USA-Reise Merkel und Kramp-Karrenbauer fliegen getrennt in die USA

Zwei Tage nach Verabschiedung des Klimapakets sorgen die getrennten Flüge von Kanzlerin Merkel und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer für Kritik. Die Regierung verteidigt ihr Vorgehen.

Annegret Kramp-Karrenbauer (l), Bundesvorsitzende der CDU, steht neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Fliegen getrennt in die USA: Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sind am Sonntag ( CDU ) in zwei verschiedenen Regierungsmaschinen in die USA geflogen. Während Merkel mit einem Airbus A340 von Berlin-Tegel in Richtung New York abhob, um dort am UN-Klimagipfel und an der UN-Vollversammlung teilzunehmen, startete Kramp-Karrenbauer eine halbe Stunde später in einem Truppentransporter nach Washington zum Antrittsbesuch bei US-Verteidigungsminister Marc Esper.

Grüne: Doppelflug unökologisch und Geldverschwendung

Der Doppelflug zwei Tage nach Verabschiedung des Klimapakets hatte für heftige Kritik gesorgt. Der Verteidigungsexperte der Grünen, Tobias Lindner, sagte im "Spiegel", das sei "nicht nur ökologisch unsinnig, sondern auch Steuergeldverschwendung".

Ursprünglich gemeinsamer Flug geplant

Ein Airbus 340 der Luftwaffe steht auf dem Flughafen Tegel, militärischer Teil.
Mit einem Airbus 340 fliegt Merkel in die USA Bildrechte: dpa

Ursprünglich sollte Kramp-Karrenbauer mit der Kanzlerin mitfliegen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, man habe auch versucht, "den Einsatz der Flugzeuge zu optimieren". Den getrennten Flug begründete der Sprecher mit logistischen Problemen wie Flugstrecke, Delegationsgröße und terminlichen Verpflichtungen der Regierungsmitglieder.

Medien: AKK-Team zu groß für Kanzler-Maschine

Merkel nimmt in ihrer Maschine bereits Entwicklungsminister Gerd Müller nach New York mit. Laut Berichten mehrerer Medien hatte das Kanzleramt deshalb vorgegeben, die Delegation Kramp-Karrenbauers deutlich zusammen zu streichen. Der "Spiegel" spricht von weniger als zehn Personen. Da Kramp-Karrenbauer nicht nur mit einem Mini-Team zum Antrittsbesuch in den USA erscheinen wollte, sei umgeplant worden.

Ministerium verweist auf Klima-Kompensation

Das Verteidigungsministerium verwies zudem darauf, dass die Bundesregierung seit 2014 die Klimawirkungen von Dienstreisen  ausgleiche. Für entstehende Treibhausgasemissionen würden zur Kompensation Zertifikate erworben, durch die Projekte zur umweltverträglichen Entwicklung finanziert werden.

Umweltministerin nutzt Linienflug

Auch Umweltministerin Svenja Schulze flog nach New York. Die SPD-Politikerin buchte wegen früherer Termine einen Platz in einer Linienmaschine.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2019 | 14:00 Uhr

31 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 36 Wochen


Nun ja, vielleicht sind so viele Flugzeuge der Bundeswehr ( mit denen unsere Politiker zum Gipfel aufgebrochen sind ) ja auch deshalb im Einsatz, damit die gestrandeten THOMAS COOK - Urlauber heimgeholt werden können . . . ?!

...was mir mehr Sorge machen würde: wenn die ganze bundesdeutsche Regierung im Ausland ist, wer regiert dann unser Land und hätten nicht alle die, die immer so laut schreien: "MERKEL MUSS WEG !" nun leichtes Spiel, die Regierung in ihrer Ortsabwesenheit "abzukanzeln", ins Kanzleramt einzuziehen und putschartig
die Macht in Deutschland an sich zu reissen... ?! * BiBBER *

Alf vor 36 Wochen

"Wasser predigen - Wein trinken" - nichts Neues.
Und Frau Svenja Schulze, da haben Sie ja schon Ihren ersten Fall, Sanktionen auszusprechen. Nur an wen? Kanzleramt, weil das die Ministerin ausgeladen hat oder V-Ministerium, weil keinen Linienflug genommen?

Alf vor 36 Wochen

Wie sagte einst ein CSU-Politiker im Zusammenhang mit der Glyphosatzulassungs-Abstimuuung, nachdem er eigenmächtig die zuvor gemeinsam vereinbarte Position verlassen hatte?" So ist er halt, der Sch...."
Wie Frido schreibt: "Was interessiert mich noch mein Geschwätz von gestern" ?