Horst Seehofer, Holger Münch und Thomas Haldenwang
Bundesinnenminister Seehofer, BKA-Chef Münch und Verfassungsschutz-Chef Haldenwang beantworteten bei der gemeinsamen Pressekonferenz Fragen zum Fall Lübcke. Bildrechte: dpa

Sicherheitsbehörden Tatwaffe im Fall Lübcke noch nicht gefunden

Im Mordfall Lübcke schweigt der Tatverdächtige weiter. Wie BKA-Präsident Holger Münch in Berlin weiter mitteilte, wurde die Tatwaffe im Fall des erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke noch nicht gefunden.

Horst Seehofer, Holger Münch und Thomas Haldenwang
Bundesinnenminister Seehofer, BKA-Chef Münch und Verfassungsschutz-Chef Haldenwang beantworteten bei der gemeinsamen Pressekonferenz Fragen zum Fall Lübcke. Bildrechte: dpa

Im Fall des getöteten Kassler Regierungspräsidenten Lübcke schweigt der Verdächtige weiter. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, erklärte am Dienstag, Stephan E. habe sich bisher nicht zu der Tat geäußert. Die Tatwaffe sei noch nicht gefunden worden. Der Verdächtige sei Mitglied in einem Schützenverein, habe aber keine waffenrechtliche Erlaubnis gehabt. Der Ermittlungen liefen mit Hochdruck weiter.

Bislang keine Hinweise auf Netzwerk

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, derzeit sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Täter um einen Rechtsextremisten handle und die Tat einen rechtsextremen Hintergrund habe. Das lege insbesondere die Biografie des inhaftierten 45-Jährigen nahe. Weiter unklar sei, ob der Täter allein oder als Teil einer Gruppe oder gar Netzwerks gehandelt habe. Bisher gebe es darauf keine Hinweise.

Ein rechtsextremistischer Anschlag auf einen führenden Repräsentanten des Staates ist ein Alarmsignal, richtet sich gegen uns alle.

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister

Der Verdächtige sei vor allem in den 1980er und 90er Jahren als Rechtsextremist in Erscheinung getreten, erklärte Bundesverfassungsschutzchef Thomas Haldenwang. Zuletzt sei Stephan E. aber "eher in den Hintergrund der Beobachtung getreten". Haldenwang sagte zudem, der Bundesverfassungsschutz gehe von momentan 12.700 gewaltbereiten Rechtsextremisten aus. Es sei nahezu unmöglich, diese alle rund um die Uhr im Blick zu behalten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Juni 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 15:04 Uhr