Menschen verlassen ein Boot.
Im Mai 2019 flohen in Indien und Bangladesch Hunderttausende Menschen vor "Fani". Der Zyklon verursachte schwere Überwemmungen und Zerstörungen. Bildrechte: dpa

Zentrum für Binnenflüchtlinge Millionen auf der Flucht vor Wetter- und Naturkatastrophen

Weltweit sieben Millionen Menschen sind im ersten Halbjahr innerhalb ihres Landes vor extremem Wetter und Naturkatastrophen geflohen. Laut dem Zentrum für Binnenflüchtlinge droht bis zum Jahresende eine Verdreifachung der Zahlen.

Menschen verlassen ein Boot.
Im Mai 2019 flohen in Indien und Bangladesch Hunderttausende Menschen vor "Fani". Der Zyklon verursachte schwere Überwemmungen und Zerstörungen. Bildrechte: dpa

Überschwemmungen, Zyklone und andere extreme Wetterereignisse haben im ersten Halbjahr 2019 weltweit rund sieben Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen gemacht. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für intern Vertriebene (IDMC) in Genf droht bis zum Jahresende eine Verdreifachung der Zahl an "Wetter-Flüchtlingen".

In seinem Bericht über Vertreibungen im ersten Halbjahr 2019 nennt das Zentrum als bislang schwerste Wetterkatastrophen in diesem Jahr den Zyklon "Fani" in Indien und Bangladesch, den Zyklon "Idai" im südlichen Afrika und Überschwemmungen im Iran.

Bis Jahresende könnte Zahl auf 22 Millionen ansteigen

Viele Wetterextreme wie Stürme, Fluten und Dürren gehen laut Experten des Weltklimarates direkt auf die Erderwärmung zurück. Bis Jahresende könnte sich die Zahl der durch Wetterereignisse Vertriebenen auf 22 Millionen mehr als verdreifachen, schreibt die Beobachtungsstelle. Die zweite Jahreshälfte sei anfälliger für Wetterrisiken. 2019 drohe eines der verheerendsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden.

Trümmer liegen auf den Bahamasvor einem zerstörten Haus. 1 min
Bildrechte: dpa

Der neue Bericht der Genfer Beobachtungsstelle für intern Vertriebene

MDR AKTUELL Fr 13.09.2019 15:39Uhr 00:56 min

https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1165168.html

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IDMC: Auch Konflikte vertreiben Millionen Menschen

Weitere 3,8 Millionen Menschen flüchteten nach IDMC-Daten im ersten Halbjahr 2019 innerhalb der Grenzen ihres Landes vor Gewalt und kriegerischen Konflikten. Besonders starke Fluchtbewegungen wurden demnach in Syrien, Jemen, Afghanistan, Libyen und der Demokratischen Republik Kongo registriert.

Das Beobachtungszentrum für Binnenflüchtlinge wurde vom unabhängigen Norwegischen Flüchtlingsrat gegründet, um Fluchtbewegungen innerhalb von Ländern zu erfassen und Analysen zu erstellen. Neben den Millionen Binnenflüchtlingen gibt es weltweit weitere viele Millionen Menschen, die vor Krieg und Gewalt in andere Länder geflohen sind oder angesichts von Umweltkatastrophen ihr Land verließen.

Binnenflüchtlinge weltweit - unterteilt nach Fluchtgrund Umweltkatastrophen und gewalttätigen Konflikten

Bildrechte: MDR / IDMC

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 17:34 Uhr

38 Kommentare

Bernd L. vor 4 Tagen

Ex-Thüringerin, das Versagen der einheimischen Eliten kommt hinzu. Aber die Überbevölkerung in der Subsahara mit Fertilitäten über 5 sind DAS Problem für Klimawandel und für die Instabiltiät der Welt. Und daran sind wir Deutschen nicht schuld.

CDU voters vor 5 Tagen

ZITAT
Wir sollten uns solidarisch zeigen und helfen. Auch uns können Naturkatastrophen treffen. Uns geht's so gut wie nie zuvor. Wir könnten etwas "Zusammenrücken" und Leute aufnehmen die kein zuhause mehr haben.
ICH BIN DABEI

CDU voters vor 5 Tagen

Pep Guardiola, der tapfere "Seenotretter" Natürlich hat Josep „Pep“ Guardiola da ein großes Herz für private „Seenotrettung“ im Mittelmeer und fordert offene Häfen für geschleuste Abenteurer aus aller Welt. Bei der Auszeichnung der deutschen NGO-Kapitänin Carola Rackete mit der Ehrenmedaille des katalanischen Regionalparlaments hielt der Trainer des englischen Erstligisten Manchester City die Laudatio. Darin dankte er ihr, dass sie „uns so viel Bedeutendes und Fundamentales gezeigt“ habe, schreibt die WELT.

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