit in NRW und wer zieht da wohl weg ???