Pressekonferenz Merkel schließt vorzeitige Lockerung der Corona-Regeln aus

Bundeskanzlerin Merkel hat noch einmal den Deutschen für ihr Verständnis in der Corona-Krise gedankt, eine vorzeitige Lockerung der Regeln aber ausgeschlossen. Zugleich plädierte sie für mehr europäische Zusammenarbeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte den Deutschen, weil sie sich an die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gewissenhaft halten, um Corona zu bekämpfen. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt, eine vorzeitige Lockerung aber ausgeschlossen.

Merkel dankt für Verständnis

In einer Pressekonferenz im Kanzleramt sagte Merkel, die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln"  gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern. "Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken."

Rückkehr - sobald die Lage es zulasse

Zugleich verwies sie darauf, dass alle Maßnahmen bis zum 19. April angesetzt seien: "Daran wird sich auch nichts ändern." Zugleich versicherte sie, sobald es die gesundheitliche Lage zulasse, werde das öffentliche Leben zum Zustand von vor der Krise zurückkehren.

Das ist überhaupt gar keine Frage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zur schnellstmöglichen Rückkehr zum normalen Leben

Versorgung mit Masken besser aber nicht ausreichend

Auf eine Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, die das inzwischen befürworten würden. Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht. Bei der Versorgung mit Gesichtsmasken sei man vorangekommen, aber noch nicht im wünschenswerten Umfang. Wichtig sei bei den Masken der richtige Umgang, betonte Merkel. Ein unsachgemäßer "wäre noch fataler". Das bedeute "regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle."

Merkel will eigene Produktion von Schutzkleidung

Zudem gab sich Merkel überzeugt, Deutschland müsse als Konsequenz aus der Corona-Krise eine eigene Produktion für Schutzbekleidung aufbauen. Merkel sagte, dazu werde im Bundeswirtschaftsministerium ein eigener Stab eingerichtet: "Es ist wichtig, dass wir als eine Erfahrung aus dieser Pandemie lernen, dass wir hier auch eine gewisse Souveränität brauchen oder zumindest eine Säule der Eigenfertigung." Das könne in Deutschland sein. Man werde aber aber auch versuchen, sich europaweit abzustimmen.

Merkel sieht EU vor größter Bewährungsprobe

Prinzipiell sieht Merkel die EU in der Corona-Krise "vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung". Merkel erklärte, die Pandemie sei ein "symmetrischer Schock", der alle Staaten gleichermaßen betreffe. Es sei im Interesse aller, "dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgeht". Wenn "die schwersten Teile dieser Krise im gesundheitlichen Bereich" überstanden seien, werde "ein Wiederbelebungsprogramm, ein Wiederaufbauprogramm" benötigt. Auch Deutschland werde es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut gehe: "Die Antwort auf die Corona-Krise könne nur sein: ein stärkeres Europa und mehr Europa."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. April 2020 | 18:00 Uhr