Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor des Großkraftwerks.
Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor des Großkraftwerks in Mannheim. Bildrechte: dpa

Protest gegen Kohlestrom Klimaaktivisten blockieren Kraftwerk in Mannheim

Erneuter Protest gegen Kohleverstromung: Seit dem frühen Samstagmorgen blockierten Aktivisten ein Steinkohlekraftwerk in Baden-Württemberg. Mit der Aktion wollten sie nach eigenen Angaben die Abschaltung von einem der Blöcke erreichen.

Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor des Großkraftwerks.
Demonstranten blockieren das Hauptzufahrtstor des Großkraftwerks in Mannheim. Bildrechte: dpa

Klimaaktivisten des Bündnisses "Ende Gelände" haben über Stunden ein Kohlekraftwerk in Mannheim blockiert. Die Aktion begann am frühen Samstagmorgen. Laut Polizei beteiligten sich rund 40 Demonstranten an der Blockade, das Aktionsbündnis sprach von rund 100 Menschen.

Die meisten Demonstranten blockierten eine Zufahrt zu dem Kraftwerk, mehrere kletterten allerdings auf ein Förderband, um den Kohlenachschub zu einem der Kraftwerksblöcke zu unterbrechen. Man wolle mit der Aktion ein Zeichen setzen gegen den CO2-Ausstoß der Anlage, sagte ein Sprecher des Bündnisses. Den Betrieb wie geplant zu stoppen, gelang aber offenbar nicht. "Die Versorgung mit Strom und Fernwärme war zu jeder Zeit sichergestellt", sagte dazu ein Sprecher des Kraftwerks.

Demonstranten haben auf dem Förderband des Großkraftwerks ein Transparent mit der Aufschrift 'Noch 20 Jahre eure Profite statt unsere Zukunft - Kohleaustieg jetzt!' angebracht.
Mehrere Menschen kletterten auf ein Kohleförderband, um den Nachschub für das Kraftwerk zu blockieren. Bildrechte: dpa

Die Polizei hatte am Nachmittag erklärt, auf eine Räumung werde vorerst verzichtet. Sie war aber aber mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Am frühen Abend beendeten die Aktivisten die Aktion. Es habe ihrem Abzug vom Kraftwerk keinerlei Zwischenfällle gegeben, teilte die Polizei mit.

Blockierter Meiler erst seit 2015 am Netz

Der blockierte Block 9 des Steinkohlekraftwerks ging erst im Jahr 2015 ans Netz und wird von den Energiekonzernen RWE, EnBW und MVV betrieben. Er kostete 1,2 Milliarden Euro. Der Steinkohlemeiler sei für etwa acht Prozent der CO2-Emissionen in Baden-Württemberg verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung von "Ende Gelände". Es sei das Steinkohlekraftwerk mit dem höchsten CO2-Ausstoß in Deutschland.

Klimacamp in Pödelwitz begonnen

Unterdessen begann im sächsischen Pödelwitz am Samstag wieder ein Klimacamp. Mehrere hundert Teilnehmer werden dort bis kommenden Sonntag erwartet. Im vergangenen Jahr hatten Teilnehmer des Camps stundenlang die Zufahrten zum Kohlekraftwerk Lippendorf blockiert. Einige Aktivisten hatten sich damals auch an ein Förderband auf dem Gelände des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain gekettet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. August 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2019, 16:13 Uhr