Nach Wahlniederlage Merz will Wirtschaftsminister werden – Merkel lehnt ab

Die Wahl zum Bundesvorsitzenden der CDU hat Friedrich Merz nicht gewonnen. Direkt danach hat er sich aber als Bundeswirtschaftsminister ins Gespräch gebracht.

Die Kandidaten um den Parteivorsitz, l-r: Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Armin Laschet kommen zu einer Fragerunde auf die Bühne beim digitalen Bundesparteitag der CDU.
Hier betritt Friedrich Merz die Bühne des digitalen Bundesparteitages der CDU. Dort musste er sich bei der Wahl um den Vorsitz Armin Laschet geschlagen geben. Bildrechte: dpa

Nach seiner Niederlage bei der Wahl zum CDU-Bundesvorsitz hat Friedrich Merz seine Ambitionen auf ein hohes Amt untermauert. Merz schrieb auf Twitter, er habe dem neu gewählten CDU-Vorsitzenden Armin Laschet angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Wirtschaftsressort zu übernehmen.

Konservative Kreise in der Union hatten Merz schon mehrfach als Wirtschaftsminister ins Spiel gebracht.

Merkel lehnt ab

Ein Regierungssprecher teilte auf AFP-Anfrage mit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings keine Kabinettsumbildung plane. Über einen möglichen Wechsel von Merz ins Kabinett hätte nicht Laschet allein zu entscheiden. Auch die Kanzlerin müsste hier mitreden. Zudem gibt es mit Peter Altmaier bereits einen Bundeswirtschaftsminister, von dem keine Rücktrittsabsichten bekannt sind.

Laschet wollte Merz im Präsidium

Auch der neue CDU-Chef Armin Laschet hat dem Vorstoß Merz' eine Absage erteilt. "Kabinettsumbildung war kein Thema", sagte Laschet am Samstag bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Laschet sagte, er hätte sich gewünscht, dass Merz ins CDU-Präsidium gehe, dieser habe sich aber anders entschieden.

Merz erklärte auf Twitter ebenfalls, warum er nach seiner Niederlage kein Parteiamt übernehmen wollte. Für das CDU-Präsidium habe er nicht kandidieren wollen, da bei einer Bewerbung "noch weniger Frauen gewählt" worden wären, schrieb Merz auf Twitter. "Ich habe mich deshalb entschlossen, zugunsten der Frauen auf eine Kandidatur zu verzichten."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2021 | 15:00 Uhr