Nach Absturz EU-Luftfahrtbehörde sperrt Luftraum für Boeing 737 MAX 8

Die EU sperrt ihren gesamten Luftraum für Verkehrsflugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 8. Die Sperrung gelte ab Dienstagabend um 20.00 Uhr, teilte die europäische Luftfahrtbehörde EASA mit. Einen solchen Schritt hatten zuvor schon Deutschland und andere EU-Länder als Reaktion auf das Flugzeugunglück in Äthiopien vollzogen. Die USA sehen bislang noch von einem Startverbot ab.

Nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX 8 am Wochenende in Äthiopien dürfen Flugzeuge dieses Typs nicht mehr innerhalb der EU eingesetzt werden. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA sperrte den Luftraum für Maschinen des Typs. Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme", erklärte die EASA am Dienstagabend.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) diese Maßnahme bereits für den deutschen Luftraum angekündigt: "Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max 8 ab sofort gesperrt wird", erklärte der Minister nach einem Bericht des TV-Senders n-tv. Diverse andere EU-Staaten hatten ähnlich reagiert.

Start- und Landeverbote weltweit

Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 8 dürfen damit in Europa und auch in weiten Teilen Asiens nicht mehr fliegen. Zu den Ländern mit Verboten außerhalb der EU gehören: China, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen.

Darüber hinaus haben sich seit Montag mehrere Fluggesellschaften entschieden, die Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Rund 80 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 sind daher zeitweise nicht in Betrieb. Dazu gehören: der deutsch-britische Reisekonzern Tuifly (15 Flugzeuge), Norwegian (18), Turkish Airlines (12), die mexikanische Airline Aeroméxico (6), Aerolíneas Argentinas (5), Ethiopian Airlines (4), Icelandair (3), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gol (7), Polens Lot (5) und Südafrikas Comair (1).

Kein Verbot in den USA

Die Luftfahrtbehörde der USA, wo der Boeing-Typ gebaut wird, lehnt ein Startverbot hingegen ab. Die US-Luftfahrtbehörde FAA forderte Boeing aber zu Nachbesserungen an den Maschinen auf.

Am Sonntag war eine Boeing 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start abgestürzt. Alle 157 Menschen an Bord starben. Erst im Oktober war eine solche Maschine der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air kurz nach dem Start verunglückt.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach angesichts der Luftraumsperrungen von einem "drastischen Schritt". Die Zeit der Sperrung müsse nun für eine gründliche Untersuchung des Unfalls genutzt werden. Bis zur Klärung der Ursache der Katastrophe "verbieten sich Spekulationen zum Unfallhergang".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. März 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 19:41 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

14.03.2019 17:27 Gerd Müller 3

sind die teuren flieger versichert oder zahlt boing bzw. liefert neues ersatzflugzeug oder nimmt mangelware gegen gelderstattung zurück so wie wir das beim kauf von profukten kennen

12.03.2019 18:06 POPO 2

Stellt Euch vor, das wäre AIRBUS passiert. Die Klagen aus Amerika...…..

12.03.2019 16:49 optinator 1

Airbus lässt grüßen !

Grundsätzlich sind ja diese zwei Flugzeuge nach dem Start abgestürzt.
Wenn diese über Deutschland sind, haben diese schon den kritischen Punkt überwunden.