Bundeswehr MAD-Chef Gramm muss gehen

Der Präsident des Militärischen Abschirmdienstes, Christof Gramm, wird abgelöst. Dem MAD wird vorgeworfen, zu lasch gegen Rechtsextreme in der Bundeswehr vorgegangen zu sein.

Christof Gramm, Präsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD)
Mit 62 in den einstweiligen Ruhestand versetzt: MAD-Präsident Christof Gramm. Bildrechte: dpa

Der Präsident des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), Christof Gramm, muss seinen Posten räumen. Wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte, wird der 62-Jährige "mit seinem Einverständnis" im Oktober in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Weiter heißt es, der neue Abschnitt im Kampf gegen extremistische Tendenzen bei der Bundeswehr und bei der Modernisierung des MAD erfordere "zusätzliche Anstrengungen und Dynamik".

Rechtsextreme Tendenzen nicht erkannt

Berichten zufolge erfolgt die Ablösung als Reaktion auf Pannen bei der Verfolgung rechtsextremer Soldaten in den Reihen der Bundeswehr. Nach Informationen des "Spiegel" fuhr Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Donnerstag eigens nach Köln zum Sitz des MAD und führte ein langes Gespräch mit dem Geheimdienstchef. Über die Nachfolge soll in Kürze entschieden werden.

Gramm stand seit Januar 2015 an der Spitze des Bundesamtes für den Militärischen Abschirmdienst, dem Geheimdienst der Bundeswehr. Zu den Aufgaben des MAD gehört es, extremistische Tendenzen frühzeitig zu erkennen, mögliche Netzwerke aufzudecken und gegen Beteiligte vorzugehen.

Hunderte Verdachtsfälle

In jüngster Zeit waren vermehrt Fälle von mutmaßlich rechtsextremen Umtrieben in der Bundeswehr publik geworden. Der MAD soll zuletzt seine Ermittlungen deutlich ausgeweitet haben. Laut "Spiegel" werden aktuell mehr als 700 Verdachtsfälle bearbeitet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. September 2020 | 17:00 Uhr

67 Kommentare

Wessi vor 3 Wochen

@ Norbert ...mir wird unterstellt, daß ich für Gewalt Verständnis hätte.Habe ich nirgendwo geschrieben.Ich unterstelle Ihnen jetzt nicht, daß Sie für die widerlichen Fotos der geschassten Polizisten Verstädnis haben...!"Wir hier in NRW"? Sie überhöhen da was.Und ignorieren Wahlergebnisse.

Wessi vor 3 Wochen

@ Sonnenseite ...achten Sie bitte auf Formulierungen und unterstellen Sie mir nicht Dinge, die Sie vllt. denken, die ich aber so gar nicht geschrieben habe.Sie kriminalisieren jemanden, in dem sie Ihre gewaltätigen Gedanken anderen unterstellen.Das ist gelogen, also fakenews und mich wundert,daß der mdr das so durchlässt.Und drohen Sie nicht, wenn jemand für die Gedanekn anderer Verständnis zeigt.

Les joueurs d echecs vor 3 Wochen

... der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch ...

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