Daniel Barenboim und die Staatskapelle spielen bei der Feier anlässlich der Festivalwoche "30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall" am Brandenburger Tor.
Feier zum Jahrestag des Mauerfalls in Berlin Bildrechte: dpa

30 Jahre Mauerfall Große Party zum Mauerfall-Jubiläum in Berlin

Am Abend haben in Berlin Tausende am Brandenburger Tor eine Show zum 30. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert. Am Vormittag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, die Freiheit zu verteidigen. Zugleich würdigte sie die Menschen, die an der Mauer getötet wurden. Die Kanzlerin nannte den 9. November einen "Schicksalstag der Deutschen".

 Daniel Barenboim und die Staatskapelle spielen bei der Feier anlässlich der Festivalwoche "30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall" am Brandenburger Tor.
Feier zum Jahrestag des Mauerfalls in Berlin Bildrechte: dpa

Mehr als zwei Stunden lang haben am Abend Tausende Menschen am Brandenburger Tor das Jubiläum des Mauerfalls begangen. Die Party hatte mit einem Klassiker der DDR-Rockmusik begonnen: Der Sänger Dirk Michaelis präsentierte rund um das Berliner Wahrzeichen seine Rockballade "Als ich fortging".

Berlin: Ein Feuerwerk wird bei der Feier anlässlich der Festivalwoche "30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall" am Brandenburger Tor zum Abschluss gezeigt.
Feuerwerk am Brandenburger Tor Bildrechte: dpa

Die Zeile "Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein" bezogen in den letzten Monaten der DDR viele auf die politischen Entwicklungen im Land und auf die Tausenden von DDR-Bürger, die dem Land den Rücken kehrten und in den Westen gingen. Das Lied gilt seitdem als "Wendehymne".

Über den Köpfen der Feiernden an der Straße des 17. Juni rauschten 30.000 Bänder im Wind - darauf hatten Berliner ihre Wünsche und Hoffnungen aufgeschrieben. Die Kunstinstallation war abends beleuchtet.

Vor Zehntausenden rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unter großem Beifall dazu auf, neu entstandene Mauern in der Gesellschaft wieder einzureißen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller mahnte, die Werte des Friedens, der Freiheit und der Demokratie zu verteidigen. Die Party ging mit einem minutenlangen Feuerwerk zu Ende.

Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich

Am Vormittag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Menschen dazu aufgerufen, sich nicht entmutigen zu lassen. An der Feier in der Gedenkstätte Berliner Mauer nahmen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Staatschefs der Visegrad-Staaten teil.

In ihrer Rede appellierte Merkel an die Deutschen, sich für Freiheit und Demokratie auf einzusetzen. Die Werte, auf die sich die EU gründe, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, die Wahrung der Menschenrechte müssten immer wieder neu gelebt und verteidigt werden. Merkel nannte die Werte "alles andere als selbstverständlich".

Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann.

Merkel erinnerte an die Menschen, die sich dem SED-Staat entgegenstellten und die an der Mauer getötet wurden, "weil sie die Freiheit suchten."

Eine Fotografin macht Bilder von den Blumen in den Mauerspalten.
Reste der Berliner Mauer sind zur Feier des Tages mit Blumen geschmückt. Bildrechte: dpa
Günter Schabowski 1 min
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Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnerte 30 Jahre nach Öffnung der Grenzen vor allem an die Opfer des SED-Regimes.

MDR aktuell Sa 09.11.2019 16:25Uhr 01:25 min

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Schicksalstag 9. November

Die Kanzlerin gedachte auch des 9. Novembers 1938, als jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland angegriffen, jüdische Bürgerinnen und Bürger inhaftiert und Synagogen angezündet wurden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), nimmt an der Gedenkveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer an der Bernauer Straße teil.
Bundeskanzlerin Merkel bei der Gedenkveranstaltung in Berlin Bildrechte: dpa

Der 9. November sei ein Schicksalstag der Deutschen, in dem sich sowohl die glücklichen als auch fürchterlichen Momente der deutschen Geschichte widerspiegelten.

Mit Blick auf die Pogrome ermahne der Tag "alles in unserer Macht stehende zu tun, um Freiheit und Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen."

Steinmeier würdigt Mut der Visegrad-Staaten

Eine Frau und vier Männer stecken Blumen in die Hinterlandmauer.
Bundespräsident Steinmeier und die Staatschefs der sogenannten Visegrad-Staaten an der Berliner Mauer. Bildrechte: dpa

Auf einer weiteren Gedenkveranstaltung dankte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Menschen in den Visegrad-Staaten Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Ohne deren Mut und den Freiheitswillen "wären die friedlichen Revolutionen in Osteuropa und die deutsche Einheit nicht möglich gewesen", sagte Steinmeier in seiner Rede.

Steinmeier hatte Polens Staatschef Andrzej Duda, den tschechischen Präsidenten Milos Zeman, die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova und den ungarischen Staatschef Janos Ader bereits am Morgen in Schloss Bellevue empfangen.

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Wie lief die Gedenkfeier an der Bernauer Straße in Berlin

MDR AKTUELL Sa 09.11.2019 13:35Uhr 03:46 min

https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1215882.html

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. November 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2019, 21:50 Uhr