Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Das Bundesamt für Informationssicherheit registriert immer mehr Sabotageangriffe. Bildrechte: IMAGO

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Mehr IT-Sicherheitsprobleme bei Gas-, Wasser- und Stromnetzen

Die Zahl der IT-Sicherheitsprobleme bei kritischer Infrastruktur wie Gas, Wasser und Strom hat in Deutschland stark zugenommen. Laut Sicherheitsbehörde BSI wurden im 2. Halbjahr 2018 157 Sicherheitsmeldungen registriert.

Hände tippen an einem Laptop (Symbolbild)
Das Bundesamt für Informationssicherheit registriert immer mehr Sabotageangriffe. Bildrechte: IMAGO

Die Zahl von IT-Sicherheitsmeldungen durch die Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen wie Wasser-, Gas oder Stromnetze hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen.

157 Meldungen im zweiten Halbjahr 2018

Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik BSI gingen in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres 2018 insgesamt 157 Meldungen über IT-Sicherheitsvorfälle bei der Behörde ein. Im gesamten vorherigen Berichtszeitraum (1. Juni 2017 bis 31. Mai 2018) hatten das BSI nach eigenen Angaben 145 Meldungen erreicht, im entsprechenden Zeitraum davor waren es lediglich 34 gewesen.

Nicht ausschließlich Hacker-Attacken

Grundsätzlich bestätigte das Bundesamt, dass sich die Vorfälle im zweiten Halbjahr 2018 bei der sogenannten kritischen Infrastruktur erhöht hätten. Allerdings seien die 157 gemeldeten Sicherheitsvorfälle nicht allein Hacker-Attacken gewesen, sondern auch Meldungen etwa aufgrund von technischen Fehlern.

Die "Welt am Sonntag" hatte zuvor fälschlicherweise von 157 "Hacker-Angriffen" im zweiten Halbjahr 2018 berichtet und in dem Zusammenhang von einer "neuen Qualität" gesprochen. Dem BSI zufolge darf die Zahl der Sicherheitsmeldungen aber nicht mit "Hacker-Angriffen" gleichgesetzt werden.

Dunkelziffer liegt höher

Wie die "Welt am Sonntag" weiter berichtete, ist die Dunkelziffer bei Cyberattacken noch höher. Den Sicherheitsbehörden zufolge hielten viele Versorger Cyberattacken geheim, weil sie Imageschäden vermuteten, berichtete die Zeitung. Bei den Attacken geht es dem "Welt am Sonntag"-Bericht zufolge nicht mehr darum, Geld zu erpressen, sondern um die Sabotage der Strom- und Wasserversorgung sowie des Kommunikationsnetzes. Die Sicherheitsbehörden vermuten laut dem Zeitungsbericht häufig ausländische Geheimdienste hinter den Attacken.

Agentur soll Cyberschutz koordinieren

In Deutschland gehören zu kritischen Infrastrukturen Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Energie, IT und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien und Kultur. Derartige Vorfälle können beim BSI gemeldet werden - je nach Relevanz müssen sie das auch.

Die Bundesregierung will mit einer neuen Agentur für Cybersicherheit den Schutz vor Angriffen im Internet stärken. Angesiedelt werden soll sie in der Region Halle-Leipzig.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 09:09 Uhr

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1 Kommentar

18.02.2019 15:46 Fragender Rentner 1

Dann müssen die Bürger ihre alten Zähler wieder fordern und die so hochgelobte Technik von der Werbung die uns aufgedrängelt wird, sofort abschalten !!!