Angela Merkel
Nach 18 Jahren als CDU-Chefin kündigt Merkel jetzt ihren Rückzug an. Bildrechte: dpa

Nach Wahlschlappen Merkel kündigt schrittweisen Rückzug aus der Politik an

Nach den heftigen Verlusten bei den Landtagswahlen in Hessen und in Bayern zieht Angela Merkel Konsequenzen. Die CDU-Chefin kündigte an, auf dem Bundesparteitag im Dezember nicht noch einmal für den Parteivorsitz zu kandidieren. Kaum war diese Nachricht in der Welt, brachten sich bereits die ersten Kandidaten in Stellung.

Angela Merkel
Nach 18 Jahren als CDU-Chefin kündigt Merkel jetzt ihren Rückzug an. Bildrechte: dpa

Nach den heftigen Verlusten bei den Landtagswahlen in Hessen und in Bayern will Angela Merkel auf den CDU-Vorsitz verzichten. Merkel sagte am Montag auf einer Pressekonferenz, das sei ihr Beitrag für Deutschland und die CDU.

Das Bild, das die Regierung abgibt, ist inakzeptabel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin kündigte außerdem an, dass ihre vierte Amtszeit zugleich ihre letzte sei. "Ich werde nicht wieder als Kanzlerin und für den Bundestag kandidieren", sagte Merkel. Sie sei bereit, die aktuelle Legislaturperiode zu beenden und halte es anders als zuvor gesagt inzwischen für vertretbar, den Parteivorsitz und das Kanzleramt zu trennen.

Kampf um Nachfolge beginnt

Eine Nachfolgeempfehlung für den CDU-Vorsitz gab Merkel nicht ab. Inzwischen brachten sich bereits erste Kandidaten für die Nachfolge als Parteichef ins Gespräch. Merkel zufolge kündigten CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn ihre Kandidatur an. Auch der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz will Medienberichten zufolge bei der Wahl auf dem Bundesparteitag im Dezember in Hamburg kandidieren.

Seehofer: "Es ist schade"

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer bedauerte Merkels Entscheidung: "Es ist schade. Ich sage ausdrücklich: Es ist schade", sagte Seehofer. "Wir haben uns manche Diskussionen geleistet, aber es war immer eine vertrauensvolle, vom gegenseitigen Respekt getragene Zusammenarbeit."

Respekt von SPD und Grünen

SPD-Chefin Andrea Nahles sagte, die CDU sei Merkel zu großem Dank verpflichtet. Sie habe ihre Partei 18 Jahre lang angeführt, und das als erste Frau. "Das ist eine außerordentliche Leistung."

Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sagte, Merkel habe ihre Partei für ein modernes Gesellschaftsbild geöffnet. "Dafür zollen wir Frau Merkel Respekt."

Lindner: "Merkel gibt das falsche Amt ab"

In einer ersten Reaktion forderte FDP-Chef Christian Lindner, Merkel müsse nicht nur den CDU-Vorsitz niederlegen. "Frau Merkel gibt das falsche Amt ab", sagte er. Die Regierung werde dadurch nicht stabiler, und das Siechtum der großen Koalition werde nur verlangsamt oder um wenige Wochen oder Monate verzögert. "Für Deutschland wäre aber gut, das Land hätte eine neue Spitze an der Regierung." Auch die Parteichefin der Linken, Katja Kipping, forderte Merkels Rücktritt als Kanzlerin. "Ich finde es inkonsequent, wenn Angela Merkel nur ihren Parteivorsitz zur Verfügung stellt."

Macron: Merkels Schritt "äußerst würdevoll"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zollte Merkels Entscheidung großen Respekt. Er bezeichnete sie am Montagabend als "äußerst würdevoll" und "äußerst respektabel". Die Kanzlerin regiere Deutschland "mit viel Mut", sagte Macron bei einer Pressekonferenz im Elysée-Palast. Außerdem habe sie "niemals vergessen, was Europas Werte sind."

Fast zwei Jahrzehnte an der Spitze der CDU

Merkel ist seit 18 Jahren CDU-Chefin und seit 13 Jahren Bundeskanzlerin. Bisher hatte sie den Parteivorsitz und die Kanzlerschaft immer miteinander verbunden. Die CDU ist bei der Wahl in Hessen zwar stärkste Kraft geworden, dennoch musste die Partei einen Einbruch in der Wählergunst von mehr als elf Prozent hinnehmen. Zuvor hatte die Union bereits in Bayern zweistellige Verluste eingefahren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Oktober 2018 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2018, 14:05 Uhr

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169 Kommentare

31.10.2018 16:50 rentner 169

fr.merkel,wollen sie wirklich dieses land komplett an die wand fahren.
ich meine speziell die unterzeichnung des UN-MIGRATIONSPAKTS--gehen sie vorher liber in rente.
es gibt jetzt schon kaum bezahlbare wohnungen,was soll dann werden.
ihre integration von flüchtlingen ist doch schon lange gescheitert,und sie machen immer noch auf dicke HOSE.gehen sie einfach.

30.10.2018 21:38 Bronko 168

Wenn man nur Bedauern vom natürlichen Gegener bekommt hat man alles falsch gemacht. Punkt. Und -> wie man mit einem einzigen "neuem" Kopf grandios weiter auf die Wand zufahren kann -> das macht die SPD eindrucksvoll vor. Merke, wenn das Fundament nicht stimmt, wird das Haus nicht lange halten.............darauf einen Schulz.

30.10.2018 19:34 NRW-18 167

Danke Frau Merkel, aber mit alternativem Peronal wie Merz, Knarrenbauer, oder Gesundheitsakten-Spahn, werde ich nicht mehr zum CDU-Wähler. Laschet konnte mich schon im Mai 2017 in NRW nicht überzeugen. Im Übrigen haben mir die letzten Jahre die Augen geöffnet, was Altparteien betrifft.
Da bleibe ich doch meinen jetzigen Favoriten treu.

30.10.2018 16:28 Fragender Rentner 166

@Marie zu 162

Nur mit Versprechungen und einem anderen Kopf an der Parteispitze ist es nicht getan, da müssen schon Lösungen schnell umgesetzt werden.

Und wer ist noch BK?

30.10.2018 16:24 Fragender Rentner 165

Ob sie stückweise oder in einem Stück zurück tritt ist doch egal.

Nur ändert dies nichts für die Lösungen die sie mit den Problemen geschaffen haben.

Wie Boris Palmer von den Grünen fordert!

30.10.2018 15:30 Breakpoint 164

Es war kein Zufall, dass Angela Merkel gestern ihren "Verzicht" auf den CDU-Parteivorsitz erklärte - einen Tag bevor Friedrich Merz seine Kandidatur offiziell bekannt gibt. Sie wollte uns damit einen selbstbestimmten Rückzug vorgaukeln. In Wahrheit hatte sie Angst vor einer "Kampfabstimmung" auf dem Bundesparteitag und einer mutmaßlich brutalen Demontage. Jetzt klammert sie sich an die Hoffnung, dass ihre getreue Annegret K-K neue Vorsitzende wird, um noch bis zum Ende der Legislatur das Kanzleramt behalten zu dürfen. Doch daraus wird nichts! Weil man den alles und alle "elektrisierenden" Friedrich Merz zum neuen Chef ausruft. Und der hat definitiv das Kanzleramt im Sinn. Freiwillig oder durch Mißtrauensvotum gezwungen wird Angela Merkel endgültig abdanken.

30.10.2018 15:06 Zahlmeister 163

Merkel wird nicht bis 2021 Gelegenheit haben, unser Land weiter zu spalten. Bereits im Dezember könnte Schluss mit ihr als Kanzlerin sein. Wenn nicht AKK gewählt wird, tritt Merkel sofort zurück. Wenn nicht, ist spätestens in einem Jahr Schluss, wenn die SPD endlich die Reißleine zieht.

30.10.2018 13:39 Marie 162

Friedrich Merz wird für den Parteivorsitz kandidieren. Vielleicht wäre das wirklich die beste Wahl und die Möglichkeit schlechthin für die CDU verloren gegangene Wählerzustimmung zurück zu holen.

30.10.2018 12:23 m.g. 161

Der Rücktritt auf Raten von A.M. bedeutet für mich nichts weiter als, dass wir jahrelang Honeckers Rache hatten und jetzt kommt Merkels Rache. Immerhin muß ja auch der UN-Migrationspakt noch unbedingt durchgepeitscht werden.

30.10.2018 12:19 Wessi 160

@ 145 Ich denke nicht, daß Sie beleidigen wollen...also: aktive Partei- (mit einem Ziel was jetzt erreicht ist: Merkel tritt ab)+Gewerkschaftsarbeit 30 Jahre+mehr,2 gesellschaftl. Ehrenämter, aktiv in Stadtteil, i.Sportverein. Was meinen Sie? ich setzte mich aktiv für Vereingte Staaten von Europa ein.Merkels Rückzug, nach 13 Jahren sehr fleissiger Arbeit für das Ansehen unseres Landes, ist ein erster Schritt dahin daß die Union, nach rechts rückt, die Mitte frei macht+den linkeren Parteien Möglichkeiten geben wird d.Regierung zu erringen+gleichzeitig den äusseren rechten Rand zu schwächen.