Medikamente liegen in einem Regal
Viele Apotheker klagen inzwischen über Lieferprobleme für Medikamente. Bildrechte: dpa

Medikamenten-Mangel Arzneimittel-Verband: Pläne lösen Engpass-Problem nicht

Schmerzmittel, Antibiotika oder Mittel gegen Antidepressiva: Die Wartelisten in vielen Apotheken werden immer länger. Die Bundesregierung will mit einer Engpass-Meldepflicht gegensteuern. Doch der Arzneimittel-Verband sagt: Die Maßnahmen helfen nicht.

Medikamente liegen in einem Regal
Viele Apotheker klagen inzwischen über Lieferprobleme für Medikamente. Bildrechte: dpa

Für den Bundesverband der Arzneimittel-Industrie lösen die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen gegen Medikamenten-Mangel nicht das Problem der Engpässe. Verbandsgeschäftsführer Hubertus Cranz sagte MDR AKTUELL, wenn es nicht möglich sei, ein Produkt auf den Markt zu bringen, änderten auch rechtliche Verpflichtungen nichts.

Zudem müssten die Firmen schauen, dass sie wettbewerbsfähig bleiben würden. Das könne man nur, indem man auf Hersteller in Indien oder China zurückgreife. Auch eine Lockerung der Arzneimittel-Rabattverträge sei sinnvoll.

Spahn will Meldepflicht, SPD Vorgaben zu Vertragsstrafen

Bei vielen Apotheken auch in Mitteldeutschland werden die Wartelisten für einige Medikamente derzeit immer länger. Die Bundesregierung will deshalb gegensteuern und plant eine Meldepflicht für drohende Engpässe. Das hatte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang der Woche angekündigt. Außerdem sollen Bundesbehörden für kritische Arzneimittel Vorgaben zur Lagerhaltung machen können.

Die SPD will darüber hinaus bei Lieferengpässen die Medikamenten-Hersteller stärker zur Kasse bitten. Zur Verbesserung der Versorgungslage sei die Einführung von gesetzlichen Vorgaben zu Vertragsstrafen bei Nicht-Einhaltung von Lieferverträgen eine Möglichkeit, heißt es in einem Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. November 2019 | 07:19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 17:48 Uhr