Der Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst, 2013
Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst. Bildrechte: dpa

Wegen Sicherheitsbedenken MAD weist über 60 Bundeswehr-Bewerber ab

Der Militärische Abschirmdienst hat seit 2017 über 60 Bundeswehr-Bewerber wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt. Unter ihnen waren nicht nur Neonazis und "Reichsbürger", sondern auch Islamisten und Linksextreme.

Der Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst, 2013
Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst. Bildrechte: dpa

Die Bundeswehr hat in den vergangenen beiden Jahren 63 Bewerber wegen Sicherheitsbedenken abgewiesen. Das geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion hervor, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag berichteten.

Neonazis, Reichsbürger, Islamisten, Linksextreme

Demnach waren unter den 43.775 Bewerbern, welche der zuständige Militärische Abschirmdienst (MAD) zwischen Juli 2017 und Juni 2019 überprüft hat, 21 Neonazis und "Reichsbürger", zwölf Islamisten, zwei Linksextremisten sowie mehrere Straftäter und "Gewaltbereite". Bei zwei weiteren Bewerbern werde derzeit eine Mitgliedschaft in der Identitären Bewegung geprüft, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. In sechs Fällen habe sich der Verdacht auf "Ausländerextremismus" erhärtet.

MAD-Überprüfungen seit 2017

Das Bundesverteidigungsministerium hatte wegen rechtsextremistischer Vorfälle in der Bundeswehr 2017 den MAD für Personalüberprüfungen eingeschaltet. Seither wird jeder Bewerber vom Abschirmdienst durchleuchtet. Die meisten waren den Angaben zufolge unauffällig. In 1.173 Fällen hätten sich die Sicherheitsleute die Bewerber jedoch genauer angeschaut.

Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke äußerte die Vermutung, dass die Sicherheitsüberprüfung eine abschreckende Wirkung auf Neonazis habe. Zugleich kritisierte sie, dass schon länger dienende Soldaten von der Regelprüfung nicht betroffen seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. Juli 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2019, 09:48 Uhr

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5 Kommentare

21.07.2019 19:50 Carolus Nappus 5

Ulaa Jelpke vermutet also eine abschreckende Wirkung der Sicherheitsüberprüfung. Da kann man eben mal sehen, was sowas bringt. Da gilt also auch keine Unschuldsvermutung. Man stelle sich jetzt mal vor, jeder der kein Aufenthaltsrecht hat, würde auch gleich wieder abgeschoben oder gar nicht erst reingelassen. Wieviele würde das wohl davon abhalten, es zu versuchen? Oder man würde Straftäter gleich bestrafen und nicht erst mit dem Prädikat Mehrfach- oder Intensivtäter ausstatten und ansonsten lächerliche Strafen aussprechen. Also nein, das ginge ja gar nicht.

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21.07.2019 12:40 SZ Rentner 4

Also Linksextremisten und Islamisten die Ausbildung an der Waffe im Kampf gegen RECHTS zu verweigern ist doch wohl ein Unding ;-) .

21.07.2019 10:35 Morchelchen 3

Wenn das so stimmt, dann ist dies die beste Nachricht der ganzen Woche. Denn überall wird sich seit Jahren vorrangig auf den Kampf gegen den rechten Riesen Tur Tur eingeschworen. Dabei krankt unsere Gesellschaft nicht nur an diesem Extrem, sondern an etlichen anderen Auswüchsen politischer oder religiöser Radikalität. Während im Alltag derartige Krankheiten nicht ausufern können, weil sie halt zu Tage treten, können sie zum wuchernden Geschwür an den Grundfesten unserer Demokratie werden. Ehemals musste für die Beamtenlaufbahn ein Nachweis der Abstammung beigebracht werden. Dafür wurde von gewissen Parteien ein unrühmlicher Beigeschmack erfunden und das Formular verworfen. Schlecht erklärbar, doch seitdem ist es unruhiger geworden. Was sich mittlerweile in manchen Bundesländern schon nach außen sichtbar bei der Polizei bemerkbar macht. Da ist man durch diese Nachricht etwas beruhigter. Wenigstens bei der Armee wird auf Neutralität geachtet.

21.07.2019 10:25 Fragender Rentner 2

Hätte ich garnicht angenommen, dass es fast 44.000 Bewerber für die Truppe gibt und dann nur ca. 60 die man nicht wollte.

Ist doch eine gute Quote.

21.07.2019 10:03 MaP 1

Was, bitte schön, ist Ausländerextremismus?? Selbst im Kontext von "rechtsextrem" ist dies eine unsinnige Wortschöpfung!