Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.l, CDU) steht bei einem Fototermin vor dem Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht im Deutschen Historischen Museum mit Rita Süssmuth (CDU, l-r), der ehemaligen Bundestagspräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, Christine Bergmann (SPD), ehemalige Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Ursula Lehr (SPD), ehemalige Bundesministerin, zusammen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU/3.v.l) mit ihren Politikerkolleginnen Rita Süssmuth (CDU, Manuela Schwesig, Franziska Giffey, Christine Bergmann und Ursula Lehr (alle SPD, v.l.). Bildrechte: dpa

100. Jahrestag des Frauenwahlrechts Merkel für Geschlechter-Parität in allen Bereichen

Seit 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen. Kanzlerin Merkel sieht bis zur Gleichberechtigung aber noch viel Arbeit. Das gelte für die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen wie auch für die Vertretung von Frauen in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.l, CDU) steht bei einem Fototermin vor dem Festakt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht im Deutschen Historischen Museum mit Rita Süssmuth (CDU, l-r), der ehemaligen Bundestagspräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin, Christine Bergmann (SPD), ehemalige Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Ursula Lehr (SPD), ehemalige Bundesministerin, zusammen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU/3.v.l) mit ihren Politikerkolleginnen Rita Süssmuth (CDU, Manuela Schwesig, Franziska Giffey, Christine Bergmann und Ursula Lehr (alle SPD, v.l.). Bildrechte: dpa

Merkel bei Festakt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland weitere Anstrengungen zur Gleichbehandlung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gefordert. Merkel sagte bei einem Festakt im Deutschen Historischen Museum in Berlin, Frauenquoten seien nur ein erster Schritt zur Normalität. Ziel müsse Parität sein.

Merkel sagte, "gerade der Bundestag in dieser Legislaturperiode ist kein Ruhmesblatt". Mit 31 Prozent weiblichen Abgeordneten habe das deutsche Parlament die gleiche Quote wie das Parlament im Sudan. Schockiert sei sie auch über die geringe Quote an Oberbürgermeisterinnen in Deutschland von rund acht Prozent.

Gleichberechtigung ist elementar

Merkel bezeichnete die Gleichstellung von Frauen und Männern als elementare Frage der Demokratie und wichtigen Indikator für Gerechtigkeit in einer Gesellschaft. Davon hänge die Zukunftsfähigkeit eines Landes ab.

Über ihre eigene Rolle als erste Bundeskanzlerin in Deutschland sagte Merkel, "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer". Dass es sie gebe, dürfe nicht zum Alibi werden, die Gleichstellung nicht weiter voranzutreiben.

Ich wünsche mir, dass es selbstverständlich wird, dass Männer und Frauen Erwerbs-, Erziehungs- und Hausarbeit gleichberechtigt aufteilen und niemand aufgrund seines Geschlechts in eine bestimmte Rolle oder Aufgabenverteilung gedrängt wird. (...) und, dass das alles nicht weitere hundert Jahre auf sich warten lässt.

Bundeskanzlerin Ankela Merkel

Merkel warnte zudem vor einer europäischen Überheblichkeit bei Frauenrechten. Viele afrikanische Ländern und Institutionen wie die Afrikanische Union seien bei der Geschlechtergerechtigkeit weiter als die Europäer.

Sturz der Monarchie brachte Frauen das Wahlrecht

Am 12. November 1918 hatte die Revolutionsregierung aus SPD und USPD, der Rat der Volksbeauftragten, das allgemeine und gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen im Deutschen Reich verkündet. Frauen durften erstmals am 19. Januar 1919 an der Wahl der verfassunggebenden Nationalversammlung teilnehmen. Bei der Wahl kandidierten 300 Frauen; 37 von ihnen zogen in das Parlament ein. Die Wahlbeteiligung der Frauen lag bei 80 Prozent.

Übersicht: Frauenwahlrecht in Europa

Einführungsdaten des Frauenwahlrechts in 20 europäischen Ländern 1906 Finnland
1913 Norwegen
1915 Dänemark
1915 Island
1917 Estland
1918 Lettland
1918 Deutschland
1918 Österreich
1918 Polen
1918 Luxemburg
1919 Niederlande
1921 Schweden
1928 Großbritannien
1931 Spanien
1944 Frankreich
1945 Ungarn
1945 Slowenien
1945 Bulgarien
1946 Italien
1952 Griechenland
1971 Schweiz (in einigen Kantonen erst später, etwa Kanton Appenzell Innerrhoden 1990, d. Red.)
1984 Liechtenstein

Quelle: Deutscher Bundestag

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. November 2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2018, 16:08 Uhr

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32 Kommentare

13.11.2018 21:16 007 32

Merkel ist für Geschlechter-Parität in allen Bereichen!?

Und was heißt das???

Ich hab"s gewusst, der Wahnsinn grassiert in DE.

Der neue Slogan heiß also "Geschlechter-Parität"!!!
Die Gender gaga-Geschlechter behaupten von sich, es gäbe über 60 verschiedene Geschlechter. Dann rechnen wir mal durch Freunde. Also, bei 709 Abgeordneten die in diesem paritätischen Gender Irrenhaus sitzen, ziehen wir 92 AfD Normalos die mit nur einem Geschlecht ab. Es bleiben also 617 Gender Geschlechter übrig. Bei mindestens 60 möglichen Geschlechtern, die es laut den Grüninnen- Sozis- u Linken geben soll, wäre also jeder 10te Parlamentarier ein ganz eigenes Genter Geschlecht.

Hmmm nicht das wir aufgeklärten Bürger etwas dagegen hätten. Nur outen sie sich endlich wer wer ist ...

13.11.2018 20:20 Wo geht es hin? 31

@fischotter - Zitat von Ihnen: "Mehr Gerüstbauer_innen, mehr Betonbauer_innen, mehr Dachdecker_innen usw. Wäre das nicht eine super Sache! Ich könnte mir vorstellen, da knister‘s richtig auf dem Bau, vor allem im Sommer, wenn es heiß ist." Zitat Ende. Super Idee! Meine Jungs grinsen schon breit. Nur ich mache den Spielverderber. Warum? Da wird nämlich nüscht, aber auch gar nüscht mehr fertsch! Ausser meine Nerven...Obwohl...noch mal kurz drüber nachgedacht...ich bin ja nun weiss Gott auch nicht mehr der Jüngste....wenn die weibliche Fraktion mir die Blockstufen oder Strassenborde etc. auf der Baustelle schleppt - ja dann könnte ich mich mit dem Gedanken auch noch anfreunden.

13.11.2018 19:28 fischotter 30

@Nelly, jetzt machen Sie doch unseren Peter nicht so schlecht. Er möchte halt nur gerecht sein. Ihm geht es in erster Linie nicht um die fachliche und körperliche Eignung einer Person, sondern um Gleichmacherei. Mehr Gerüstbauer_innen, mehr Betonbauer_innen, mehr Dachdecker_innen usw. Wäre das nicht eine super Sache! Ich könnte mir vorstellen, da knister‘s richtig auf dem Bau, vor allem im Sommer, wenn es heiß ist.

Im Übrigen sollten wir nicht nur über Männer und Frauen reden, denn mittlerweile gibt es sagenhafte 60 Geschlechtsidentitäten. Wer für den Job am geeignetsten ist bekommt ihn. So einfach ist das. Bestes Beispiel Ursula v. d. Leyen. Leider war sie nicht auf dem Bild.

13.11.2018 14:30 Nelly 29

@ 23: Das Verstehen von gelesenen Texten ist unübersehbar nicht Ihre Stärke. Sie haben meinen Beitrag nicht im Ansatz verstanden, obwohl er unmissverständlich ist.
@ 24: Richtig, andere Länder sind da weiter. Was Sie übersehen haben. Dort gibt es auch bessere Rahmenbedingungen was z. Bsp. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft. Mit Quoten kann man dieses Problem nicht lösen. Unser aller Peter versteht das nicht. Er liest leider nur Parteiprogramme.

13.11.2018 10:44 Fragender Rentner 28

Schade dass der MDR das Gespräch was Fr. Merkel mit den ehemaligen saudischen König geführt hatte und sie gesstern zum Besten gab nicht veröffentlicht wurde.

Es ging ja nur um die Frauenrechte in Deutschland und bei ihnen.

13.11.2018 08:57 jochen 27

Wir leben in einer verrückten Zeit und das besondere daran - viele klatschen auch noch Beifall !

13.11.2018 08:39 Jakob 26

Wie unglaublich eindrücklich einige Kommentare doch sofort bestätigen, was Merkel aufzeigt. In den Köpfen im Land gibt es noch genügend Barrieren für die Gleichstellung. Oder wie sonst könnte man sofort unterstellen, dass eine Führungsfrau nur der Quote wegen ihre Position erlangt habe, aber eigentlich inkompetent sei? Das scheint in den Köpfen einbetoniert, Frau gleich unfähig, Macht muss männlich sein. Weil viele Männer das so sehen, wählen sie den männlichen OB, den sie für kompetenter halten, nicht weil er kompetenter ist, sondern weil sie ihr Vorurteil pflegen. Und die Frauen setzen dem aber kein entsprechendes Gewicht entgegen. Wählten alle Frauen, und sei es aus Prinzip, bevorzugt Frauen, sähe die Welt gleich anders aus.

13.11.2018 08:01 frank d 25

Wenn Quoten tatsächlich ok sind, dann bräuchten wir als allererstes eine Quote für Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes!
die Hälfte aller abgeordneten entstammt diesem Kleinst-Biotop. Dann müssten die meisten der Frauen welche sich als Benachteiligte darstellen abrücken weil sie überrepräsentiert sind.
Im übrigen werden SPD und CDU von einer Frau geführt, unter diesen Doppel x erinnen haben beide Parteien den Status Volkspartei hüstel irgendwie verloren. ein wahrhaftig bezeichnender Leistungsnachweis, aber die Medienschaffenden des MDR haben den §3 des GG wohl ebensowenig gelesen und verstanden wie die Damen der Regierung da in diesem komischen GG steht doch tatsächlich (weder bevorzugt noch benachteiligt)
ein wie soll ich sagen, antagonistischer Wiederspruch zur 50% Planvorgabe, da nur 20% aller Partei Mitglieder Frauen sind. Eine Frage sollte man die dann nicht auch Ohne Glieder nennen Mitglied ist auf jeden Fall sexistisch. ab Auf den Scheiterhaufen.

13.11.2018 01:48 PeterPlys 24

@18 Nelly Und seit wann hat eine kompetente Frau in dieser Gesellschaft dieselbe Chance wie der vergleichbare Herr der Gattung? Machen wir uns doch nichts vor, ohne Parität wird es nie zu Gleichberechtigung kommen. Andere Staaten sind da doch schon viel weiter - mit positiven Erfahrungswerten.

12.11.2018 22:19 Peter 23

@18: Liebe Nelly, den Beweis, dass Sie "komplexe Zusammenhänge" besser erkennen können als ich, bleiben Sie leider schuldig. Den Beweis, dass Sie "besser im Leben" stehen, ebenso.
Ich bleibe bis zum Beweis des Gegenteils bei meiner Meinung, dass Frauen die gleichen Kompetenzen wie Männer haben.
Lesen Sie bitte die Statements einiger männlicher Kommentatoren. Sie werden unschwer erkennen, dass auch die die Gleichberechtigung der Frauen mit dem Hinweis auf unzureichende Kompetenz ablehnen.
Wir leben nicht mehr im Mittelalter. Wir leben auch zum Glück nicht mehr in den 50er Jahren.