Einzelhandel und Nahverkehr Gesundheitsminister der Länder: Maskenpflicht gilt weiter

Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht – derzeit vor allem im Einzelhandel sowie in Bus und Bahn. Zuletzt wurde allerdings diskutiert, ob die Pflicht wegen der geringen Fallzahlen nicht wegfallen könne. Nun entschieden sich die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Spahn dagegen.

Kunden tragen Schutzmasken bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt.
Die Maskenpflicht, unter anderem im Supermarkt, bleibt zunächst bestehen. Bildrechte: dpa

Die Maskenpflicht soll in Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie vorerst weiter gelten. Darauf haben sich die Gesundheitsminister der Länder gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag geeinigt. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Pandemie sei vorbei, hieß es zur Begründung der Entscheidung.

Spahn schrieb auf Twitter, er verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. "Aber das Virus ist noch da. Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten".

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte die Maskenpflicht eines der ganz wenigen Instrumente, wenn es um den Schutz vor dem Coronavirus gehe. Die Maskenpflicht habe sich auch im Alltag bewährt.

Seibert: Maskenpflicht gerade in Ferienzeiten wichtig

"Überall dort, wo im öffentlichen Leben der Mindestabstand nicht gewährleistet sein kann, sind Masken ein wichtiges und aus heutiger Sicht auch weiter unverzichtbares Mittel", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert nach dem Treffen. Dies sei nötig, um die Infektionszahlen niedrig zu halten und um die Mitmenschen und sich selbst zu schützen. "Also: Ob im Bus, in der U-Bahn oder im Einzelhandel soll es bei der Pflicht bleiben, Masken zu tragen."

Seibert ergänzte, die Beibehaltung sei gerade jetzt in der Ferienzeit wichtig. "Auch Regionen, die womöglich jetzt sehr geringe Fallzahlen hatten, bekommen nun Zulauf aus anderen Teilen des Landes."

Auslöser der Debatte war ein Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe, die Maskenpflicht abzuschaffen. Dafür hatte er fast nur negative Reaktionen bekommen.

Einzelhandel für Abschaffung der Maskenpflicht

Der Einzelhandelsverband HDE ist grundsätzlich dafür, die Atemschutzpflicht abzuschaffen. HDE-Sprecher Hertel sagte MDR AKTUELL, natürlich wäre das für den Handel gut und wichtig. So hätten vor allem Textil- und Bekleidungsgeschäfte derzeit große Probleme, ihre Waren an die Frau oder den Mann zu bringen. Allerdings müsse eine Aufhebung der Maskenpflicht von der Wissenschaft befürwortet werden. Der Handel könne nicht beurteilen, was ein solcher Schritt für den Verlauf der Pandemie bedeuten würde.

Hertel fügte hinzu, das Tragen des Atemschutzes sei auch nicht die einzige Ursache für die gedämpfte Shoppinglust der Verbraucher. Die Maskenpflicht allein werde keine Insolvenzen herbeiführen, ihre Aufhebung werde aber auch keine verhindern. Entscheidend sei die Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Juli 2020 | 17:00 Uhr

96 Kommentare

Querdenker vor 4 Wochen

@der_Silvio

Ich habe auch Bilder gesehen von "Black-lives-matter" Demos, wo relativ viele der Demonstranten keine Maske trugen. Die Fotos stammten aber aus einem asozialen Land, was derzeit täglich mehr als 50.000 Neuinfektionen hat.

In den USA empfehlen Forscher deswegen ganz aktuell die Maskenpflicht.

siehe "n-tv Forscher empfehlen Maske Bald mehr als 200.000 Corona-Tote in USA?"

Zitat: "Jene, die sich weigern, eine Maske zu tragen, bringen ihr Leben, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Gemeinschaften in Gefahr"

Wir sind bis jetzt recht gut durch die Pandemie gekommen auch dank der Maskenpflicht in ÖPNV und Geschäften.

siehe "aerzteblatt COVID-19: Jena hat durch frühe Maskenpflicht viele Infektionen vermieden"

Und wenn wir - viel Glück - haben, dann ist dank unseren Forschern in Deutschland die Pandemie vielleicht bald vorbei?

Medizinforschung aus Berlin Nasenspray gegen Coronaviren
https://www.mdr.de/wissen/corona-covid-medizin-nasenspray100.html

Wessi vor 4 Wochen

der_Silvio ja, Sie haben Recht:ALLE die wo auch immer keinen Mund-,Nasenschutz tragen, sollten sofort festgesetzt werden, man ist mit den Virenschleudern die egoistisch andere gefährden viel zu lax umgegangen.Die Strafen müssten erheblich hochgesetzt werden.Wie gesagt: für alle.

Wessi vor 4 Wochen

@ der_Silvio ...es sind doch genau die gleichen Gestalten die Reichsbürger- +Rechtsaussenargumente bringen und die sich hier gegen bestehende Gesetze+Regeln wenden.Hören Sie mit dem Gequatsche von irgendwelchen "Keulen" auf, wenn Ihnen Argumente fehlen.